Dieses Buch wurde uns von einem befreundeten Ehepaar geliehen, das mit uns im Oktober die Annapurna-Umrundung gehen möchte. Ich habe es an einem Tag durchgelesen und zwar nicht, weil es so großartig ist, sondern weil ich sehen wollte, wie viel Arroganz, Schadenfreude und Dreistigkeit auf ca. 190 Seiten niedergeschrieben werden können!! Es ist unfassbar.
Das Ehepaar Voigt scheint das einzige gut vorbereitete Trekkerpaar überhaupt zu sein, denn über jeden, den sie treffen, wird zynisch oder mit negativen Bemerkungen hergezogen. Es spielt dabei offenbar keine Rolle, ob sich ein Pärchen eine Tasse Tee teilen muß, ob die Personen unter der Höhenkrankheit leiden oder ob ihnen die Figur zu dick erscheint.
Die Autorin schreibt ohne Scham, dass sie Lodgebetreiber betrügen, Spendenboxen ignorieren, den Kindern, die ihnen behilflich waren, ein Lächeln als Belohnung reichen muß und als Krönung liest man, dass es ihrem Mann für einen Toilettengang zu kalt war und er seine Blase vom ersten Stock aus entleert. Man kann es einfach nicht glauben!
Das Buch trieft von Selbstmitleid und Selbstlob, es ist kaum zu ertragen. Wenn das Sprichwort "Selbstlob stinkt" auf irgendetwas zutrifft, dann ist es dieses Buch. Es stinkt zum Himmel, so dass man die Gerüche Kathmandus im Gegensatz dazu als wohlriechenden Duft bezeichnen könnte. ( Wir selbst haben Nepalerfahrung und können es beurteilen )
Dass Katja aus Erfurt schreibt, Frau Voigt zeige so viel Verständnis für die fremde Kultur, kann ich nicht verstehen. Ihr sind doch die wenigen Tempel, die sie besucht hat, schon zuviel. Weder erwähnt sie Bodnath, Pashupatinath, noch Bhaktapur. Soviel zum Thema Verständnis für eine fremde Kultur. Mehrere Male schreibt sie auch stolz, dass sie Personen gegen ihren Willen mit Hilfe ihres Teleobjektivs fotografiert hat. Soviel zum Thema Achtung vor den Bewohnern ihres Gastgeberlandes!!
Noch auf der letzten Seite des Buches wird die Aussicht auf Kathmandu wie folgt beschrieben: "Der Schmutz und der Abschaum der Stadt bleiben unten verborgen" oder "Heute ertragen wir die Widerlichkeiten dieser Stadt..." Solche Touristen sollten eigentlich lieber zu Hause bleiben.
Frau Voigt ( alias Nepal-Holiday ) gibt sich sogar selbst für ihr Buch in ihrer Rezension 5 Sterne!! Das nenne ich Selbstbewusstsein.
Es gibt bessere Bücher!!