Aus der Amazon.de-Redaktion
1959 ist ein Jahr des Aufbruchs: auch für den Journalisten Paul Kemp, der sich im Winter von New York aus auf den Weg macht, um im sonnigen San Juan, einem touristisch schon leidlich erschlossenen Ort in Puerto Rico, bei der
San Juan Daily News sein Glück zu versuchen. Die Hippie-Ära ist noch nicht geboren, Vietnam hat noch nicht alle Facetten des amerikanischen Traums zerplatzen lassen, Alkohol und leicht bekleidete Schönheiten (auch die verbotenen, von Freunden) gibt es in Hülle und Fülle. Und dennoch ist die schwüle Luft nicht nur erfüllt von unbändiger Lebensgier, sondern auch geschwängert von einer Vorahnung dessen, was in den nächsten Jahren an revolutionären Veränderungen kommen wird ...
Vierzig Jahre, bis 1998, hat The Rum Diary des amerikanischen Kult-Autors Hunter S. Thompson (Angst und Schrecken in Las Vegas, Hells Angels), auf eine Veröffentlichung in den USA warten müssen. So lange galt der Roman als verschollen. Nun ist er auch auf Deutsch erschienen; und nun zeigt sich auch für Leser hierzulande, wie unglaublich aktuell er doch geblieben ist. Fast scheint es, als habe sich die Welt in einen Dornröschenschlaf begeben, um auf The Rum Diary zu warten, und sei erst jetzt wieder so richtig aufgewacht, um diesem grandiosen Buch im Nachhinein Recht zu geben. Eine blendende, lakonisch erzählte Fabel über den Verlust der Unschuld Amerikas, übers Erwachsenwerden, den Einbruch von Korruption und Gewalt in die Idylle und das Verschwinden paradiesischer Illusionen. --Isa Gerck
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
"Depps Schilderung seiner ersten Begegnung mit dem Erfinder des radikal subjektiven Gonzo- Journalismus zeigt, wie genau der Schauspieler nicht nur den Menschen Hunter S. Thompson, sondern auch dessen Texte studiert haben muss. Der Gonzo-Sound ist verblüffend gut getroffen." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Kemp ist ein empfindsamer und zugleich abgebrühter Held, dessen sonore Stimme ein facettenreiches Panorama entwirft, bevölkert von heruntergekommenen Journalisten, windigen Spekulanten und Glücksrittern aller Art.[...] Im Nachwort zu 'The Rum Diary' zeichnet Johnny Depp, von Thompson Zeit seines Lebens nur Colonel genannt, ein so schillerndes, wie liebevolles Miniaturportrait des wilden Schriftstellers." Ariadne von Schirach, WELT KOMPAKT
Thomas Hüetlin, Der Spiegel, November 2004
»The Rum Diary ist das Sittenbild einer scheinbar verlorenen Generation junger amerikanischer Drifter. Ein durchaus fabelhafter Roman.«
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Klaus Bittermann, Junge Welt, Literatur, 1.12.2004
» THE RUM DIARY ist so packend und mitreißend wie ein Gebirgsfluß nach der Schneeschmelze ... Das Leben, das aus diesem Buch herausschwappt, läßt einen nicht kalt. Es ist das Leben von flüchtigen, umherirrenden, trunksüchtigen Gestalten, die ihre Jugend verloren haben, sich aber noch nicht damit abfinden können. Gestalten, die in der Literatur nur selten eine Rolle spielen. Hunter S. Thompson hat ihnen ein Gesicht gegeben.«
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2005
In der Schilderung dieser an Hemingway erinnernden Daseinsform gelingt es Thompson immer wieder, das Verstreichen der scheinbar stillstehenden Zeit in grandiosen Bildern zu bannen. Wenn nach einer auf der Polizeiwache verbrachten Nacht das "kühle pinkfarbene Glühen am östlichen Himmelsrand" den Morgen ankündigt, wenn San Juan am Ende eines schwülen Tages dem "Gott des Mülls" huldigt, wenn sich in der Schlußpassage des von Wolfgang Farkas glänzend übersetzten Romans "das leise tödliche Ticken von tausend hungrigen Uhren" aus den nächtlichen Klängen herausschält - dann wird spürbar, daß die Vergänglichkeit das geheime Leitmotiv dieses um eine Tageszeitung kreisenden Tagebuchs ist.
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Kurzbeschreibung
Vom Autor von "Fear and Loathing in Las Vegas" New York, 1959. Paul Kemp, dreißig, fliegt in einer Winternacht nach San Juan und tritt dort eine Stelle als Reporter an. In jener Zeit vor Castro und Kennedy, vor Vietnam und Flower Power ist Puerto Rico ein tropisches Paradies, das gerade von amerikanischen Investoren entdeckt wird. Bald wird Kemps neues Leben in der Karibik zu einer wilden Reise an die Grenzen der eigenen Möglichkeiten, zwischen Sonne, Rum, nackten Mädchen und der Ahnung vom drohenden Untergang. Der lange verloren geglaubte erste Roman von Hunter S. Thompson wurde in den USA ein Bestseller. Jetzt liegt die höchst aktuelle Geschichte vom Ende der Unschuld Amerikas, die auch vom Ende einer Jugend erzählt, zum ersten Mal auf deutsch vor. "Berauschend! Eines der Bücher, die man nicht wieder aus der Hand legt." Rheinischer Merkur "Mit jeder Zeile verströmt dieses erstaunlich reife Frühwerk Sonne, Sex und Salsa." News "Ein fabelhafter Roman." Der Spiegel
Klappentext
»Berauschend! Eines der Bücher, die man nicht wieder aus der Hand legt.« Rheinischer Merkur
»Mit jeder Zeile verströmt dieses erstaunlich reife Frühwerk Sonne, Sex und Salsa.« News
»Ein fabelhafter Roman.« Der Spiegel
Über den Autor
Hunter S. Thompson, geboren 1937 in Louisville, Kentucky, lebt heute als Schriftsteller und Reporter zurückgezogen in Aspen, Colorado. Er entwickelte die literarische Form des sogenannten Gonzo-Journalismus, in dem reale Erlebnisse des Autors und fiktive Geschehnisse verbunden werden. In Deutschland ist er durch sein Buch "Angst und Schrecken in Las Vegas"bekannt geworden, das mit Jonny Depp verfilmt wurde.