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Ruhelos
 
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Ruhelos [Hörbuch-Download]

von William Boyd (Autor), Hille Darjes (Erzähler), Ulrike Grote (Erzähler), Sascha Icks (Erzähler)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Hörbuch-Download
  • Spieldauer: 1 Stunde und 43 Minuten
  • Format: Hörbuch-Download
  • Version: Ungekürzte Ausgabe
  • Verlag: steinbach sprechende bücher
  • Audible.de Erscheinungsdatum: 11. September 2009
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B002TVQ5KM
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)

Produktbeschreibungen

Was geschieht, wenn alles, was man über seine Mutter zu wissen glaubte, sich plötzlich als Trugbild erweist? In dem langen heißen Sommer 1976 erfährt Ruth Gilmartin, dass ihre Mutter Sally in Wirklichkeit Eva Delektorskaja, eine russische Emigrantin und ehemalige Spionin, ist.

"Ruhelos" ist ein Spionageroman und literarisches Meisterwerk. Es vereint die emotionale Intensität eines Ian McEwan mit der Spannung eines John le Carré. William Boyd stellt die zutiefst beunruhigende Frage, wie gut wir einen Menschen jemals kennen können, und verwickelt den Hörer in ein durchtrieben-doppelbödiges Spiel.

(c)+(p) 2009 steinbach sprechende bücher

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
45 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Ruh' ist hin... 8. Juni 2007
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
Ruth Gilmartin, die zusammen mit ihrem kleinen Sohn im beschaulichen Oxford lebt und Erwachsenen Englisch beibringt, glaubt sich im falschen Film: Aus heiterem Himmel rückt ihre Mutter mit der Mitteilung heraus, in Wirklichkeit Eva Delektorskaja zu heißen, eigentlich gebürtige Russin und naturalisierte Französin zu sein, und während des Zweiten Weltkrieges Geheimagentin in britischen Diensten gewesen zu sein. Und nun, im Sommer 1976, fürchte sie um ihr Leben... Akute Paranoia und Hitzschlag scheiden als Erklärungen aus. Ruth liest kapitelweise Sally Gilmartins resp. Eva Delektorskajas Lebensbeichte, und unmerklich sickert die Spionage-immanente chronische Paranoia auch in ihr Leben. Sie erfährt mit jeder neuen Lieferung ihrer Mutter mehr über das Leben einer Spionin im allgemeinen und das ihrer Mutter im besonderen -- vor allem gewähren ihr deren Aufzeichnungen detaillierte Einblicke in die Folgen, die sich aus den besonderen Lebensumständen für die Einzelnen ergeben: Stetes Misstrauen als unverzichtbares Lebenselexier ("Was denkt er, dass ich denke, dass er glaubt, dass ich denke...") gehört ebenso dazu wie die daraus resultierende Unmöglichkeit menschlicher Bindungen; sogar die Wahrnehmung unterscheidet sich von der eines "normalen" Menschen. Die Frage nach der eigenen Identität stellt sich auf vielen Ebenen, und Skeptikern sei's gesagt: Das leicht abschätzig belächelte Genre des Spionage-Thrillers kann diesen Themenkomplex erfolgreich schultern.

Ruths Mutter Eva Delektorskaja gehörte unter verschiedenen Namen während des Krieges zu einer Einheit, die geschickt Falschmeldungen in den amerikanischen Medien lancierte, um so die USA endlich zum Kriegseintritt zu bewegen: Zunächst von Belgien aus, dann in England, schließlich direkt in den USA. Das liest sich weitaus spannender, als man glauben möchte, denn dass das eigene Leben immer in Gefahr ist, wird Eva schnell klar. William Boyd breitet keine verklärende Romantik über das Spionage-Gewerbe, sondern zeigt es als das knallharte Geschäft, in dem jedes Mittel recht ist -- wirklich JEDES Mittel.

Den Kapiteln, die sich mit den Umtrieben der verschiedenen Geheimdienste zwischen 1938 und 1942 befassen, merkt man William Boyds solide Recherche an. Die Täuschungsmanöver, Intrigen und Doppelspiele des BSC (British Security Coordination) beruhen auf Tatsachen, die erst allmählich ans Licht kommen, und die betreffenden Kapitel von "Ruhelos" sind geschickt aufgebaut.

Aber es geht hier nicht nur um das Doppel- und Dreifachspiel von Agenten und Geheimdiensten, in dem weder Ruhepausen noch Atemholen möglich sind; und es geht auch nicht nur um treffsichere Seitenhiebe auf All- und Ohnmacht der Medien: Es scheint mir nämlich kein Zufall, dass sich in letzter Zeit gleich zwei namhafte Autoren der Zeitspanne kurz vor Kriegseintritt der Amerikaner annehmen und darin die Rolle der damals recht zahlen- und zahlungskräftigen Nazi-Sympathisanten thematisieren (Naja; "namhaft" ist bei Philip Roth leicht untertrieben).

So oder so: Der psychologische Unterbau von "Ruhelos" ist gut in eine tatsächlich ruhelose Spionagehandlung integriert, und der in der Vergangenheit angesiedelte Teil des Romans ist ein solider Spionage-Thriller, der mit allen Dubiositäten des Genres sein souveränes Spiel treibt. Obwohl einen die eigene Le-Carré-Lesegeschichte scheinbar schneller auf den Trichter kommen lässt als die Protagonistin, und obwohl man sich gelegentlich fragt, wieso sie XY nicht schon eher auf die Schliche kommt -- die Auflösung am Ende birgt doch noch genug Überraschungen, und das Gute ist, dass man bis zum Schluss durchhält und diese Auflösung wissen will.

Was hingegen den zweiten Handlungsstrang von "Ruhelos" angeht, also die 1976er Gegenwart von Evas Tochter Ruth: Hier herrscht eher Rat- als Rastlosigkeit; Boyd rührt einen Sturm im Wasserglas an, auch wenn ich diesen Kontrapunkt der eigentlichen Romanhandlung nicht ganz abwatschen will (Schließlich haben nicht nur die absurden Erlebnisse der Lehrbuch-Familie Amberson einen gewissen Reiz).

Irgendwann ist Ruth nämlich angesteckt von dem Misstrauen, das die Manuskripte ihrer Mutter durchweht: Wir schreiben das Jahr 1976, und da ist ein dubioser Schwager aus Deutschland samt seiner Freundin ebenso assoziationsbeladen wie ein iranischer Ingenieur mit seinen Liebesschwüren -- Umsturzangst allerorten. Dieser zweite Handlungsstrang wirkt auf mich etwas hanebüchen, zu dick aufgetragen -- und das Gegengift zarter Ironie wird mit ihm nicht fertig. Zwar kann man das Geschehen durchaus als Seitenhieb auf die Kluft zwischen Schein und Sein auffassen, wenn man auch hier die Rolle der Medien im Hinterkopf behält -- aber das ist alles ein wenig konfus, weit hergeholt und nicht immer glaubwürdig. Dennoch spielt Boyd auch hier mit dem Vorwissen seiner Leser, und auch diese Handlungsebene ist ständig von einem Hauch diffuser Bedrohung durchweht. Nur stringenter könnten sie sein, diese Teile des Romans. Stringenter -- und kürzer!

Trotz einiger unübersehbarer Schwächen: "Ruhelos" entwickelt eine Sogwirkung auf den Leser, um dessen Ruhe es schon nach den ersten Seiten geschehen ist. Die Geschichte wird geradlinig erzählt, legt unmerklich immer mehr an Spannung zu und bleibt auch dann noch spannend, wenn man weiß, wer der Verräter in den eigenen Reihen war: Die niemals endende Unruhe der Eva Delektorskaja überträgt sich auf den faszinierten, wehrlosen Leser.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tom Kadi VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
In einer der berühmtesten maghrebinischen Geschichten stellt der Vater sein Söhnchen auf einen Schrank, breitet die Arme aus und fordert es auf zu springen. Das Kind zögert. Der Vater lockt - Ich fange Dich auf, ich bin doch Dein Vater! Der Sohn gibt sich einen Ruck, derVater geht zur Seite und läßt ihn schmerzhaft mit der Stirn auf den Boden prallen. Anschließend sagt er zu seinem Kind: "Das lass Dir eine Lehre sein. Trau keinem Menschen, nicht einmal Deinem eigenen Vater."
Aus diesem Prinzip ziehen alle Spionageromane ihre Spannung. Insoweit sind sie ein wenig vorhersehbar. Doch ihr Reiz liegt nicht nur in der Auflösung einer meist äußert verwickelten Intrige von Spionage und Gegenspionage, durch die die handelnden Akteure meist auch nicht mehr durchblicken, sondern in der Darstellung des historischen und politischen Hintergrunds. Dies ist William Boyd meisterhaft gelungen. Díe Geschichte spielt auf zwei zeitlichen Ebenen - den Jahren von 1939 bis zum Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg und auf einer persönlicheren Schiene den Monaten des Jahres 1976, in denen die Icherzählerin erfährt, dass ihre Mutter - eine Halbrussin - vor mehr als 20 Jahren aktiv als Mitarbeiterin des britischen Geheimdienstes in die Aktionen einbezogen war, die USA zur Aufgabe ihrer Neutralitätspolitik zu bewegen. Mehr von der Handlung zu erzählen, wäre gemein. Nur soviel: Alle, die das Buch noch nicht gelesen haben, haben Glück. Denn Sie haben einen spannendes, gut erzähltes, dabei literarisch hochsehendes Lesevergnügen noch vor sich! Sie sollten mögllichst auch bei Beginn der Lektüre einen freien Tag vor sich haben. Denn es ist nahezu unmöglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen!
P.S. Eric Ambler ein Großmeister des Spionageromans, an dessen Bücher dieser Roman erinnert, wird bei Diogenes verlegt. Dort befinden sich seine Werke zum Teil auf der Liste der am schlechtesten verkauften Bücher des Verlages. Haben die Menschen, die jetzt Boyd in die Bestsellerlisten katapultiert haben - durchaus zu Recht! - Ambler alle schon gelesen oder haben sie diesen Autor bisher übersehen?
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Beginn an spannend 22. Januar 2007
Von Biene Maya 2013 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
William Boyds neuester Roman hat mich von Beginn an gepackt.

Die Geschichte um die englische Spionin Eva Delektorskaja, die während des Zweiten Weltkrieges von Paris über London schließlich in die USA gelangt, ist sowohl inhaltlich als auch sprachlich hervorragend ausgearbeitet.

Die Handlung um die Tochter (Oxford im überdurchschnittlich heißen Sommer 1976) bildet einen interessanten Rahmen. Dieser Erzählstrang soll, was die Spannung angeht, der Haupthandlung um Eva Delektorskaja keine Konkurrenz machen, sondern sie in einen Kontext betten, der die lebenslängliche Ruhelosigkeit der Ex-Spionin zusätzlich betont.

Hervorragend fand ich vor allem die Passagen, in denen die veränderte Wahrnehmung der Spionin zum Ausdruck kommt. Auf ihre Tätigkeit für den Geheimdienst getrimmt, kann sie sich zu keinem Zeitpunkt vom antrainierten Misstrauen und der geschärften Wahrnehmung lösen.

Bis zum Schluss ein Genuss. Spannend, sprachlich hervorragend, eine wirklich lohnende Lektüre.
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