Wobei für knapp 40,- ¤ auch niemand ernsthaft einen HighEnd Wasserkocher erwarten dürfte ;)
Sein Design war erstes Kaufkriterium und was soll ich sagen? Er ist hübsch und macht heißes Wasser.
Da ich selbst gerne Rezensionen schmökere, habe ich - sehr zur Belustigung meiner Frau - mich erstmal ausgiebig mit dem Gerät vergnügt.
Hier das Resultat der ersten Stunden, Langzeitergänzungen folgen, wenn sie auftreten.
In aller Kürze:
Deckel mit echter Arretierung verschließbar, bleibt in geöffneter Position gut stehen.
Tülle für rasches und dosiertes Ausgießen geeignet
Kabel bis 70 cm Länge
Standfestigkeit für Alltag völlig geeignet.
1,7l Wasser werden in knapp 6 Minuten aufgekocht.
Abschaltautomatik nach kurzer Sprudelphase, einwandfrei im Trockenlauf.
Einwandkanne: Wird heiß, Griffbereich und Deckel einwandfrei isoliert.
Füllstandsanzeige unter dem Griff.
Betriebsleuchte vorhanden.
Vergleichsweise laut.
Vorweggenommenes Fazit:
Nach etwa 3 Stunden ausgiebigster Spie.. ähem: Testerei: Der Wasserkocher macht was er soll, was er macht macht er gut und er sieht hübsch aus. Klare Kaufempfehlung!
Zu den Eigenschaften:
Typischerweise bringen neue Geräte ihren eigenen Fertigungsgeruch mit.
Dieser Kocher bietet hier keine Ausnahme. Angenehm überraschend: nach viermaligem Auskochen mit klarem Wasser produzierte er weder Fertigungs- noch Neuelektrikgerüche.
Das hatte man schon schlechter.
Die Kanne gibt die Wassertemperatur eins:eins an unachtsame Hände weiter.
Allerdings nur im Edelstahlbereich, der Deckel sowie der (für die Handhabung vorgesehene) Griff erlauben ein einwandfreies, temperaturneutrales Handling. Durch die Größe und Ausformung kann die Kanne am Griff auch von zierlicheren Hände mit weniger starken Handgelenken einwandfrei genutzt werden. (Danke für die Geduld, Schatz :) )
Gute Deckelarretierung, dafür wackelige Befestigung:
Stimmt, wenn der Deckel offen ist, hat er ein bemerkenswertes Seitenspiel in der Bewegungsachse. Solange der Deckel verschlossen ist, hält er sehr gut zu. Selbst bei Überkopfmanöver mit kochendem Wasser springt er nicht auf und lässt nur am Rand Wasser durch.
Bei normaler Nutzung entweicht der Dampf durch die Tülle.
Ist der Deckel komplett geöffnet, erledigt sich dieses Seitenspiel und der Deckel bleibt auch an dieser Position - solange die Kanne gerade oder mit leichtem Rückwärtsneigung gehalten wird.
Kalkfiltersiebdingsi. Anders kann man es nicht nennen, denn die Anbauposition und die verwendeten Plastiknäßchen in Verbindung mit der Edelstahlkanne dürfte eine so kurze wie nervige Lebenserwartung haben.
Wer hartes Wasser hat, wird den Sieb recht oft auswaschen wollen. Durch den gebördelten oberen Kannenrand kann die Kanne mit eingebautem Kalkfilter nicht restlos entleert werden... es bleibt beim Ausspülen also immer etwas zurück.
Basisstation:
Als erstes kurz der Hinweis: Mehr Kabel gibts durch Abrollen! Ich persönlich halte 70 cm für Ausreichend. (gemessen von Steckermitte bis Basisrand).
Tatsächlich wackelt die Basisstation etwas, auch mit aufgesetzter und befüllter Kanne. Sie steht auf drei, statt der üblichen vier Gummifüßchen.
Dazu kommt, dass die Kanne auf der Station selbst etwas Spiel aufweist. Sie bewegt sich in der Sprudelphase sichtbar.
Versuchshalber habe ich der kochenden Kanne aus verschiedenen Richtungen in unterschiedlicher Intensität Stumper verabreicht.
In aller Kürze: Bei dem notwendigen Kraftaufwand, diese labil wirkende Geschichte tatsächlich umzuwerfen, fallen auch mein Toaster, meine Kaffeemaschine und der bisherige Wasserkocher um. Und mein Kater zeigte genug Widerstand und Krallen, dass ich es bei einem Versuch belassen habe.
Mit knapp 6 Minuten benötigter Kochzeit für 1,7l Wasser liegt das Gerät im brauchbaren Mittelfeld. Durch die Einwandkanne ist das Arbeitsgeräusch recht laut, für den Einsatz im Büro sollte man sich das überlegen.
Die Tülle ist eine echt angenehme Überraschung. Von einem Schnapsglas bis zur Schnellentleerung alles tadellos.
Bauartbedingt kann bei zu großer Neigung das Wasser über den Kalkfilter laufen - aber das ist wohl kaum ein Kritikpunkt.