Gleich vorweg: Simon Pegg ist für mich momentan das Nonplusultra der britischen Comedians. Der Mann ist witzig, hat grandiose Einfälle und versteht es, uns brillant zu unterhalten. Mit Run Fatboy Run schafft er genau das. Beim Regiedebut von David Schwimmer lassen Pegg und Co. es richtig krachen, da bleibt kein Auge trocken und ein Running Gag jagt im wahrsten Sinne des Wortes den nächsten. Dabei ist es eine Freude zu beobachten, wie Pegg es schafft, nicht ins Alberne oder Niveaulose abzudriften, sondern stets galant die Kurve in Richtung intelligenter Spaß oder Schwarzer Humor findet.
Dennis(Simon Pegg) hat etwas unverzeihliches getan. Er hat seine schwangere Freundin Libby(Thandie Newton) am Tag der Hochzeit versetzt. Das ist fünf Jahre her. Dennis darf seinen Sohn Jake besuchen und möchte eigentlich auch wieder mit Libby zusammen sein, aber die lässt ihn abblitzen. Dennis versteht das zwar nicht(...es ist doch schon so lange her...) muss sich aber fügen. Als er dann aber mitbekommt, dass Libby einen neuen Freund hat, den aalglatten, perfekten Whit(Hank Azaria) ist es mit Dennis Geduld vorbei. Whit ist Mr. Perfect und dazu noch Marathonläufer. Er will demnächst an einem Wohltätigkeitsmarathon teilnehmen. Wie sagt Dennis so schön zu Libby: Okay, er ist reich, intelligent, witzig und sieht gut aus, aber was findest Du an dem? Es kommt, wie es kommen muss, Dennis will ebenfalls an den Marathonstart gehen. Dazu braucht er aber erst einmal ein bisschen Training, ein Teilnehmerticket und ein paar gute Freunde. Diese Rollen werden von seinem Vermieter Mr.G. und seinem Cousin übernommen. Der setzt nebenbei gleich ein paar Tausend Pfund bei seinen Wettkumpels darauf, dass Dennis im Ziel ankommt. Bis zum Start sind noch drei Wochen Zeit. Dennis nutzt sie geschickt, um alles falsch zu machen, was man nur falsch machen kann. Als dann der Startschuss fällt, kann das Unternehmen eigentlich nur in die Hose gehen. Wäre da nicht...
Wie Simon Pegg uns den Marathonlauf mit allem was dazugehört nahe bringt, dass ist so schreiend komisch, dass man sich kaum auf dem Sessel halten kann. Regiseur Schwimmer schenkt uns ein paar wunderbare Anspielungen auf andere Filme, lässt uns die "Wand" beim Marathonlauf mal wirklich sehen und setzt eine Metapher auf den Zielstrich, bei der Simon Pegg nichts anderes übrig bleibt, als eine Bestzeit zu laufen. Wahnsinnig unterhaltender Spaß von der Insel. Viel mehr kann man als Zuschauer nicht erwarten. Ich hoffe auf Nachschlag. Ach ja, auf keinen Fall dürfen sie die entfallenen und verpatzten Szenen verpassen. Die gibt es als Zugabe auf der DVD und sie sind einfach grandios.