Wie die anderen Hap & Leonard-Romane, könnte man auch 'Rumble Tumble' einem wilden, ungebändigten Fluss gleichsetzen, der den Leser mit einer geballten Ladung Action, Gewalt und bissigem Humor über etwas mehr als 200 Seiten mit sich reisst. Dabei ist die Handlung alles andere als ungewöhnlich: Die Tochter von Haps Freundin Brett arbeitet als Prostituierte, gerät in die falschen Kreise und will schliesslich aussteigen. Nur gestaltet sich die Realisierung dieses durchaus verständlichen Wunsches als enorm gefährlich und letztendlich nur mit nackter Waffengewalt durchführbar. So simpel und geradlienig die Geschichte auch ist, stört dieser Fakt nicht weiter, denn Lansdale versucht gar nicht erst künstlich, seinen Roman zu einem 400 Seiten Wälzer aufzublasen. Er schreibt genau so viel, wie die Geschichte hergibt, zudem immer wortgewandt und mit einer herrlichen Stilsicherheit, die über die Jahre immer präziser geworden ist - hier darf man wohl getrost auch dem Übersetzer ein 'Dankeschön' entrichten, der ganze Arbeit geleistet hat. Die negative Seite einer solchen schlichten Story ist die Vorhersehbarkeit bezüglich des Endes der Geschichte. Hier gibt es keine Überraschungen, was einerseits konsequent ist, anderseits aber eben auch einen etwas faden Nachgeschmack hinterlässt. Das schlichte Cover sollte man vorsichtig als 'Geschmackssache' bezeichnen - ein schwarzes Kreuz auf einem violetten Hintergrund, und auf dem Kreuz zwei stilisierte schwarze Geier. Das ist dann doch etwas trist, anderseits widerspiegelt es die Tristesse und Ödheit des texanischen, bzw. mexikanischen Landes sehr gut, und da spielt nun einmal ein Grossteil der Handlung. Letzten Endes ist das Buch ein MUSS für Lansdale-Fans, und Lesern, die sich noch nichts von ihm zu Gemüte geführt haben, bietet sich mit 'Rumble Tumble' ein einsteigerfreundliches Werk.