Rubinstein kam als Zehnjähriger nach Berlin,in Kontakt zu Joseph Joachim.Damit hat er sehr frühzeitig einen Kontakt mit der Musik von Brahms bekommen können, der ihm viel vom Geist dieses Komponisten vermittelte.
Rubinstein hat die Musik von Brahms immer geliebt, immer wieder aufgeführt, bis in höchste Alter. Mit fast neunzig Jahren das erste Klavierkonzert spielen, ist schon eine unglaubliche Leistung.
Die Aufnahmen der Konzerte sind älter ( gottlob).Mit zwei verschiedenen Dirigenten, weil sich Rubinstein 1956 mit Fritz Reiner überworfen hatte. Die Konzerte zeigen den Stil, mit dem sich Rubinstein Brahms nähert. Amerikanische Kollegen bezeichnen ihn als beardless Brahms. Nicht schwer, eher durchsichtig,mehr Poet als vollgriffig-massiger Norddeutscher. Es gibt sicher andere Aufnahmen beider Konzerte, die noch überzeugender sind, Gelber bei Nr. 1, Zimerman bei Nr. 2, aber diese beiden Aufnahmen gehören dennoch zu den nach Jahrzehnten hörenswerten.
Die Klaviersolomusik von Brahms hat Rubinstein nicht komplett eingespielt, aber die Beispiele, die hier versammelt sind, zeigen ihn wieder als einen Spieler, der mehr der "Farbe" und der Durchsichtigkeit verpflichtet ist, als dem brillianten Zugriff.Besonders eindrucksvoll die späten Stücke op. 116,118.
Rubinstein war zeitlebens ein begeisterter Kammermusiker. Er hat viel Kammermusik von Brahms aufgenommen und diese Aufnahmen gehören nach wie vor zum besten, was es auf dem Markt gibt. Den fabelhaften Szeryng, den Rubinstein animiert hat, wieder in die internationale Konzertscene einzutauchen, hatte er als Partner für die Violinsonaten-herrlich. Mit diesen Musikern machte er die anderen Aufnahmen:
Gregor Piatigorsky, Pierre Fournier, Guarneri String Quartet, Das war hochkarätige Kammermusik, auch wenn es zu allen Stücken Alternativen, ja auch überzeugendere, gibt.
Lieben sie Brahms, lieben sie Rubinstein? In beiden Fällen ist der Erwerb dieser Box unabdingbar.