Das Buch ist gegliedert in vier Themenbereiche: 1. Grundlagen, 2. Epochen der politischen Geschichte, 3. Problemfelder und 4. Kontinuität und Brüche.
Im ersten Bereich werden Begrifflichkeiten definiert und Allgemeines über die russische Geographie und ethnische Zusammensetzung dargelegt.
Im zweiten Bereich wird die Geschichte Russlands vom Kiever Reich (10.-13. Jhdt) bis zur Russländischen Föderation in der Gegenwart abgehandelt. Dabei ist jede Epoche wiederum in Unterthemen gegliedert, sodass der Autor auf einzelne Strömungen und zum Allgemeinverständnis wichtige gesellschaftliche Gegebenheiten eingehen kann.
Im dritten und größten Teil des Buches beschäftigt sich der Autor mit Eigenheiten und Gegensätzen der russischen Gesellschaft/Geschichte/Geographie. So werden hier u.a. die Differenzen zwischen Land- und Stadtbevölkerung, die Stellung der Frau, das orthodoxe Christentum und Russlands Stellung zwischen Europa und Asien thematisiert.
Der vierte Teil ist zweieinhalb Seiten lang und wirkt wie ein zusammenfassendes Schlusswort.
Insgesamt ist die thematische Gliederung in meinen Augen sehr gelungen, jedoch liest sich dieses kleine Buch ziemlich trocken und mühsam (teilweise kommt man durch keine halbe Seite, ohne gedanklich schon weit abzuschweifen). Wie im C.H. Beck-Verlag üblich, ist es sehr spärlich mit ein paar Schwarz-Weiß-Landkarten der entsprechenden Epochen bebildert und es findet sich eine Zeittafel in Stichworten. Ungeschickterweise befinden sich die Karten am Ende des Buches, quasi im Anhang, und es bestehen so gut wie keine Hinweise im Text, die auf diese Karten verweisen. Für den Laien ist es daher etwas kompliziert, den geographischen Entwicklungen des Landes zu folgen, die doch eigentlich eine ziemlich wichtige Rolle für die russische Gesellschaft hatten/haben.
Für 7,90 Euro kann man allerdings kein farbenprächtiges Bilderlexikon verlangen, deswegen vergebe ich vier Sterne für die geballte Information, die hier auf knapp hundert Seiten geboten wird.