Diese Geschichte des Jungen, der aus einer Reiterfamilie stammt, aber Angst vor dem Fall vom Pferd hat, deswegen verachtet wird und einen derartigen Hass auf alle Jockeys entwickelt, dass er sie existenziell vernichten
will, mag ein bisschen vulgärpsychologisch und nicht bis ins letzte überzeugend sein, weist auch ein paar logische Mängel auf.
Aber das ist letztlich gleichgültig. Francis hat einen derart einnehmenden, quasi sympathischen Plot hinbekommen, dass man es fast bedauert, wenn man zu Ende ist, obwohl die Lösung des Falles
schon zur Hälfte klar wird.
Der Autor kennt als ehemaliger Jockey das Milieu bis ins letzte - und das merkt man seinem Roman an.
Atmosphäre und Psychologie der Personen gehören zu den stärksten innerhalb der SZ-Serie, sogar eine berührende Liebesgeschichte bringt Francis unter.
Von Beginn an hat das Buch eine Art positive Aura oder wie immer man es nennen will, die bis zum Ende des Romans trägt und das garantiert, was man gemeinhin Lesevergnügen nennt.
Das kann man längst nicht von allen Beiträgen dieser Reihe sagen.