Aus der Amazon.de-Redaktion
Meistens läuft es im Pop ja so wie in Einkaufsstrassen und Ausgehmeilen. Kaum hat jemand eine klasse Idee oder kreatives Konzept, da kommen schon die Nachahmer, deren Nachahmer und so weiter. Es sei denn, jemand hat sich etwas derart Besonderes und Schlaues ausgedacht, dass schon der Versuch des Plagiats zum Scheitern verurteilt ist. Erlend Oye, Teil der norwegischen Kings Of Convenience, gelang mit dem Projekt The Whitest Boy Alive so ein Geniestreich, ein grandioser Zug, auf den niemand aufzuspringen traute. Großartig Gründe am Sound der Band etwas zu verändern gab es nicht, also reißt Oye auch nicht das Ruder herum, um eine andere Richtung einzuschlagen. Er dreht auf dem makellosen Zweitwerk Rules mit feinem Gespür an der Justierschraube und drückt das Gaspedal etwas weiter durch, um die Konserve den Konzerten anzugleichen. So gelingt den Whitest Boy Alive ein durch und durch überzeugender Nachfolger des so erfolgreichen Debüts Dreams. Das Fundament der lässigen Gitarren-Pop-Songs steht unverrückbar, und es trägt die Verstärkung der Disco-Grooves, Funkyness und Housebeats problemlos. Rules ist permanent in Bewegung, treibt einem das Blut in die Tanzbeine. Ob’s vielleicht daran liegt, dass die Stücke diesmal im sonnigen Mexiko und nicht in Berlin entstanden? - Sven Niechziol
motor.de
Für den einen sind The Whitest Boy Alive die langweiligste Band der Welt, für alle anderen machen Erlend Øye und seine Kollegen eben jene erst erträglich. Deutlich elektronischer als ihr Debütalbum "Dreams", leistet auch der Nachfolger "Rules" seinen Wohlfühl-Beitrag und entfaltet, trotz teilweise sehr melancholischer Lyrics, eine unglaubliche Lässigkeit.
So zaubert der Song "Intentions" ein Schmunzeln ins Gesicht, wenn Øye das laut ausspricht, was sich niemand so richtig traut: "But its better to say nothing than say something wrong, when you only want someone when that someone is gone". An dieser Stelle nickt der Kopf besonders bestätigend und die funkigen Keys scheinen einen in der Erkenntnis zu bestärken.
Aber was soll's, "No love can be guaranteed [...] it's the risk we must always take", singt Øye in "Courage" weiter. Das macht nicht nur Mut, es versetzt einen in diesen so schön sorgenfreien Zustand, in dem man die Dinge einfach auf sich zukommen lässt. Und tanzt. Wie in Trance, am besten bis zum Morgengrauen, mit über dem Kopf schwebenden Händen, als ob man die sorgenregenden Wolken verbannen wollte.
"Don't turn aroung, keep going", heißt es dann in "Dead End". Kein Ausweg? Egal. Man stellt einen Fuß vor den anderen, mal schneller, dann wieder bedächtiger, aber immer in Bewegung.
The Whitest Boy Alive haben mit "Rules" den labilen Gemütszustand ihrer Generation eingefangen, um aus dem beklemmenden Gefühl der Ausweglosigkeit eine berauschende Party zu machen.
So zaubert der Song "Intentions" ein Schmunzeln ins Gesicht, wenn Øye das laut ausspricht, was sich niemand so richtig traut: "But its better to say nothing than say something wrong, when you only want someone when that someone is gone". An dieser Stelle nickt der Kopf besonders bestätigend und die funkigen Keys scheinen einen in der Erkenntnis zu bestärken.
Aber was soll's, "No love can be guaranteed [...] it's the risk we must always take", singt Øye in "Courage" weiter. Das macht nicht nur Mut, es versetzt einen in diesen so schön sorgenfreien Zustand, in dem man die Dinge einfach auf sich zukommen lässt. Und tanzt. Wie in Trance, am besten bis zum Morgengrauen, mit über dem Kopf schwebenden Händen, als ob man die sorgenregenden Wolken verbannen wollte.
"Don't turn aroung, keep going", heißt es dann in "Dead End". Kein Ausweg? Egal. Man stellt einen Fuß vor den anderen, mal schneller, dann wieder bedächtiger, aber immer in Bewegung.
The Whitest Boy Alive haben mit "Rules" den labilen Gemütszustand ihrer Generation eingefangen, um aus dem beklemmenden Gefühl der Ausweglosigkeit eine berauschende Party zu machen.
Kurzbeschreibung
The Whitest Boy Alive folgen ihren eigenen Regeln: Zugelassen sind vier Jungs in einem Raum. Nicht zulässig sind Overdubs und Effekte. Die Musik muss live in One-Takes aufgenommen werden. Nichts darf hinzugefügt werden, was von der Band aus Berlin mit Erlend Oye als Sänger und Gitarrist nicht auch live gespielt werden kann. Und das macht man denn so lange, wie es eben dauert. Dieses Mal machten sie es in einem Studio namens "Glass Cube" in Mexiko, das sie in einem Haus am Strand selbst gebaut haben. Die Aufnahmen führten zu 300 verschiedenen Takes von elf verschiedenen Songs, die nun zu dem zusammengeschmolzen wurden, was die Band "Rules" nennt. Während der Vorgänger - das Debüt "Dreams" - aus dem Studio auf die Bühne gebracht werden musste, funktioniert "Rules" umgekehrt. Die Band nahm Ideen auf, die sie während ihrer weltweiten Tour mit 120 Gigs nach dem Release von "Dreams" bei Soundchecks und in Live-Jams gesammelt hat. Da ihr Hauptziel bei Live-Gigs darin besteht, das Publikum in Bewegung zu versetzen, bilden Erlends tiefgehenden und intelligenten Texte nun die Grundlage eines noch tanzbareren Sounds auf "Rules". Außerdem wurde das Sound-Spektrum durch das Rhodes- und Crumar-Spiel von Daniel Nentwig ergänzt, der nun reguläres The Whitest Boy Alive-Mitglied und auf jedem Song zu hören ist. Einer der Gründe des Erfolgs von The Whitest Boy Alive ist die Tatsache, dass das Publikum die Musik selbst entdecken konnte, ohne sie durch die Medien und Marketingkampagnen aufgedrängt zu bekommen. Die Musik ist authentisch und entspannt ihre Zuhörer, was bei Leuten wie dem Skateboarder Jereme Rogers, der deutschen Schauspielerin und Regisseurin Nicolette Krebitz sowie bei ABC Networks (Grey Zs Anatomy) dazu führte, den Sound der Band zur Unterstützung ihrer audiovisuellen Projekte zu nutzen. Ferner zählen The Whitest Boy Alive zu den ganz wenigen deutschen Bands, die je in der BBC Culure Show live im Fernsehen spielten. Vor allen Dingen aber führte der Indie-Pop- / Disco-Sound der Band zu großem Enthusiasmus in der ständig wachsenden weltweiten Fanbase. Was nun passiert, kann niemand vorhersagen. Eins ist jedoch klar: Die Bühne für mindestens weiter 100 großartige Liveshows steht. Bereitet Euch darauf vor, es zu genießen.
kulturnews.de
Seit fast fünf Jahren wartet die Indieszene nun schon auf das dritte Album der Kings Of Convenience. Doch Erlend ¯ye hat geschickt daovn abgelenkt, indem er im Herbst 2006 das deutsch-norwegische Bandprojekt The Whitest Boy Alive startete. Als konventionell besetzte Band spielten sie Soul, Disco und House, und bis heute sind die Tanzflächen der Indieclubs bei keinem anderen Song so gut gefüllt wie bei "Burning", der Übersingle vom Debüt "Dreams". Bis heute - denn jetzt erscheint das Nachfolgealbum. Noch immer steht die Regel, dass Computer als Hilfsmittel nicht zugelassen sind. Doch weil sie sich diesmal stärker am Sound ihrer Liveauftritte orientieren, weist "Rules" noch entschiedener in Richtung Tanzfläche: Bass und Schlagzeug geben den Discobeat vor, während sich Synthies, Gitarrenfragmente und ¯yes schermütiger Gesang beim minimalistischen Tanz einen Platz in der zweiten Reihe suchen. Sollte bei Hits wie "Courage" trotzdem noch jemand in den Ecken der Clubs versauern: Das neue Kings-Of-Convenience-Album kommt angeblich im Laufe des Frühjahrs. (cs)