Ein traumatisierter Vietnam-Veteran, der nur seine Ruhe haben will, wird von Stadtbewohnern gegängelt. Als er gerade die Stadt verlassen will, kommt es auf einer Brücke zur ersten Auseinandersetzung. Nein, ich Rede nicht von Rambo 1, sondern von Ruckus. Allerdings sind die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Geschichten derart frappierend, dass sie jedem Kinofan sofort ins Auge stechen werden.
Das Überraschende ist, dass Ruckus das Original und Rambo die Kopie ist. Dies allein müßte für jeden Actionfan schon Kaufgrund genug sein.
Doch Ruckus hat durchaus eigene Qualitäten. Es handelt sich um einen der besten trashigen B-Filme, die ich kenne. Die Stunts sind sehr solide, die Effekte billig aber nett. Auch der Humor, wenngleich wohl meist unfreiwillig, kommt nicht zu kurz. Wenn z.B. einem der Redneckfürze bei einer Verfolgungsjagd das Dach seines Wagens abrasiert wird, er dies erst nach einigen Augenblicken bemerkt und dann ausruft: "Hey, wo ist denn mein Dach?", könnte ich mich vor lachen kringeln.
Auch die Besetzungsliste ist durchaus eindrucksvoll. Linda Blair (Oscar-Nominierung für Der Exorzist), Richard Farnsworth (Oscar für The Straight-Story), Hollywood-Veteran Ben Johnson und natürlich Dirk 'Faceman' Benedict (Das A-Team, Kampfstern Galactica, Goldene Zeiten) sorgen für Wiedererkennungswert.
Letzerer muß sich hier allerdings weit unter Wert schlagen, da er für die Rolle des schweigsamen Einzelkämpfers nicht prädestiniert ist.
Erwähnenswert ist noch die gute Filmmusik. Die beiden Songs "What can you do to him now" und "One Day in time" von Janine Fricke sind für einen B-Film ungewöhnlich gut - so weit man Country wenigstens etwas abgewinnen kann.
Schwach sind das etwas plötzliche Ende und die merkwürdige Szene mit Linda und Dirk auf den Motorcrossbikes (Was soll das ????). Dennoch ist Ruckus charmant und den meisten Segal/Van Damme/Dudikoff-Produktionen haushoch überlegen.