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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine Art "Frage der Ehre", 9. Mai 2005
Mir hat der Film ausnehmend gut gefallen, soviel vorweg. Der Befehlshaber eines US-Marine Einsatztrupps wird - mitsamt seiner Truppe - zu einem Sondereinsatz im Jemen gerufen. Dort ist die US- Botschaft zu sichern, weil es Proteste gibt, die außer Kontrolle geraten. Terry Gilders (Samuel L. Jackson) ist eben dieser Truppenbefehlshaber, der den Einsatz leitet. Terry Gilders ist stolz auf sein Kommando, seine Befehle scheinen trotz des vorherrschenden Chaos imitten dieses Aufstandes sehr logisch. Rund um die Botschaft sehen wir aufgebrachte, protestierende Mengen, die irgendwelche Parolen rufen, Steine und Molotoff-Cocktails werfen. Und es gibt Heckenschützen, die die Botschaft angreifen. Kurz und gut, als Terry gilders mit seinem Trupp dort ankommt gibt es vor Ort, Höllenlärm - ein Höllen-Chaos! Von woher genau geschossen wird (auf Botschaft, Botschafter, Flaggen und schließlich auf die Marienes ...) fällt uns als Zuseher wohl gar nicht so ins Auge. Tatsache ist aber, dass die Botscahft unter Beschuß steht. Der Botschafter und seine Frau werden gerettet und im Hubschrauber in Sicherheit gebracht. Aber die Marines die noch auf dem Dach der Botschaft - teils in Deckung, teils anscheinend nicht ... - sind, stehen weiterhin unter Beschuß! - Die Lage eskaliert. Drei Marines werden tödlich getroffen! - Der ganze Einsatz wird zum Desaster als Gilders, vermeintlich ohne Grund, in die Menge schießen läßt, anstatt sich auf die Heckenschützen auf den Gebäuden gegenüber zu konzentrieren. Es gibt über 80 Tote (darunter Frauen und Kinder) und 100 Verletzte. Der Fall sorgt für Schlagzeilen. Das US-Ministerium gerät in Erklärungsnot und da ist es doch naheliegend, dass man den Befehlshaber für diesen Einsatz in seine vermeintliche Verantwortung zieht. Wir - als Zuseher - würden Terry Gilders so oder so glauben, dass er nicht ohne Grund in eine aufgebrachte Menge hat schießen lassen. Samuel L. Jackson spielt seine Rolle einfach hervorragend! Tommy Lee Jones ebenso ... Es gibt allerdings - und das ist ja der Clou an dem Film - keinen einzigen Beweis, dass die protestierende Menge vor der Botschaft (bestehend auch aus Frauen und Kindern!) bewaffnet war. Das Überwachungsvideo verschwindet. Gilders steht mit seinem Schießbefehl ganz alleine da, nicht einmal der Botschafter (Ben Kingsley) - der ihm ja ach-so-dankbar war, als Gilders ihn und seine Familie gerettet hatte - unterstützt ihn, da er vom Außenministerium unter Druck gesetzt wird. Kurz und gut: Terry Gilders soll für alles verantwortlich gemacht werden. Wenn nicht Gilders, wäre der Staat ja verantwortlich dafür, dass der Befehl in die Menge zu schießen, gegeben wurde. Egal wie patriotisch der Prozeß gegen Terry Childers abläuft und wie ausgelutscht die Klamotte vom scheinbar untauglichen Anwalt, der ihn verteidigen soll - Hayes Hodges (Tommy Lee Jones) - abläuft; egal, dass wir auf eine Begebenheit aus 'Nam (Vietnam im Jahre 1968, da standen Gilders und Hodges zusammen auf dem Schlachtfeld) zurückgreifen müssen, die nicht nur die Freundschaft der beiden Hauptdarsteller erklärt, sondern auch deren Abhängigkeit voneinander ... egal wie kitschig das Ende des Filmes dann ist - ich will nur sagen: Mir hat der Film doch tatsächlich gefallen. Hat er mich doch über die ganze Dauer ausgezeichnet unterhalten und zudem auf eines aufmerksam gemacht: Ein Gericht sorgt nicht immer für Gerechtigkeit. Falschaussagen, Verschwinden lassen von Beweismaterial sind in diesem Fall scheinbar an der Tagesordnung. Alles im Namen des Staates, der sein Gesicht wahren will und sich vor der Verantwortung drücken will. Verantwortung für die Befehle, die ein Mann wie Terry Gilders in so einem Ernstfall nun einmal sehr spontan erteilen muß. Es ist in Wirklichkeit sehr schwer für alle die bei solchen Vorfällen nicht zugegen sind - und das sind nun mal grob 99,999999999% der Weltbevölkerung - ein Urteil zu fällen. Die Medien haben damit nie kein Problem, denn für sie ist die Sachlage sehr eindeutig. Terry Gilders wird beschimpft, bespuckt und vorverurteilt. Sogar seine eigene Familie stellt seinen Befehl in Frage ... Aber am Ende ... Ach, sehen Sie doch selbst! :-)
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