Aus der Amazon.de-Redaktion
Gewiss, man war vorgewarnt. Die tödiche Krebserkrankung war bekannt. Sein letzter Auftritt im Februar, die Verleihung der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk, geriet zu einem schmerzlichen Abschied. Dann der Rückzug, das grausame Warten. Und doch, es kam wie so oft, wenn ein Mensch geht, der sich jahrelang im kollektiven Bewusstsein einer ganzen Nation verankert hat: Als am 7. Juli 2006 mitten im WM-Rausch die Nachricht vom Tode Rudi Carrells eintraf, stellte sich die merkwürdige Empfindung ein, so etwas wie einen nahen Freund verloren zu haben. Einer war bis zum Schluss dabei. Für den Biografen Jürgen Trimborn hatte Rudi Carrell sämtliche Geheimfächer seines Lebens geöffnet. Das Vermächtnis eines geborenen Entertainers.
Und einer nicht eben leicht zu fassenden Persönlichkeit. Familiär so loyal wie flatterhaft (Seitensprünge blieben eine lange ausgeübte Nebentätigkeit Carrells). Charmant seinen Fans gegenüber, konnte er, wenn es ums Wichtigste, der perfekten Show ging, zum regelrechten Despoten werden, wie Mitarbeiter im Buch versichern. Trimborns akribische Spurensuche beginnt 1934 im holländischen Alkmaar. Es scheint, als hätte der Vater, ein in Holland nicht unbekannter Conférencier und Zauberkünstler, der später den Erfolg des Sohnes eifersüchtig beobachtete, die entscheidenden Wurzeln gelegt.
Im Fernsehholland der 60er-Jahre längst eine Institution, blies die Rudi Carrell Show bald auch den öffentlich rechtlichen Bildungsmief aus den Wohnstuben der Deutschen. Wo bisher missmutige Quizbeamte ihre Kandidaten abgekanzelt hatten, hielt nun internationales Entertainment Einzug. Carrell statt Lembke! In dem mehr als 500 Seiten starken Werk machen Trimborns Analysen und Werkstattberichte der legendären Carrell-Shows den Löwenanteil aus. Es entsteht das Bild eines regelrechten Fernsehbesessenen und Gagproduzenten, eine gottgleiche TV-Personality, die auch Opfer forderte. Diese manische Seite Carrells bestätigt auch Tochter Caroline, die als Kind den Vater als ständigen Gaglieferanten problematisch fand.
Nicht verschwiegen werden bislang unbekannte private Details, so die Trennung von seiner ersten Frau Truus, die weder in der Fernsehwelt noch in Deutschland heimisch wurde, sowie die Affäre seiner geliebten, viel zu früh verstorbenen zweiten Frau Anke mit Andre Heller. Privates blieb perfekt abgeschottet, Die Show war sein Leben. Man mag es Fassade nennen, aber sein Öffentlichkeitsgesicht war ein freundliches, zugewandtes. Eines, das man jetzt schon vermisst. -Ravi Unger
Pressestimmen
"Bei der Biographie handelt es sich um ein Werk, das weit von den 'Schnellschüssen' entfernt ist, die noch flott Kapital aus dem Ableben eines bekannten Menschen schlagen sollen. … Ein Vermächtnis des großen Entertainers." (
Südwest Presse )
"Ein Buch wie eine Zeitreise durch 40 Jahre Fernseh-Geschichte. Ein sehr persönliches Porträt des Menschen Rudi Carrell, in dem seine Kinder, Freunde und Weggefährten unzensiert zu Wort kommen. ... Ein Buch über den Showmaster Carrell, über den Menschen Rudi - und über die Frauen, die ihn prägten." (
Bild )
"Jürgen Trimborn schrieb die erste Carrell-Biografie. Fernsehen, Frauen und ein Abschied ohne Tränen. Rudi Carrells letzter Gruß an seine Fans. Die Biographie ist keine Heiligenlegende. Seine Kinder Annemieke, Caroline und Alexander sowie seine dritte Frau Simone beschwor er, sich nur ja kein Blatt vor den Mund zu nehmen. 'Er war überzeugt, das Erscheinen des Buches nicht zu erleben', so Trimborn. 'Deshalb wollte er nichts geschönt haben'." (
Hamburger Abendblatt )