Durch das außergewöhnliche Vorgängeralbum "13" und dem Nr.-1-Hit "Männer sind Schweine" waren die Ärzte endgültig jedem in der Bundesrepublik ein Begriff. Somit musste ein Nachfolger her und genau diesen haben wir hier. Er hört auf den wundersamen Namen "Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!" und steckt in einer ebenso wundersamen Plüschtasche. Die Ärzte haben damit schonmal wieder im Vorfeld Aufsehen erregt.
Das Album selbst ist noch ein Schritt weiter vom Punk der Mitte der 90er entfernt. Die Vorabsingle "Wie es geht" war noch ein Radiohit zum Mitschunkeln und -singen, doch auf der Platte geht es weit bunter und teilweise auch skandalträchtiger zu. So tummeln sich dort Death-Metal-Einflüsse ("Mondo Bondage") und Ska-Tracks ("Alles so einfach") neben 30-Sekunden-Schnellschüssen ("Yoko Ono") und abischtlich billig klingenden Beats ("Rock'n'Roll Übermensch").
Stellenweise lässt das Album doch etwas Ernsthaftigkeit vermissen, das hatte der Vorgänger "13" besser hinbekommen, aber die "Spendierhosen" ist sicher mal wieder auf einem Niveau, dass die meisten deutschen Bands nur schwer von unten erblicken können.
Highlights: Wie es geht; Mondo Bondage; Manchmal haben Frauen...; Yoko Ono