Es scheint mir so, dass mich die Runen gerufen haben und daher suche ich nach guten Büchern, welche sich besonders für EinsteigerInnen eignen ohne gleich ist runische Chinesisch zu gehen. Und in diesem Buch habe ich es gefunden.
Igor Warneck zeigt hier seine Version der Runenarbeit ohne gleich extremst in die Tiefe zu gehen, sondern eher ermöglicht, sofort praktisch zu arbeiten.
Zuerst gibt es eine Übersicht über die wichtigen Hintergründe zu den Runen. Woher sie kommen können, warum er sich für das ältere Furthark entschied, Runen und ihre Geschichte und so weiter und so fort. Der Autor hat von Anfang an gesagt, dass er sich nicht so sehr um die Hintergründe kümmern möchte und das merkt man dem Anfang an. An manchen Stellen finde ich es gut, dass er nicht gleich eine wissenschaftliche Abhandlung dar bietet sondern eben erwähnt, dass es wichtiges zu wissen gibt. Aber ab und an hätte ich mir gewünscht, dass er doch noch einige Sätze mehr verlieren möchte. Denn es ging mir an manchen Stellen doch ein wenig zu schnell.
Dann gibt es Erklärungen, wie man mit den Runen arbeiten kann und vor allem, wie man sie herstellt. Auch hier stellt Igor Warneck seine Sicht der Dinge dar und zum Glück gehört er nicht zu den AutorInnen der/die sagen, meine Meinung ist richtig, als kommt nicht auf den Gedanken mit mir zu diskutieren. Er schlägt vor, würde sich freuen, wenn man seinen Weg geht und lässt die Entscheidung offen, wie man sich entscheidet.
Gardenstone stellt auf zehn Seiten eine Methode des Runen-Orakels vor, mit der man arbeiten kann. Kurz, bündig wertvoll. Mehr kann man nicht dazu sagen.
Dann kommt die Vorstellung der Runen an der Reihe, welche in den drei Aetts unterteilt sind. Zuerst kommt eine kurze Übersicht über der Namen, spirituelle Bedeutung, Buchstabe, das Zeichen der Rune und ähnliches. Danach eine Deutung für das Runentuch, welche Gardenstone vorgestellt hat und welche Bedeutung die Rune hat.
Man mag die Deutung sehr oberflächlich halten, aber der Autor hat auch hier schon geschrieben, dass es ihm nicht möglich ist, eine allgemeingültige Definition der divinatorischen Bedeutung der Runen zu geben. Grund: Jeder Mensch ist anders und somit entwickelt jeder Mensch (hoffentlich) eine eigene Bedeutung der Runen. Er selber möchte nur Anregungen dazu geben.
Bei einigen Runen gibt er auch Tipps zum sogenannten Runen-Yoga, welche dann mit einem Bild des Autors dargestellt wird und nicht wie sonst anhand einer Zeichnung (leider sind nicht immer die Bilder sehr gut erkennbar).
Zu guter Schluss gibt es noch verschiedene Arten der möglichen Arbeit mit den Runen. Ein Runentagebuch, Runen-Kekse, Rungen-Gesang und so weiter und so fort. Und eine Literaturliste.
Das Buch hat meiner Meinung nach (neben ein oder zwei fehlenden oder falsch plazierte Buchstaben) kaum Schwächen. Zwar wird an manchen Stellen zu wenig beschrieben oder erwartet, dass man die Information schluckt (so sagt der Autor, dass man die Runen Odin weihen kann, okay, nur fehlt mir für diese Behauptung das Warum, erst zwei oder drei Tage später ist mir die Begründung eingefallen, aber mir stellt sich dann die Frage, wenn ich die Runen eben nicht Odin weihen möchte, warum auch immer, was dann?). Da hätte mir manches mal ein oder zwei Sätze mehr gut getan.
Wenn man das aber übersieht, bekommen gerade AnfängerInnen auf diesem Gebiet ein wundervollen Einblick in die Arbeit der Runen. Auch wenn man das Buch innerhalb einer Woche theoretisch durchlesen kann (ich habe es eben in vier geschafft), die Arbeit mit diesem Buch kann Jahre dauern. Und Igor Warneck bietet eine solide Grundlage für diese Arbeit.
Wer also von den Runen gerufen wird und sich erst einmal nicht mit komplizierten Beschreibungen oder ähnliches herumschlagen möchte, ihr/ihm sie dieses Buch ans Herz gelegt. Wer sich jedoch schon mit diesem Thema beschäftigt hat, könnte hier vielleicht unterfordert sein. Dafür gibt es aber andere, wundervolle Bücher zu diesem Thema, mit dem man sich beschäftigen kann.
Der Grund für den Sternabzug: Die leicht übersehene Lektoriatsarbeit und das der Autor an manchen Stellen zu oberflächlich geblieben ist. Mehr nicht.