Da ich privat gerne klassische Musik höre, wurde ich sehr schnell auf diese Aufnahme mit Artur Rubinstein und dem LSO aufmerksam.
Anschließend bestellte ich mir diese DVD, und meine Erwartungen wurden hinlänglich übertroffen.
Ebenfalls ist auf dieser DVD ist eine herausragende Bild- und Tonqualität vorzufinden, von der Rubinstein 1975 nur hätte träumen können.
Bei dieser DVD hat man die Möglichkeit (wie im enthaltenen Interview gesagt) die "Konzert-Meilensteine" Rubinsteins zu bestaunen, welche ausschlaggebende Punkte in Rubinsteins Karriere darstellten und ihn den zu dem Jahrhundert-Pianisten hervorhoben, der er im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde.
Es wurden drei Konzerte gewählt, die allesamt der romantischer Gattung entspringen und auch, wie im Interview deutlich wird, in persönlicher Hinsicht prägende Meilensteine in Rubinsteins Leben waren.
Klang/Bild:
Der Sound, welcher auch in 5.1 Varianten zu Verfügung steht, ist nahezu perfekt und sehr ausgewogen (was auch den Klang bzw. die Klangfarbe des Flügels betrifft). Als Zuhörer hat man gar das klangliche Gefühl neben dem Flügel zu stehen. Diesen Eindruck erhält man ebenfalls in Hinblick auf das Orchester, welches geleitet vom noch jungen Andre Previn, einen sehr ausdrucksstarken kraftvollen Klang auf die hoffentlich guten heimischen Boxen überspielt.
Betrachtet man die Bildqualität und die Kameraführung ist man ebenfalls von der guten Arbeit der Tonmeister und Producer beeindruckt, da die Bildqualität klar und scharf ist (bei entsprechender technischen Ausstattung), und die Kameraführung, durch die ganze Partitur hinweg, Instrumente und Klavier im richtig gewählten Blickwinkel gezeigt wurden (z.T. auch parallel angezeigt gefilmt). Somit kann man als Zuhörer wunderbar dem Verlauf der Instrumente und den verschiedenen Einsätzen folgen.
Musikalischer Wert:
Inhaltlich gesehen, bietet diese DVD Einspielungen von den Konzerten von Grieg, Chopin und Saint-Saens, welche noch bis heute Referenzcharakter besitzen.
Man merkt sofort, dass die Zusammenarbeit zwischen Previn und Rubinstein gut funktioniert und das Orchester mit dem 'Maestro' Rubinstein ein harmonierendes Team bildet, welches sich gut ergänzt und sich gegenseitig musikalisch nicht in die Quere kommt.
Previn leitet das Orchester souverän, was dazu führt, dass Rubinstein's Ausdurck und dessen poetischer Klang herausragend zur Geltung kommen.
Als Zuschauer ist man sofort durch den beeindrucken Impuls und das Temperament Rubinsteins hingerissen. In vereinzelten Auschnitten, die den partiell erblindeten Rubinstein zeigen, spürt man jedoch, dass hier ein 90 jähriger Pianist sitzt für den das Konzertieren doch eine körperliche Leistung darstellt.
Davon nicht im Geringsten beeinträchtigt sind die alle Konzerte wundervoll mit einer atemberaubenden Abgeklärtheit eingespielt worden. Dies zielt besonders auf das zweite Konzert des "Haus-Komponisten" Rubinsteins, F. Chopin in f-moll.
Musikalisch ist dieses neben den anderen beiden Konzerten hervorangend nachempfunden, besonders kommt dies im 'Rezitativ' des zweiten Satzes zu Geltung. Dies ist eine der legendären Stellen, welche man als Zuhörer eines so alten Meisters schlichtweg nur bewundern kann.
Rubinstein schafft es hier (verstärkt durch das Tremolo des Orchesters) eine unnacharmliche Spannung zu erzeugen, die die Klasse eines solchen Pianisten demonstrieren. Es sei zudem der berühmte Rubinstein Ton (der Anschlag) erwähnt, der ihn bis heute berühmt macht und um den ihn noch viele Pianisten beneiden werden.
Die beiden anderen Konzerte, von Saint-Saens und Grieg besitzen ebenfalls heutigen Referenzcharakter, interessant ist für den Zuschauer an dieser Stelle die im Interview ausgeführten Erläuterungen Rubinsteins bezüglich dieser Konzerte (s.o.).
Rubinstein soll das Saint-Saens Klavierkonzertes in frühen Jahren in Anwesenheit Saint-Saens gespielt haben, was dieser folgend mit größter Anerkennung und Bewunderung bestätigte.
Schlußendlich kann ich persönlich sagen, dass man mit den drei Konzerten und einem sehr innigen, persönlichen Interview in Rubinsteins Haus, den 90 jährigen Pianisten in seinem vollen Glanz und Können bewundern darf, sodass er nicht umsonst in seiner neunjahrzehntigen Bühnenkarriere, im 20. Jahrhundert und bis heute, als einer der größten, wegweisensten Pianisten gelten darf.