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Rudi Dutschke. Revolutionär im geteilten Deutschland
 
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Rudi Dutschke. Revolutionär im geteilten Deutschland [Taschenbuch]

Bernd Rabehl
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 120 Seiten
  • Verlag: Edition Antaios (Oktober 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935063067
  • ISBN-13: 978-3935063067
  • Größe und/oder Gewicht: 18,3 x 12,1 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.182.720 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bernd Rabehl
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Kurzbeschreibung

Neuerscheinung Oktober 2002

Bernd Rabehl, langjähriger Freund und Mitstreiter Rudi Dutschkes, gilt als Abtrünniger auf dem langen Marsch zu den Fleischtöpfen der Republik. Nicht deshalb, weil er nichts aus sich gemacht hätte, sondern weil er nicht aufhört zu behaupten, daß zwei Dinge nicht zusammenpassen: Mythisierung der eigenen Herkunft aus dem revolutionären Milieu der Studentenbewegung bei längst erfolgter, lückenloser Arriviertheit.

Bernd Rabehl, heute Professor an der Freien Universität Berlin, hatte über lange Jahre mit jedweder Art von Revolution und Radikalopposition abgeschlossen und sich selbst den zugleich bitteren und realistischen Titel eines "Intellektuellen Mittelständler" gegeben. Jedoch trieb nicht nur ihn der Regierungswechsel 1998 zu einer erneuten Ergründung der eigenen Wurzeln.

"Personen, die ich gut kannte, spielten nun Macht in Ministerjobs: Josef Fischer, Gerhard Schröder, Hertha Däubler-Gmelin, Rudolf Scharping. Sie waren eingetaucht in die Nachkriegsordnung und bereiteten sich auf Kriege und Interventionen vor".

Hatte Dutschke zuletzt, in der Gründungsphase der Grünen, nicht auf ganz andere Köpfe gesetzt? Auf Nationalökologen wie Herbert Gruhl oder Baldur Springmann? Auf Konservative, bei denen er Substanz und Stehvermögen gesucht und gefunden hatte? Und: Hätte sich Dutschke nicht mit Händen und Füßen gewehrt gegen die Oligarchisierung eines vormals revolutionären Aufbruchs? Überlegungen wie diese trug Rabehl vor und geriet damit in ein politisches Kesseltreiben.

"Jede Besinnung auf die Dialektik der Freiheit sollte unterbunden werden. Es bestanden also Ängste, daß das Kartell der Lügen zusammenbrechen könnte, und daß jenseits der Staatsparteien Alternativen entstehen könnten. Plötzlich wurde ich von außen in das Denken von Dutschke gestoßen und erst jetzt begriff ich seinen revolutionären Ansatz."

In diesem Sinn ist Rabehls Dutschke eine Vereinnahmung oder: eine Perspektive.


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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ein dünnes Bändchen zwischen den Fronten, 17. April 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Rudi Dutschke. Revolutionär im geteilten Deutschland (Taschenbuch)
Viel Aufregung um eine gute Idee, die schlampig umgesetzt wurde; das Buch verdient weder den Tadel von links noch das Lob von rechts. Es ist sehr dünn geraten, eigentlich eher eine Skizze dessen, was eigentlich hätte geschrieben werden müssen - und was Rabehl vielleicht sogar hätte schreiben können. Erschreckend wenig sorgfältig wird das Denken Dutschkes aufgearbeitet. Rabehl weist nicht an Hand der Originaltexte nach, wie und wo Dutschke einen Befreiungsnationalismus predigte. Das wäre hochinteressant gewesen, denn diese Seite im Leben des berühmtesten deutschen Achtundsechzigers wird tatsächlich meist ausgeblendet. Um eine solche Sichtweise plausibel zu machen sind aber einfach zu wenig Fakten ausgebreitet. Immer wieder möchte man nachfragen und erfahren, auf welchem Material die Einschätzungen des Autors eigentlich beruhen. Unter anderem wird das bei der Schilderung der Familienverhältnisse deutlich, bei deren Deutung Rabehl schon wesentliche Grundlagen für seine spätere Beschreibung der politischen Standpunkte von Rudi Dutschke legt. Die Einschätzungen Rabehls hängen oft im leeren Raum und durch die fehlende Absicherung über Zeitdokumente, Interviews, Stellungnahmen Dritter etc. läßt sich manches leicht abtun. Dazu trägt auch bei, daß viel Ressentiment und Griesgrämigkeit zu spüren ist, gewürzt mit Verschwörungstheoretischem. Der Autor fühlt sich isoliert, mit seiner Sicht auf Dutschke steht er alleine da, die ehemaligen Freunde und Gesinnungsgenossen lehnen die nationale Wende, die Rabehl vollzogen hat, ab. Um die Aufarbeitung dieser Ablehnung scheint es mehr zu gehen als um die Figur Rudi Dutschkes. Unnötig breiten Raum nimmt die Auseinandersetzung mit anderen biographischen Annäherungen ein. Einmal zu oft wird betont,. daß nun viele der "Revolutionäre" in Amt und Würden sind, daß der politische, wissenschaftliche und publizistische Mainstream ganz wesentlich von Altachtundsechzigern geprägt wird. Das ist in der Tat so - man mag das beurteilen wie man will - aber ein solches Thema hätte ein eigenes Buch verdient und sollte nicht in verschnupften Nebenbemerkungen in einem Text zu Dutschke aufgearbeitet werden.
Rabehl beschreibt ganz richtig, wie die kritische Intelligenz über Status- und Stellenvergabe beispielsweise an Universitäten neutralisiert wurde; die Berufung zweit- und drittklassiger Wissenschaftler in den Siebzigerjahren hat das deutsche Bildungssystem ja auch entsprechend geschädigt. Allerdings fragt man sich bei der Lektüre des Textes unwillkürlich, ob Bernd Rabehl nicht vielleicht auch genau zu diesen Personen gehört, die von Zeitstimmungen in Positionen gebracht wurden, denen sie intellektuell und moralisch einfach nicht gewachsen waren. Vielleicht hebt ihn nur sein Mut, trotz immensen Mediendrucks zu seinen neuen nationalen Überzeugungen zu stehen, aus der Masse der linksliberalen Opportunisten in Wissenschaft und Kultur heraus. Intellektuell und rhetorisch bewegt er sich - so muß man nach der Lektüre von "Rudi Dutschke. Revolutionär im geteilten Deutschland" urteilen - auf dem Niveau der Allzuvielen. Daher kann auch die Entscheidung, den Band in der "Edition Antaios" erscheinen zu lassen, nicht als klug bezeichnet werden. Eine wirkliche Neubelebung konservativer Theorie (um die es den Herausgebern zu gehen scheint) muss sicherlich ein anderes Reflektions- und Argumentationsniveau anstreben. Statt des kleines Werkes hätte ich mir zwei große und ein kleines gewünscht: ein großes Buch über die Einbindung der Achtundsechziger in den Staatsapparat und die amerikanische Hegemonialpolitik wäre gut gewesen, ebenso wie ein großes Buch über den Denkweg Dutschkes, das viele Legenden hätte zerstören müssen - und schließlich hätte ein knapp und zugespitzt formuliertes Manifest den nationalrevolutionären Standpunkt Rabehls verdeutlichen können. Aber vielleicht legt Rabehl ja noch entsprechende Arbeiten vor ... So aber bleibt vorerst nur der Ärger über eine verpasste Chance und die Hoffnung, daß der Antifa-Gesinnungsdruck nicht weiter Ressentiment-Literatur erzeugt.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mehr Streitschrift als Biographie, 3. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Rudi Dutschke. Revolutionär im geteilten Deutschland (Taschenbuch)
Hier hat einer ein subversives Buch geschrieben!
Der alte Mitstreiter stellt in seinem Buch "den anderen Dutschke" vor. Er wird darin als so eine Art Andreas Hofer des 20sten Jahrhunderts beschrieben. Dabei werden auch Gretchen und Marek Dutschke sowie einige alte Genossen ziemlich hart angegangen.

Die Darstellung des dutschken Denkens ist aber nicht immer ganz schlüssig. Häufig stellt man sich skeptische Fragen. Wie etwa:
... wenn Dutschke wirklich so fromm war, wie passt das zur Verehrung des Atheisten Mao Tse Tung?
... wenn Dutschke wirklich so friedliebend war, wer ist dann der aggressive Typ in den schwarz/weiß-Filmen?
... wenn Dutschke wirklich so national war, warum ist das vierzig Jahre lang keinem aufgefallen?

Eine Biographie müsste angesichts so entscheidender offener Fragen eigentlich die schriftstellerische Insolvenz anmelden. Aber dieses Buch ist keine Biographie im klassischen Sinne. Sie ist vielmehr ein Gegenentwurf zu den bisher als gesichert geltenden Erkenntnissen über die/den Rädelsführer des berliner SDS.

Ist Rabehls Schilderung Dutschkes glaubwürdig? - Völlig egal!
90% der Deutschen kennen 1968 (das ist jetzt 40 Jahre her!) ohnehin nur aus den Geschichten und Legenden einiger Greise. Hier schreibt jemand an seinem Mythos. Ob der real ist oder nicht, ist zweitrangig.

Das Buch erhält 5 Sterne, wegen der Angriffslust, der Unkonventionalität und der Frechheit.
Hier ist einer geistiger Rebell geblieben.

A U D A C I A . V I N C I T !
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16 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Provokantes zur linken Ikone, 27. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Rudi Dutschke. Revolutionär im geteilten Deutschland (Taschenbuch)
Mit Bernd Rabehl hat sich einer der engsten Wegbegleiter Rudi Dutschkes zu Wort gemeldet, dessen Wendung hin zu einem gesunden Nationalbewußtsein einigen unverbesserlich anti-nationalen Linken Bauchschmerzen verursacht. Allein deshalb ist Rabehls neuestes Büchlein zu begrüssen.
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