"Magnum"-Star Tom Selleck gibt hier wieder einmal den unvermeidlich symphathischen Hüter von Gesetz und Ordnung, wenn auch nicht im Hawaiihemd, sondern in der Uniform eines Polizisten in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der sich Roboter in (fast) allen Bereichen des menschlichen Lebens zu unentbehrlichen dienstbaren Geistern entwickelt haben. Manchmal jedoch geht etwas schief und ruft Sergeant Jack Ramsey auf den Plan.
Ramsey, Witwer, alleinerziehender Vater eines putzigen Sohnemanns und mit dem Trauma der Höhenangst geschlagen, ist spezialisiert auf die Bekämpfung außer Kontrolle geratener Maschinen. Meistens sind seine Jobs harmlos und relativ ungefährlich, und ein Amok laufender Agrarroboter stellt für ihn kaum eine größere Herausforderung dar.
Die Situation ändert sich, als Ramsey es mit dem genialen Dr. Luther zu tun bekommt. Luther, etwas eindimensional, aber teuflisch gut gespielt von "Kiss"-Sänger Gene Simmons, verwandelt friedliche Haushaltsroboter mittels spezieller Chips in blutrünstige Killermaschinen und hat auch sonst jede Menge sadistischer High-Tech-Spielzeuge auf Lager, unter anderem intelligente Mikro-Granaten, die ihren Opfern auch um Ecken folgen, sowie sechsbeinige mechanische Attentäter, die "Spinnen des Todes", wie sie im Titel genannt werden (das Spinnen in Wirklichkeit über acht Beine verfügen und im Originaltitel nicht auftauchen, darf dabei nicht weiter stören).
Gemeinsam mit seiner neuen Partnerin Karen (zum Zahnschmerzenkriegen süss: Cynthia Rhodes) und mit Hilfe von Luthers Freundin Jackie (Kirstie Alley, noch rank und schlank) will Ramsey dem Übeltäter das Handwerk legen. Es kommt, wie es kommen muss: zu einem Showdown in arg luftiger Höhe...
Weder die Handlung noch die Charaktere des Films bieten echte Überraschungen. Der Held verkörpert das Beste, was der Mensch zu bieten hat (auch wenn er ein paarmal das böse "S..."-Wort benutzt), seine Freundin ist so niedlich, dass sie sofort sämtliche Beschützerinstinkte weckt, der Chief nölt unentwegt rum und macht seine Leute rund, die Gespielin des Gangsters entpuppt sich als zickiges Biest vom Dienst, der Sohn ist derart wohlerzogen, dass er sogar einer Super-Nanny noch was beibringen könnte, und dem Bösewicht sieht man den fiesen Charakter schon auf fünf Meilen an (in Wirklichkeit ist Gene Simmons ein echt netter Kerl). Auch der Versuch, vor einer Über-Technisierung unserer Welt zu warnen, bleibt zugunsten der Suspense und Action weitestgehend auf der Strecke. Dafür agieren die Darsteller routiniert und gut gelaunt, und der Streifen ist durchaus spannend, wenn auch auf etwas altmodische Art.
Drehbuchautor Michael Crichton ist bekannt dafür, glaubwürdige düstere Zukunftsvisionen zu entwerfen. Als Schriftsteller wurde er damit zum Bestseller-Autor, und hin und wieder zieht es ihn sogar, wie in diesem Fall, auf den Regiestuhl. Mit den Meistern dieser Zunft kann er es natürlich nicht aufnehmen, doch sein Handwerk beherrscht er allemal. So gesehen ist "Runaway" aus dem Jahr 1984 kein Meilenstein des Science-fiction-Genres, bietet jedoch solide Unterhaltung, nicht zuletzt dank des genialen elektronischen Soundtracks aus der Feder von Jerry Goldsmith.