Im Frühling 2011 hatte die US-Amerikanische Serie Royal Pains, welche erstmals 2009 auf Sendung ging, endlich auch in Deutschland Premiere. Die Serie vereint gekonnt die Genres Medical mit Comedy und Drama und weiß so gleich in vielerlei Hinsicht zu überzeugen.
INHALT:
Henry "Hank" Lawson ist Arzt in einem New Yorker Krankenhaus. Als er jedoch die Behandlung eines in Lebensgefahr befindlichen Straßenjungen der Beobachtung des eigentlich stabilen Hauptsponsors des Krankenhauses vorzieht, und der Sponsor unvorhersehbar stirbt, verliert Hank seinen Job und findet aufgrund des schlechten Rufes, der ihm nun anhängt, auch keinen neuen. Kurz darauf verlässt ihn auch seine verlobte und hinterlässt ihm nur einen Berg Schulden.
Geplättet verkriecht sich Hank für Wochen in seiner Wohnung, ehe sein Bruder Evan ihn schließlich zu einem Kurzurlaub in den Hamptons, einer Luxus-Region östlich von New York City, überredet. Dort schleichen sich die beiden auf einer Party ein, welche vom Deutschen "Boris" gegeben wird. Einer der Gäste bricht zusammen und Hank hält den Hausarzt von einer falschen Diagnose ab, womit er der Frau das leben rettet.
Boris ist beeindruckt und bietet Hank an, mindestens für den Sommer in einem Loft auf seinem Grundstück zu wohnen und dort als Exklusivarzt der Haptons zu bleiben. Gedrängt von seinem Schuldenberg sowie seinem Bruder Evan willigt Hank - der eigentlich überhaupt nichts für das Glamourleben übrig hat - vorerst ein. Zusammen mit seinem Bruder in der Rolle des Finanzchefs und der plötzlich auftauchenden Divya Katdare, die sich quasi im Alleingang zu Hanks medizinisch-technischer Assistentin ernennt, entsteht so der Ärztedienst "HankMed".
Die Nachricht vom neuen Exklusivarzt verbreitet sich in den Hamptons wie ein Lauffeuer und die drei haben viel zu tun. Doch bei all den Reichen Kunden ist Hank auch stets bereit, den weniger betuchten Leuten, die hilfebedürftig sind, Hilfe anzubieten.
Eine weitere Rolle in der Serie spielt die Administratorin des örtlichen Krankenhauses, Jill Casey, die ebenfalls nicht viel für Ruhm und Reichtum überhat und Hank so schnell überaus Sympatisch wird...
Jede Folge bietet meist eine in sich geschlossene Geschichte, aber es gibt auch einige folgenübergreifende Handlungsstränge sowie wiederkehrende Nebencharactere (zB Patienten).
KRITK:
Wie schon Anfangs erwähnt überzeugt "Royal Pains" vor allem aufgrund der Mischung. Das Team von HankMed sieht sich in jeder folge mit einem oder mehreren interessanten medizinischen Fällen und den damit verbundenen Schicksalen der Betroffenen konfrontiert. Aufgelockert wird das ganze durch viele Comedy-Elemente, die gerne mal für den einen oder anderen Lacher sorgen.
Einen maßgeblichen Anteil an dieser Mischung haben die gut ausgearbeiteten Charaktere. Hank ist stets hilfsbereit und meistens sachlich bei der Arbeit, auch wenn ihn seine Bekanntschaft mit Jill zusehends beschäftigt. Evan ist vor allem am Geld der meisten Patienten interessiert und es ist stets sehr unterhaltsam, zu sehen, wie er diversen Leuten etwas abschwazen oder sich bei ihnen einschleimen will. Dazu kommt noch eine Art Kleinkrieg, den er gelegentlich mit Dyvia führt. Dyvia selbst will immer seriös erscheinen und über Evans Albernheiten stehen, kann aber oft doch nicht anders, als über ihn zu lachen. Darüber hinaus bietet aber auch sie einen interessanten Hintergrund, da ihre Eltern zunächst nichts von ihrem Beruf wissen und auch einen ganz anderen Zukunftsplan für ihre Tochter haben.
Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die Location: Das Meer, der Strand und die Luxusvillen, wo weite Teile der Handlung spielen, bieten immeer eine sehr interessante Kulisse.
FAZIT:
"Royal Pains" ist endlich mal was Neues und hebt sich vom Einheitsbrei der Ärzte- und Krimiserien, die die TV-Landschaft (noch?) dominieren, ab. Sowohl Fans von Medical-Serien als auch Fans von komödiantisch beeinflussten Serien kommen hier auf ihre Kosten. Und auch, wer einfach mal vom üblichen Serien-Einerlei loskommen und etwas neues sehen will, sollte mal einen Blick risikierern.