...das alles bietet "Rupien! Rupien!".
Ein armer, indischer Kellner, aufgewachsen unter wechselnden, fast immer schwierigen Umständen und fast ohne Schulbildung, gewinnt im indischen Pendant zu "Wer wird Millionär". Das Resultat ist für ihn zunächst Festnahme und Folter durch die Polizei, da keiner glauben will, dass dieser "ungebildete" Mensch so viele schwierige Fragen richtig beantworten kann.
Überraschend taucht eine Anwältin auf, die ihn mit nach Hause nimmt und ihm helfen will. Zusammen sehen sie sich etappenweise eine Aufzeichnung der Quizshow an und der Kellner, Ram Mohammad Thomas erzählt, welche Begebenheit in seinem wechselvollen Leben dazu geführt hat, dass er genau diese Frage richtig beantworten kann.
Die Reihenfolge der Erzählungen ist also bestimmt durch die Reihenfolge der Fragen in der Quizshow und die stimmt nicht überein mit der Chronologie seines Lebens. Sonst wäre es meiner Meinung nach auch langweilig. Teilweise muss der Leser schon ein bisschen nachdenken, wie die jeweilige Geschichte (bzw Erzählung eines Lebensabschnitts) in den Fluss der vorherigen Geschichten passt, aber anders als andere Rezensenten fand ich das nicht schwierig.
Die ganze Geschichte ist ein bisschen märchenhaft und irgendwie auch typisch indisch: halt ein bisschen verkitscht, aber sehr charmant und amüsant.
Ich habe selber eine Indienreise gemacht und bei manchen Beschreibungen, z.B. der Bahnhöfe und der Reisen in den Zügen habe ich meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen wiedergefunden.
Bei allem Witz, Spannung, Traurigkeit und Freude in diesem Buch ist also auch viel von Indien zu erfahren oder zu erspüren.
Bittersüß und faszinierend wie das Land, so habe ich auch das Buch empfunden.