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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dekadenz mit Zwischentönen,
Von Wirtshausberater (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Rubljovka - Straße zur Glückseligkeit (DVD)
Rubljovka, das ist die Landstraße vor den Toren Moskaus, an der spätestens seit der russischen Revolution die Reichen und Mächtigen residieren, und an der nun der neue Geldadel seinen Platz einfordert. Irene Langemann lässt in ihrem Film dreizehn Anwohner dieser Straße zu Wort kommen: von der Pelzhändlerin, die eine verwöhnte Schönheit beim Kauf ihres Dritt-Zobels berät über ein altes Mütterchen, das sich neben ihrem lauten Anwesen direkt an der Rubljovka das Wasser für den täglichen Bedarf aus einem alten Brunnen hochkurbeln muss. Leiharbeiter aus ehemals sowjetischen Staaten erzählen wie Immobilienmakler, die Teil des Systems sind. Eines Systems, das alteingesessene Normalverdiener erpresst, entweder ihr Grundstück zu räumen oder das Schicksal derer zu teilen, deren Anwesen einfach angezündet wird.Langemann taucht tief ein in das Selbstverständnis einer Oberschicht, die sich einredet, sich ihren bizarren Wohlstand erarbeitet zu haben und ihr Wolkenkuckucksheim von aggressiven Sicherheitsleuten verteidigen lässt. Bemerkenswert, welche Aufnahmen und Einblicke ihr trotz Schikanen seitens der russischen Obrigkeit gelungen sind. Dennoch zeigt Langemann viele Zwischentöne: Die Grenze zwischen Gut und Böse verläuft innerhalb der Protagonisten wie dem 12-Jährigen, der ein größeres Zimmer in einer Landhausvilla einfordert und gleichzeitig eine dezidierte Vorstellung darüber hat, woran die Gesellschaft krankt. Eine Gesellschaft, die sich zwar eine demokratische Fassade errichtet hat, diese aber lange nicht so gut pflegt wie der Geldadel seine schmucken Häuser. Oder der Maler, der sich von den Superreichen sechsstellige Summen für geschönte Portrait-Gemälde zahlen lässt und die Einnahmen, die seinen Lebensstandard von 30,000$ im Monat übersteigen, für soziale Projekte spendet. Ein überaus realistischer Dokumentarfilm ist Irene Langemann da gelungen, der zwar ohne große Dramaturgie, aber in sehenswerten Bildern die richtigen Fragen stellt, ohne dem Zuseher Antworten aufzudrücken. Sehenswertes Zeitdokument. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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