Der Ruhrpott war für die Nationalsozialisten eine sehr wichtige Industrieregion, in welcher u.a. Kohle gefördert und Stahl verarbeitet wurde. Firmennamen wie Krupp und Thyssen sind Deutschlandweit sehr bekannt und haben maßgeblich an der Rüstung für den zweiten Weltkrieg verdient. Der hier vorliegende Reiseführer führt den Leser zu Firmen und Örtlichkeiten im Ruhrgebiet, wo während des zweiten Weltkrieges Firmen und Stahlbarone saßen als auch zu den Stätten des Nazi-Terrors gegen Juden, Zwangsarbeiter und Arbeiterorganisationen. Da ich aus Oberhausen stamme, war es für mich sehr interessant zu lesen, das es ein paar Jungen und Mädchen gab, die bis 1934 im Keller des St. Josef Hosptials heimlich Flugblätter gegen die Nazis druckten. Ermöglicht wurde diese Aktion durch einen Jungkomunnunisten, der als Heizer im St. Josef Hospital arbeitete. Im Sommer 1933 gab es eine Propaganda-Veranstaltung im Fußballstadion von Rot-Weiß Oberhausen, wo Joseph Goebbels vollmundig verlauten ließ, das man "den Kommunismus mit Stumpf und Stiel vollständig in Deutschland ausgerottet" hätte...während genau in diesem Moment tausende Flugblätter, die im St. Josef Hospital gedruckt wurden, über die Köpfe der abkommandierten Arbeiter flatterten. Des weiteren gibt es Informationen über Synagogen im ganzen Ruhrgebiet, was mit ihnen geschah und was aus ihnen wurde, bzw. wo man sie heute noch finden kann. Zu jeder einzelnen Stadt im Ruhrgebiet gibt es seperate Informationen, wobei auch die Lebensgeschichten einzelner herausragender Persönlichkeiten (Pro- als auch Anti-Nazi) einprägsam erläutert werden. Und für mich war zudem wichtig zu erfahren, wo es im Ruhrgebiet noch Mahnmale gegen den Nationalsozialismus gibt. Denn ohne Erinnerung an den Terror des 12 Jahre andauernden lebens- und freiheitverachtenden Faschismus würden die Grenzen heutiger Diskussionen und Einstellungen der Menschen zu den Themen Freiheit, Patriotismus und sozialer Gerechtigkeit in eine gefährliche und falsche Richtung geleitet. Die Greuel der Nazis darf man niemals vergessen und ich halte es für eminent wichtig immer wieder darauf hinzuweisen. Damit bestimmte Grauzonen-Diskussionen gar nicht erst aufkommen.