Mein Gott, noch eine dieser zahlreichen Urban Fantasy Reihen, mag man beim Anblick dieses Buches denken, als gäbe es nicht schon mehr als genug mal mehr oder weniger gute Bücher in diesem Genre.
Doch Patricia Briggs ist keine dieser oftmals unerfahrenen Autorinnen und hat durch vier Fantasyromane schon Erfahrung als Schriftstellerin, und das merkt man.
Mercedes Thompson ist eine Automechanikerin, die keinesfalls ein gewöhnliches Leben führt:Ihr gutaussehender Nachbar ist ein hochrangiger Werwolf, ihr bester Stammkunde ein Vampir und der beste Freund ein schwuler Werwolf.
Doch auch sie selbst hat etwas Übernatürliches an sich, denn Mercy ist eine Walkerin und kann sich in einen Kojoten verwandeln.
Als sie einen jungen Werwolf zur Aushilfe in ihrer Werkstatt einstellt wird bald klar, dass dieser in Drogengeschäfte verwickelt ist.
Als dann noch der Führer eines Rudels in ihrer Nachbarschaft brutal überfallen wird, ist die unter Werwölfen aufgewachsene Mercy alarmiert: In der Werwolfpolitik scheint es einen Umsturz zu geben.
Patricia Briggs ist eine begabte Autorin und es wird deutlich, dass sie ihr Handwerk besser beherrscht, als einige ihrer Urban Fantasy Kolleginnen.
Die Charaktere sind gut herausgearbeitet und angenehm intelligente Dialoge begleiten den Leser.
Mercy ist keine typische Urban Fantasy Heldin. Nun, sie mag durchaus schlagfertig und selbstbewusst sein, doch hat sie es nicht nötig durch erotische Eskapaden ihr Publikum zu ködern. Eine Liebesgeschichte braucht Briggs (noch) nicht und aus dem Umstand, das Mercy bei ihrer Umwandlung die Klamotten ablegt, hat Briggs keine erotischen Szenen gemacht.
Außerdem kann Mercy es sich gar nicht erlauben, gegen irgendwelche übernatürlichen Wesen zu kämpfen, denn als Kojotin wäre sie hoffnungslos unterlegen.
Die Welt der übernatürlichen Wesen ist ansatzweise authentisch herausgearbeitet, allerdings werden einige Dinge eingeführt, die nicht weiter erklärt werden und vermutlich in den Folgebänden erneut auftauchen.
Die Handlung ist gut aufgebaut, allerdings stellenweise etwas schleppend, da die Geschichte insgesamt betrachtet eher schlicht ausgefallen ist und nicht immer fesseln kann.
Letztendlich ist Patricia Briggs eine vielversprechende Autorin, deren erster Band dieser Reihe viel Potenzial für die Folgebände bietet. Teil zwei werde ich sicher auch lesen.