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Produktinformation
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Aus neun Kurzgeschichten besteht der Roman. Jede kann, mit Ausnahme der letzten, für sich gelesen werden. Einzelne Figuren oder Fäden der einen Geschichte werden in der nächsten oder einer späteren Geschichte weitergesponnen und zu einem Roman verwoben. Ruhm ist voller intertextueller Bezüge und Querverweise. So zitiert Kehlmann paraphrasierend aus Goethes Faust. Aber man muss nicht alles erkennen, um dem Roman folgen und ihn mit Genuss lesen zu können.
Ruhm ist ein Literatur gewordener Episodenfilm, spannungsreich und mitreißend geschrieben. Pointiert und treffsicher sind die Schilderungen: Ein Satz oder eine Geste reichen bei Kehlmann aus, um Bilder entstehen und Situationen klar werden zu lassen. Den begeisterten Lesern von Die Vermessung der Welt und Ich und Kaminski wird auch Ruhm gefallen. -- Elisabeth Müller "
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach gut,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ruhm: Ein Roman in neun Geschichten (Gebundene Ausgabe)
Ich kann nicht auf dem intelektuellem Niveau manch anderer Rezension, egal ob pro oder contra, mithalten. Ich kann diese paar Zeilen nur dazu Nutzen, zu sagen, dass mich das Buch zutiefst berührt hat. Das Siegel "Roman" ist wohl unverdient, es sind einfach einige kurze Geschichten, die durch die Art wie sie erzählt werden zum Nachdenken, Mitfühlen und Reflektieren einladen. An jeder Stelle des Buches wollte ich weiterlesen und zu keiner Zeit habe ich das Lesen als Zeitverschwendung empfunden. Und nichts anderes erwarte ich von einem guten Buch.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gefangen im literarischen Spinnennetz,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ruhm: Ein Roman in neun Geschichten (Gebundene Ausgabe)
Daniel Kehlmann (34), der Autor vom Bestsellerroman "Die Vermessung der Welt", konnte bei der Konzeption seines neuen Buches "Ruhm" die Finger nicht vom literaturwissenschaftlichen Experimentierkasten lassen.So ganz und gar unkonventionell kommt "Ruhm" in Aufbau, Struktur und Grundidee daher. Neun Episoden reihen sich nebeneinander, jede mit ihrer ganz eigenen Sprache, jede mit einem anderen Blickwinkel. Zugegeben, es stellt sich beim ersten Durchblättern die Frage, ob diese Geschichten mit Titeln wie "Ein Beitrag zur Debatte" oder "In Gefahr" überhaupt zusammenhängen. Die auffälligste Gemeinsamkeit aller Geschichten ist die Frage danach, in wie weit äußere Einflüsse das Leben bestimmen. In "Ruhm" zeichnet Kehlmann ein facettenreiches Figurenkabinett unserer heutigen Gesellschaft: Da wäre zum einen ein neurotischer Schriftsteller, der sich seine Lieblings-Romanheldin nach dem verbesserten Bildnis seiner schnöden Lebensgefährtin baut. Oder der Schauspieler Ralf Tanner, der nach einem "Fluchtversuch" aus seinem goldenen Käfig als Doppelgänger nicht mehr zurück in sein wahres Leben findet. Oder der Blogger, ein Muttersöhnchen, das in der Realität ein wahres Versagerleben führt, doch in Internetforen den prolligen Kompetenzbeauftragten für jede Lebenslage mimt. Alle Figuren wurden in eine Gesamt-Story verwoben, die zwar keinen richtigen Anfang, kein Ende und keine echte Hauptfigur hat, in der jedoch alle Handlungsfäden zusammenlaufen. Jede Geschichte löst an einem oder an mehreren Punkten einen Handlungsstoß für eine andere aus. Als Schubser für diesen Dominoeffekt dienen die Kommunikationsmittel unserer Zeit, das Mobiltelefon und das Internet. Heraus kommt eine bunte Geschichte, die stellenweise den Unterhaltungswert einer Verwechslungskomödie hat. Mit Hilfe der Schnitttechnik führt Kehlmann unvermittelt neue Personen ein und neue Handlungsläufe beginnen. Mehrere Ansichten laufen gleichzeitig, werden aber nacheinander erzählt. Ist der Blogger Mollwitz in der Geschichte "In Gefahr" nur ein weiterer Typ, der den Schriftsteller Leo Richter von der Seite anquatscht, so ist der Internetjunk wenige Seiten weiter plötzlich der Nabel seiner eigenen Welt ' im Kontrast dazu vertreten durch einen seltsamen Internetslang. Dabei wechselt Kehlmann gekonnt von einem Stil zum anderen und behält stets den souveränen Umgang mit der Peinlichkeit seiner Figuren bei. Daneben gibt "Ruhm" dem Leser Signale zu gesellschaftlichen Verfremdungen und unterschiedliche Wahrnehmungswelten. Kehlmann agiert ähnlich wie Tolstoi, vieles seiner Figuren spielt sich im Inneren ab. Das Betrachten der Welt mit unterschiedlichen Augen erzeugt den Eindruck, als ob etwas zum ersten Mal beschrieben wird. Ein Handwerksgriff, der zur Abwechslung im Lesevergnügen beisteuert. Auf einen Ausflug in die literaturtheoretischen Metaebene entführt Daniel Kehlmann in die Geschichte "Rosalie muss sterben", in der er das Verhältnis zwischen Autor, Leser und Figur behandelt. In dieser Episode fleht die schwerkranke (sich selbst erkennende) Hauptfigur Rosalie auf dem Weg zur Klinik für Sterbehilfe den Autor an, er möge das Schicksal von ihr abwenden. Hier wechseln augenblicklich die Ebenen, exponierte Bittrufe der Figur unterbrechen die Erzählung und die Geschichte tritt aus dem üblichen räumlich-zeitlichen Spektrum von Erschaffer und Erschaffene heraus. Kehlmann thematisiert an dieser Stelle den Kommunikationsprozess in der Literatur - ganz nach Bachtins Theorie des zweistimmigen Wortes, der Stimme des Autors und der fremden Stimme, die sich überlagern - und stellt so die literarischen Vorstellungen der Rollen von Leser, Figur und Autor auf den Kopf. Als Gesamtaussage bleibt zurück: Der Roman stellt die fremden Sprachen ins Recht, lässt die Wirklichkeit mit der Fiktion verschwimmen, spricht sich gegen die eine Wahrheit, den abgeschlossenen Text und die Verweigerung des letzten Wortes aus. Der Poststrukturalismus lässt grüßen. Aber was macht "Ruhm" zu einem guten Roman? Seine Unfertigkeit. Die Erzählung ist keine von Widersprüchen gereinigte Welt. Die ungeschriebenen Teile sind bei "Ruhm" die eigentlich interessantesten. Denn zwangsläufig bindet Kehlmann den Leser selbst in den Schaffensprozess mit ein. Der Autor bietet die unterschiedlichsten Perspektiven und Bewertungsvorschläge an. Doch es findet sich kein hilfreicher Wink von ihm wieder, der die Verhältnisse zwischen den Figuren ausformulieren könnte; der Leser ist in diesem literarischen Spinnennetz auf sich allein gestellt. Der Leser soll entdecken. Er ist derjenige, der die unklaren Beziehungen und Leerstellen in diesem komplexen Geflecht an Verbindungen zusammenleimt. Somit setzt der Leser den letzten Stein auf die Endfassung des Textes. Der Roman "Ruhm" ist ein handwerklich gelungenes Buch, das auf die Konfusion der Sprachen in einer globalisierten, ständig miteinander vernetzten Welt aufmerksam macht. Schönheitsfehler wie die teilweise eindimensional überzeichneten und ins klischeehafte entrückt Figuren sollen diesen guten Eindruck nicht trüben. Denn "Ruhm" bedient mehrere Lesegruppen und kann sowohl auf unterhaltsame als auch tiefgängige Weise gelesen werden. Das Spiel mit dem Experimentierkasten hat sich für Kehlmann also gelohnt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ruhm - ein ironisches Mosaik,
Von Claudia Pleil "http://bibliomaniacsdiary.word... (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Ruhm: Ein Roman in neun Geschichten (Gebundene Ausgabe)
Zunächst einmal: dies ist das erste Buch von Daniel Kehlmann, das ich gelesen habe, daher kann ich nicht sagen, inwiefern es vielleicht besser oder schlechter ist, als seine anderen Titel. Allerdings muss ich schon sagen, dass die Lektüre jetzt erstmal nicht den dringenden Wunsch in mir geweckt hat, weitere Bücher von ihm zu lesen.Ich finde "Ruhm" nicht schlecht, es hat sich gut gelesen. Ich mag Kurzgeschichten und offene Enden generell ganz gern - wobei einige Enden mir zugegebermaßen doch etwas zu offen waren - und mir gefällt vor allem die Art, wie Kehlmann jeder seiner Figuren einen ganz eigenen Charakter verleiht. Wie die einzelnen Geschichten immer wieder aufeinander Bezug nehmen, Charaktere wieder aufgegriffen werden, ist kunstvoll gemacht, ebenso das beständige Schwanken zwischen Realität und Fiktion. Und trotzdem fehlt mir eine gewisse Homogenität (auch wenn die vermutlich schlicht nicht Kehlmanns Anspruch war). Jede Geschichte in sich ist spannend, man fühlt mit den Charakteren und doch bleibt mir der Roman als Ganzes - und schließlich bezeichnet Kehlmann das Buch selbst als solchen - ein wenig zu sehr Mosaik... Kurzum: durchaus ein kluges, humorvoll-ironisches Spiel mit der Flüchtigkeit, der Fragwürdigkeit des Konzeptes Ruhm, das mich zwar nicht unbedingt vom Hocker gerissen hat aber vielleicht lasse ich mich ja doch noch von einem weiteren Kehlmann-Titel überzeugen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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