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Ruhestörung: Roman
 
 
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Ruhestörung: Roman [Gebundene Ausgabe]

Richard Yates , Anette Grube
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 3 (12. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421043930
  • ISBN-13: 978-3421043931
  • Originaltitel: Disturbing the Peace
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 22.239 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Richard Yates
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„’Ruhestörung’ ist, wie alle Romane Yates’, die inzwischen auf Deutsch erschienen sind, phantastisch erzählt und übersetzt: mit sanfter Unerbittlichkeit, sardonischem Humor und gerade so viel Überraschungen, wie Fatalität sie erträgt. Wer zu lesen anfängt, sollte für die nächsten Stunden keine Termine haben. Es ist ziemlich sicher, dass er sie vergisst.“ (Der Spiegel )

"Das Psychiatriekapitel könnte von Franz Kafka abgesegnet sein. Und man kann ermessen, wie wenig der glasklare Stilist Richard Yates, der notorisch für seine ätzenden Gesellschafts- und Milieuschilderungen gerühmt wird, in Wahrheit mit der Schule des Sozialromans zu tun hat. Wie viel dagegen mit den großen Existenzialisten und Fatalisten der Moderne." (Die Zeit, Ursula März )

"Richard Yates ist die wichtigste Wiedentdeckung der amerikanischen Literatur. Er beherrscht die Kunst, Lieblosigkeit und scheiternde Kommunikation im Umgang nah vertrauter Menschen darzustellen, in einem unaufgeregten, präzisen Erzählton und mit einer meisterhaften Lakonik. Man muss lange suchen, um einen solch faszinierenden Helden wie John Wilder zu finden." (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Kurzbeschreibung

John Wilder ist erfolgreich und mit einer liebevollen Familie gesegnet. Aber etwas scheint nicht zu stimmen in seinem Leben, und mit der Unzufriedenheit steigt auch sein Alkoholkonsum, bis er eines Abends vor dem Abgrund steht – und seiner Frau telefonisch mitteilt, es sei sicherer für sie, er käme nicht nach Hause… Ein eindringlicher und unvergesslicher Blick in die dunklen Winkel der Psyche, von einem der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts.

John Wilder führt das perfekte Leben: Im trauten Eigenheim wartet eine ihn liebende Frau täglich auf seine Rückkehr aus dem Büro, wo er sich eine vielversprechende Karriere als Anzeigenvertreter aufgebaut hat. Seine Abende verbringt er auf Cocktailpartys und die Wochenenden mit der Familie auf dem Lande. Alles scheint gut. Doch wenn John ehrlich zu sich ist, dann weiß er, dass tief in ihm schon seit Langem etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist – etwas droht, die Ruhe zu stören.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Das Scheitern war Yates Lebensmotto in der Literatur wie in der Realität. Sein Werk ist geprägt von autobiografischen Erlebnissen und beinhaltet eine schonungslose soziokulturelle Abrechnung mit dem Amerika des Mittelstands in den 1950er und 1960er Jahren. Literarisch bedeutsam wurde er erst, nach dem er sich zu Tode gesoffen hatte.

John Wilder, der Protagonist dieser Geschichte, darf also wieder einmal durchaus als Alter Ego von Yates betrachtet werden. Zwischen zwei Buchdeckeln ist der Höllenritt in die Abgründe des Alkoholismus eines kleinen New Yorker Anzeigenverkäufers mit ungeliebter Frau und entfremdeten Sohn festgehalten. Wilder steckt im falschen Leben, keine Frage, ob er das Saufen im richtigen lassen würde, sei dahingestellt. Seine Exzesse bringen ihn direkt von der Bar in die Psychiatrie des New Yorker Bellevues, das Yates aus eigener leidvoller Erfahrung kannte. Sein Freund lässt ihn einweisen, denn Wilder ist im Ausnahmezustand, nachhause kann er nicht, er leidet unter der Zwangsvorstellung, seine Frau und seinen Sohn töten zu müssen. Diese Tage unter fürchterlichen Umständen bringen ihn halbherzig zu den Anonymen Alkoholikern (" Hallo, mein Name ist John, und ich bin Alkoholiker") und mit dem Mut des Verzweifelten auf Umwegen in ein neues Leben als Filmemacher und Produzent nach Hollywood nebst junger Geliebten. Doch die Dinge entwickeln sich nicht so, wie sie sollten, natürlich nicht. Für labile Menschen ist die Scheinwelt Hollywoods ein schlechtes Pflaster. Losgelöst von seinem alten Leben mit einigermaßen festen Strukturen nimmt Wilders Absturz rasant Fahrt auf: er säuft, wenn es ihm gut geht, er säuft, wenn es ihm, was häufiger vorkommt, schlecht geht. Er säuft morgens, mittags, abends, nachts, rund um die Uhr. Er würde für einen Drink über Leichen gehen. Die junge Freundin, die über das notwendige Kapital verfügt, verlässt ihn wegen eines erfolgreichen Autors und Drehbuchschreibers, der seinen Alkoholismus überwunden hat (die Andeutung eines Wunschtraums des Autors!?) und Wilder landet wieder in der Psychiatrie, diesmal für lange Zeit, vielleicht auf Dauer.

"Ruhestörung" ist in der Zeitspanne des Wahlkampfs und kurzer Amtszeit von John F. Kennedy verankert. Als er erschossen wird, ist auch Wilders Gehirn dabei, sich im Hochprozentigen aufzulösen. Gefangen in der Hölle seines Ichs glaubt er gar der Mörder der politischen Lichtgestalt (für den Yates ihn schon damals nicht hielt) zu sein. Auch in diesem, seinen 3. Roman, greifen Trunksucht und Realitätsverlust wie perfekt aufeinander abgestimmte Zahnräder geräuschlos ineinander. Für seinen besten halte ich ihn jedoch nicht, was im Fall Yates bedeutet, dass die Geschichte zwar nicht brillant, aber immer noch teuflisch gut ist, auch wenn ihr etwas allzu Konstruiertes anhaftet. Zudem wirkt sie wie (t)rotzig auf Papier geworfen. Für Wilder gibt es keine Gnade, Yates sorgt von Anfang an dafür, dass wir uns da keine Illusionen machen. Allen anderen Protagonisten jedoch gelingt das Leben am Ende scheinbar mühelos.

Alkohol und USA - ein entspanntes Verhältnis war das im 20. Jahrhundert nicht. Kaum war die Zeit der Prohibition vorbei, in der natürlich dennoch getrunken wurde und große Vermögen durch den florierenden Schwarzmarkt entstanden (der Wohlstand der Kennedys hat da seine Wurzeln), wurden Drinks, besonders auf Wiskeybasis wieder gesellschaftsfähig. Die Literatur aus dieser Zeit legt beredtes Zeugnis ab. In "Ruhestörung" trinkt nicht nur Wilder, alle tun es. Mittags beim Geschäftsessen, nach der Arbeit zur Entspannung nahtlos bis zur offiziellen Cocktailstunde, die sich gerne bis zum Dinner hinzieht, beim Abendessen ("Wünschen Sie etwas von der Bar?"), danach, um den Abend zu überstehen, bis hin zum Schlummertrunk am Bettrand. Die Gläser summieren sich auch bei denen, die das Trinken besser im Griff zu haben scheinen. Der Unterschied zu Wilder ist nur der, dass es einigen manchmal "noch zu früh" für einen Drink ist. Da ist Kondition und Training gefragt, um über die Woche zu kommen. Um Sport scheint sich niemand zu kümmern, die Zigaretten qualmen sogar in der Psychiatrie, ausgegeben von den Pflegern wie Medikamente. Selbst im Supermarkt wird geraucht, im Bett sowieso. Nun, die Zeiten haben sich wieder einmal geändert. Yates würde sich wundern, wenn er zurückkäme und sich im New York von heute eine Zigarette anstecken wollte. Und was er von einer Whiskeyflasche in der Papiertüte halten würde, kann man sich mit etwas Fantasie leicht ausmalen. Von seinen Süchten hätte ihn das sicher nicht abgehalten, viele andere auch nicht. Was mich immer wieder fasziniert ist, dass seine Sprache davon unberührt bleibt. Sie erinnert an klares, kühles Wasser.

Helga Kurz

3. Juni 2011
War diese Rezension für Sie hilfreich?
28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Selbstzerstörung 3. Mai 2010
Von ½ TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Spätsommer 1960
Was würden Sie tun? Sie sind 34 Jahre alt, Mutter eines zehnjährigen Jungen. Das Leben ist scheinbar geordnet, die Wohnung gemütlich. Und dann ruft Ihr Ehemann, der auf Dienstreise in Chicago war, an und sagt, er könne nicht nach Hause kommen. Er sagt, er wäre betrunken, außerdem hätte er Sie mit einer anderen Frau betrogen und das Beste kommt zum Schluss: er hätte Angst Sie und das Kind umzubringen.

Ein Nervenzusammenbruch. Also rufen Sie erst einmal den Freund der Familie an. Ach ja, Anwalt ist er auch, dieser Freund. Der schaut dann nach dem verlorenen Mann. Trifft ihn scheinbar zufällig in einer Bar. Bringt ihn in ein Krankenhaus. Dort kommt er in die psychiatrische Abteilung.

Es ist Labor Day Weekend. Also ein langes Wochenende und so dauert es bis der Ehemann - sein Name ist übrigens John Wilder - wieder raus darf. Gewissermaßen gezwungen folgt eine Psychotherapie und Besuche bei den Anonymen Alkoholikern. Man sollte meinen, der Zwangsaufenthalt im Bellevue hätte John darin bestärkt, mit dem Trinken aufzuhören, sein Leben in andere Bahnen zu lenken. Aber leider ist dem nicht so.

Richard Yates beschreibt in seinem Buch RUHESTÖRUNG die Selbstzerstörung eines Mannes. Wie wird ein netter Werbemensch aus der Mittelschicht verrückt? Er jagt den falschen Idealen nach, ist disziplinlos, betrügt seine Frau und er trinkt wieder. Es fällt verdammt schwer diesen Menschen zu mögen. Man möchte ihn am liebsten schütteln und sagen "Halt ein", aber bei John Wilder scheint alles vergebens zu sein.

Dabei ist der Absturz nicht zwangsläufig wie man an dem Beispiel von Chester Pratt sieht, einem ehemaligen Trinker, der einst denselben Betreuer von den Anonymen Alkoholikern hatte wie John. In seinem Fall hat sich das Schicksal jedoch gewendet. Er hat Haus, Job und die ehemalige Freundin ist auch wieder bei ihm. Woran also liegt es, dass dem einen gelingt woran der andere scheitert?

Alles in allem ein schockierendes, desillusionierendes Buch.
Realistisch und verstörend.
Kein Happy-End-Buch.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ruhestörung muss sein 22. April 2010
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor dieses Buches ist seit fast zwei Jahrzehnten tot. Das Buch ist vor 35 Jahren geschrieben worden. Es ist sozusagen ein alter Schinken. Das völlig verblüffende jedoch ist, dass es so aktuell wie am ersten Tag ist, als es in Amerika die Druckerei verlies.

John steht in einer Telefonzelle und ruft seine Frau an. Er sagt ihr, dass er nicht mehr nach Hause kommt. Alkohol und Frauen, vielleicht auch die Schlaflosigkeit haben ihn kaputt gemacht. Sein Freund , der Anwalt Borg, bringt ihn in ein Krankenhaus.

Als John aus der Klapse entlassen wird, kehr er heim ins Gemütliche. Seine Frau mag das Gemütliche. John der Anzeigenvertreter rast von Arbeit zu Therapiesitzungen, von Alkoholikertreffen der Anonymen und kommt nie bei sich selber an.

Langsam frage ich mich, was macht Richard Yates hier eigentlich? Erzählt er mir die Geschichte von John? Oder erdreistet er sich mich aus meiner Gemütlichkeit in meinem Lesesessel herauszuholen? Ich verdächtige ihn, dass er mir und meiner Gesellschaft in der ich lebe seinen Spiegel vor meine Augen halten will.

Yates tut dies sehr gut. Seine Sprache ist nicht alt, eher direkt. Der Schriftsteller tut das, was sein Beruf ist. Mit seinem Roman holt er uns aus der alltäglichen Routine, spielt ein wenig John mit uns. Wir sollten uns herausreißen lassen aus der Routine, damit wir nicht so enden wie John.
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Drastischer Roman um Sucht und Scheitern
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Vor 23 Monaten von Regina Károlyi (Media-Mania) veröffentlicht
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