Diese Rezension basiert auf der englischen Version von "Rune Factory 2 - A Fantasy Harvest Moon".
Bisher habe ich für die Harvest Moon Reihe nicht allzu viel übrig gehabt, doch dieses Spiel hat auch mich zu einem Fan gemacht. Überwiegend dadurch, dass hier das altbekannte Farmleben durch Monsterkämpfe, Dungeons und die Möglichkeit ergänzt wird, auch noch in zweiter Generation das Spiel fortsetzen zu können.
Bei "Rune Factory 2" schlüpft man in die Rolle von Kyle, einem jungen Mann, der sich ohne Erinnerungen, wer er ist oder wo er herkommt, im Dorf Alvarna wiederfindet, wo er auf Mana trifft, die Tochter von Douglas, dem Eigentümer des Gemischtwarenladens der Stadt. Sie stellt ihm eine Farm zur Verfügung, die man ab sofort bewirtschaften muss.
Zuerst einmal die Grafik: Diese ist wirklich toll. Im Gegensatz zum ersten Harvest Moon Spiel für den DS ein echter Hingucker. Alle Figuren sind sehr schön in 3D gehalten, die Umgebung recht bunt und auch die Monster machen viel her (die Woolys und Pomme Pommes sind wirklich süß). Auch das Intro im Anime-Style ist hübsch gemacht, obwohl der Song etwas nervt.
Sound: Nichts Weltbewegendes. Jeder Dungeon hat seine eigene Melodie, wobei manche sehr gut passen, andere aber auf die Dauer etwas nervig werden können. Aber wirklich störend werden sie nie. Einige Sätze der Dorfbewohner wurden mit (englischen) Synchronstimmen unterlegt, die auch gut klingen.
Die Weltkarte: Anfangs ist diese besonders in den Dungeons noch etwas begrenzt, da viele Teile erst in der zweiten Spielgeneration begehbar sein werden. Die Dungeons sind aber abwechslungsreich. Insgesamt existieren vier Stück: Die Insel Blessia Island , das Schneegebirge Padova Mountains, der Wald Trieste Forest und die Landschaft Messhina Valley. Jede Gegend ist einer Jahreszeit zugeordnet und man findet dort verschiedene Monster, unterschiedliche Mineralien und auch kleinere Felder zum Bepflanzen. Die Stadt ist nun auch nicht sonderlich riesig, aber das stört im Spiel kaum. Häuser gibt es genug, einen Park, einen Hafen und ein schickes Badehaus, wo man sich nach einem langen Tag erholen kann.
Mir persönlich gefällt die Landschaft sehr gut.
Die Bewohner: Hier wurden wieder grundverschiedene Typen zusammengewürfelt und jeder dürfte unter ihnen schnell Freunde finden. Ob den Gourmet Herman, die schüchterne Dorothy oder den Einzelgänger Barrett: Die Figuren wurden liebevoll animiert und jeder hat so seinen ganz eigenen Standpunkt, was eure Spielfigur angeht. Freundschaft zu ihnen kann man insbesondere dadurch schließen, dass man immer wieder kleine Aufgaben für sie erfüllt, sei es nun ein Item von einem Monster zu besorgen, etwas Verlorenes wieder zu beschaffen oder auch ganz einfach ein selbstgekochtes Gericht zu probieren. Diese kleinen Nebenquests lockern das Spiel spürbar auf und sorgen für eine Menge Abwechslung.
Die Heiratskandidatinnen: Zur Auswahl stehen sieben Mädchen: Die schüchterne Dorothy, die Händlerin Yue, die Wahrsagerin Alicia, eure Anfangsbekanntschaft Mana, die Elfin Cecilia, die reiche Dame Rosalind sowie die Betreiberin des Badehauses Julia. Da fällt die Wahl wirklich nicht leicht. Besonders schwer hat man es, das Herz von Dorothy zu gewinnen, welche nur stottert, mit ihrer Puppe spricht und sich ganz einfach weigert, Kyle in die Augen zu sehen.
Monster: Hier gibt es nicht sonderlich viele verschiedene Arten (anfangs nur etwa 17), aber dafür ist es nicht nur möglich, gegen diese zu kämpfen, sondern auch, sie zu zähmen und dazu zu bringen, Teil der Farmwirtschaft zu werden. Manche geben Milch, andere Eier, Honig oder Wolle. Andere wiederrum helfen sogar auf der Farm bei der Ernte mit. Ich finde das eine tolle Idee und eine wirklich ausgefallene Abwechslung zu den üblichen Kühen, Hühnern und Schafen. Wenn man sich ganz besonders gut um die Tiere kümmert, steigt auch die Qualität ihrer Produkte, die man dann zu einem besseren Preis verkaufen kann.
Das Kämpfen: Ausrüsten kann man sich mit verschiedenen Waffen, die man im Laufe der Zeit auch noch selbst verbessern und veredeln kann. Sogar Magie steht zur Verfügung. Durch kontinuierliches Kämpfen kann man sein Level erhöhen und so seine HP (Health Points) und RP (Rune Points) sowie weitere Statuswerte stetig erweitern. Es ist vor allem eine schöne Abwechslung zum normalen Farmleben und macht einen wesentlichen Teil des Spiels aus.
Weitere Features: Natürlich bietet "Rune Factory 2" als Vertreter der Harvest Moon Reihe auch jede Menge weitere Spielmöglichkeiten. Man muss verschiedene Getreide-, Gemüse- und Blumensorten anpflanzen und pflegen, sich um das Wohl der Tiere kümmern, man kann Fischen gehen, in Höhlen nach Metallen und wertvollen Edelsteinen suchen, Magie erlernen, an verschiedenen Festlichkeiten teilnehmen, Geburtstagsgeschenke für die Bewohner besorgen, Kochen, eigene Medikamente herstellen, das Haus ausbauen und natürlich eine Menge Geld verdienen. Dieses Spiel hält eine riesige Vielfalt bereit, die mich wirklich beeindruckt hat.
Wie bereits erwähnt kann man dann in zweiter Generation als Kyles Kind weiterspielen, wobei erst dann weitere Teile der Weltkarte erkundet werden können und neue Features dazukommen. Es gibt dann sogar eine Schule.
Fazit: Für mich ist "Rune Factory 2" eine absolute Kaufempfehlung, da es einerseits ein klassisches Harvest Moon ist und andererseits auch tolle Neuerungen bereithält, die der mittlerweile schon allzu bekannten Idee der Farmsimulation wieder neuen Schwung geben, so wie schon im Vorgänger "Rune Factory". Ich hoffe, dass es dieses Spiel auch bald in Europa zu kaufen geben wird.