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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2001
Ulrich Rehm weist darauf hin, dass dieses Buch auf der Grundlage eines "fruchtbaren Kölner Kolloquium" entstanden ist, und ebenso fruchtbar findet er offenbar auch das Buch selbst. Auf zahlreiche Beiträge geht er detailliert ein, wobei er durch die Bank nur Lob ausspricht. So hat Rehm in Joachim Raupps Beitrag über Energie in Rubens' Landschaften erfahren, wie sehr dieser sich auf literarisch überlieferte Motive aus der Antike bezogen hat und dass die "gesamte Bildstruktur auf der souveränen Anwendung stoischer Naturlehre auf die Malerei beruht". Nach Rehm hat dies vorher noch nie jemand so deutlich aufgezeigt. Neben vielen anderen Beiträgen findet der Rezensent auch den Text von Arnout Balis über Rubens' "Theoretisches Studienbuch" besonders interessant, weil hier deutlich werde, dass der Maler weniger eine Theorie formulieren wollte, sondern eher Motive so gruppierte, "dass sie für die praktische Anwendung verfügbar wurden". Insgesamt gefällt es Rehm sehr, dass die Autoren hier ganz verschiedene Interessen und Blickwinkel zeigen, die sich summa summarum zu einer "spannungsreichen Einheit" zusammenfügen, so sein Fazit.
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Kurzbeschreibung
Gefühlsstürme auf barocker Leinwand
Mit seiner Kunst vollendete Rubens die Hinwendung des Stoizismus zu allen Bereichen menschlichen Ausdrucks und empirischer Weltbeobachtung.
Peter Paul Rubens prägt bis heute das Bild der Barockkunst. Schon die Zeitgenossen bewunderten seine Fähigkeit, starke Gefühle darzustellen und beim Betrachter auszulösen.
Die Beiträge verbinden Rubens' Affektdarstellung und -regulierung mit der Wende zu Körper, Affektthematik und Empirie im Zeichen der Krise der europäischen Kultur um 1600. In seinem neostoischen Freundeskreis schulte sich der umfassend gebildete Künstler am Universalismus Senecas. Auf die frühbarocken Strömungen in Musiktheorie, Oper, Rhetorik, Poetik, Anthropologie, Medizin, Geologie, Meteorologie und Astronomie gab Rubens mit seiner Kunst völlig neuartige Antworten.
Ulrich Heinen / Andreas Thielemann: Rubens und die Leidenschaften. Eine Einführung
Arnout Balis: Rubens theoretisches Skizzenbuch: Seine Gedanken zu Erfindung und Physiognomie
Wolfgang Brassat: Tragik, versteckte Kompositionskunst und Katharsis im Werk von Peter Paul Rubens
Hans Ost: Rubens und Monteverdi in Mantua. Zur "Götterversammlung" der Prager Burg
Ulrich Heinen: Fleisch und Blut - Rubens' Affektmalerei
Hans Joachim Raupp: Rubens und das Pathos der Landschaft
Andreas Thielemann: Der stoische Modus - mentalistische Aspekte des Rubensschen Klassizismus
Simon A. Vosters: Das Reiterporträt Philipps IV. von Spanien als Allegorie der höfischen AffektregulierungDr. Ulrich Heinen ist Lehrbeauftragter am Kunsthistorischen Institut der Universität Köln.Dr. Andreas Thielemann ist Lehrbeauftragter am Kunsthistorischen Institut der Universität Köln und derzeit Forschungsstipendiat an der Bibliotheca Hertziana in Rom.