Kurzbeschreibung
Der Weihnachtsmann hat ein Problem und das trägt den schönen Namen Rudolf. Just am 24. Dezember leidet das rotnasige Musterexemplar eines Rentierbullen an einer Erkältung, vor allem aber an grober Unlust. Ersatz muss her, und zwar ein echter Könner! Wer käme da ernsthaft in Frage außer Rover, dem Hund, der jede Abkürzung kennt? Mit den Mack'schen Kindern und zwei versehentlich nach Lappland gebeamten Echsen im Schlepptau starten Rover und der Weihnachtsmann den Wettlauf gegen die Zeit. Aber schon kitzeln die Strahlen der aufgehenden Sonne sie im Nacken! Werden sie es schaffen, allen Kindern von Australien bis Alaska in der Nacht auf den 25. Dezember ihr Geschenk zu bringen? Immerhin geht es um die Glaubwürdigkeit des Weihnachtsmannes. Und was wäre der, wenn das Unternehmen misslänge? Doch nichts weiter als ein alter Mann mit weißem Bart wie Millionen andere!
Klappentext
Einer der wirklich herausragenden Autoren der englischen Literatur.
Elle
Elle
Roddy Doyle ist ein Genie.
Joanne K. Rowling
Doyle fabuliert und schwadroniert drauf los, dass es eine Freude ist.
Tagesspiegel
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Roddy Doyle, geb. 1958 in Dublin, ist einer der bekanntesten Vertreter der neueren irischen Literatur. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Dublin.
Auszug aus Rover rettet Weihnachten (Omnibus Hardcover) von Roddy Doyle, Andreas Steinhöfel. Copyright © 2002. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Es war der Vorweihnachtsabend in Dublin und die sengende Sonne sprengte Risse in die Steine. Die Eidechsen trugen Badelatschen und die Kakteen an den Straßenrändern der Stadt hechelten nach Luft.
»Wasser!«, keuchte ein Kaktus.
»Diätwasser!«, keuchte seine Freundin neben ihm.
Der Liffey war ausgetrocknet und die Reifen aller Stadtbusse waren geschmolzen. Robbie und Jimmy Mack brutzelten ein Spiegelei auf einer Schaufel und -
Moment mal.
Ja?
So sieht es in Dublin zur Weihnachtszeit nicht aus. Fang noch mal an.
Also gut.
Es war der Vorweihnachtsabend in Dublin und es hatte seit Wochen geschneit. Schneeflocken, groß wie Mäuse, fielen aus dem grauen Himmel und die Kakteen an den Straßenrändern der Stadt waren sehr alt und ein bisschen wirr im Kopf. Jimmy und Robbie Mack versuchten, ein gefrorenes Ei von der Schaufel zu kratzen -
Halt.
Ja?
So sieht es in Dublin auch nicht aus. Hör endlich mit dem Blödsinn auf, sonst kaufen wir das Buch nicht.
Entschuldigung.
Es war der Vorweihnachtsabend in Dublin und es regnete. Es hatte seit Wochen geregnet und die Kakteen an den Straßenrändern der Stadt hatten die Nase voll.
»Ich bin vielleicht voll«, sagte ein Kaktus.
»Ich bin vielleicht fett«, sagte seine Freundin neben ihm.
Robbie und Jimmy Mack bewarfen sich mit Eiern, weil es keinen Schnee gab, um Bälle daraus zu formen. Ein Ei schlitterte über das nasse Gras und rollte unter einen tropfnassen Busch. Neben einem Eidechs blieb es liegen.
Der Eidechs beäugte das Ei. Er hatte absolut keine Lust, es zu essen.
»Weshalb nicht?«, sagte das Ei.
Es war zu kalt, um es zu essen, deshalb. Der Eidechs war verspannt und ihm war fröstelig und elend zumute. Er lief rot an, weil er glaubte, dadurch würde ihm wärmer. Wurde ihm aber nicht.
»Was für eine hübsche Farbe«, sagte eine Stimme neben ihm.
Es war eine bezaubernde Stimme. Es war die bezauberndste Stimme, die der Eidechs je vernommen hatte. Er schaute auf und
erblickte die bezauberndste Eidechse, die er je gesehen hatte. Und er blieb rot, weil er verlegen war.
»Du siehst kuschelig aus«, sagte die bezauberndste aller Eidechsen.
»Oh«, sagte der Eidechs. »Dabei friere ich eigentlich.«
Und nach und nach verlor er seine Röte und nahm eine sehr viel kältere Farbe an: Grau.
»Frierst du denn nicht?«, fragte er.
»Nein«, sagte die bezauberndste aller Eidechsen. »Ich habe den richtigen Namen.«
»Was meinst du damit?«
»Nun ja«, sagte die bezauberndste aller Eidechsen. »Ich wechsle meinen Namen, wann immer das Wetter sich ändert. Ist es sehr heiß, benutze ich einen Namen aus einem heißen Land und fühle mich bestens. Ist es sehr kalt oder nass, so wie jetzt, benutze ich einen Namen aus einem kälteren Land. Wie heißt denn du?«, fragte sie.
»Omar.«
»Netter Name«, sagte sie. »Aber für dieses Wetter völlig ungeeignet. Versuch mal, dich Hans zu nennen. Das ist ein schöner kalter Name.«
»Okay«, sagte Omar. Er hüstelte und sagte: »Ich heiße Hans.«
»Wie fühlt sich das an?«, fragte die bezauberndste aller Eidechsen.
Hans drückte seinen Bauch in das kalte, nasse Gras.
»Gut«, sagte er. »Sehr gut.«
Er rieb seinen Bauch auf dem Gras. Er begann zu schimmern; er wurde silbern.
»Sehr, sehr gut. Und wie heißt du?«, fragte er.
»Heidi«, sagte die wunderbarste aller Eidechsen.
»Hei-di-hei, Heidi«, sagte Hans.
»Hei-di-ho, Hans«, sagte Heidi.
Hans ließ seine Zunge hervorschnellen und fing damit eine Fliege ein, die an einer sehr weit entfernten Wand in Marokko saß.
»Wow«, sagte Heidi.
»Lust auf ein paar Knusperflügel?«, sagte Hans.
Hans kaute und lächelte Heidi an. Heidi kaute und lächelte Hans an. Sie waren fliegensatt und begannen, sich ineinander zu verlieben. Aber in dieser Geschichte geht es weder um Heidi noch um Hans, auch wenn sie beide darin vorkommen. Und schon gar nicht geht es um die Fliege. (Die kullerte gerade in Heidis Bauch hinunter und sang dabei das traurige Lied Und dabei liebe ich euch beide.) In dieser Geschichte geht es um Robbie und Jimmy, um einen Hund und einige andere Leute und um das, was sie am Vorweihnachtsabend taten.
Sie beginnt auf der nächsten Seite mit Kapitel zwei. Und das bedeutet, dass ihr mit Kapitel eins lediglich eure Zeit verplempert habt. Tut mir Leid.
»Wasser!«, keuchte ein Kaktus.
»Diätwasser!«, keuchte seine Freundin neben ihm.
Der Liffey war ausgetrocknet und die Reifen aller Stadtbusse waren geschmolzen. Robbie und Jimmy Mack brutzelten ein Spiegelei auf einer Schaufel und -
Moment mal.
Ja?
So sieht es in Dublin zur Weihnachtszeit nicht aus. Fang noch mal an.
Also gut.
Es war der Vorweihnachtsabend in Dublin und es hatte seit Wochen geschneit. Schneeflocken, groß wie Mäuse, fielen aus dem grauen Himmel und die Kakteen an den Straßenrändern der Stadt waren sehr alt und ein bisschen wirr im Kopf. Jimmy und Robbie Mack versuchten, ein gefrorenes Ei von der Schaufel zu kratzen -
Halt.
Ja?
So sieht es in Dublin auch nicht aus. Hör endlich mit dem Blödsinn auf, sonst kaufen wir das Buch nicht.
Entschuldigung.
Es war der Vorweihnachtsabend in Dublin und es regnete. Es hatte seit Wochen geregnet und die Kakteen an den Straßenrändern der Stadt hatten die Nase voll.
»Ich bin vielleicht voll«, sagte ein Kaktus.
»Ich bin vielleicht fett«, sagte seine Freundin neben ihm.
Robbie und Jimmy Mack bewarfen sich mit Eiern, weil es keinen Schnee gab, um Bälle daraus zu formen. Ein Ei schlitterte über das nasse Gras und rollte unter einen tropfnassen Busch. Neben einem Eidechs blieb es liegen.
Der Eidechs beäugte das Ei. Er hatte absolut keine Lust, es zu essen.
»Weshalb nicht?«, sagte das Ei.
Es war zu kalt, um es zu essen, deshalb. Der Eidechs war verspannt und ihm war fröstelig und elend zumute. Er lief rot an, weil er glaubte, dadurch würde ihm wärmer. Wurde ihm aber nicht.
»Was für eine hübsche Farbe«, sagte eine Stimme neben ihm.
Es war eine bezaubernde Stimme. Es war die bezauberndste Stimme, die der Eidechs je vernommen hatte. Er schaute auf und
erblickte die bezauberndste Eidechse, die er je gesehen hatte. Und er blieb rot, weil er verlegen war.
»Du siehst kuschelig aus«, sagte die bezauberndste aller Eidechsen.
»Oh«, sagte der Eidechs. »Dabei friere ich eigentlich.«
Und nach und nach verlor er seine Röte und nahm eine sehr viel kältere Farbe an: Grau.
»Frierst du denn nicht?«, fragte er.
»Nein«, sagte die bezauberndste aller Eidechsen. »Ich habe den richtigen Namen.«
»Was meinst du damit?«
»Nun ja«, sagte die bezauberndste aller Eidechsen. »Ich wechsle meinen Namen, wann immer das Wetter sich ändert. Ist es sehr heiß, benutze ich einen Namen aus einem heißen Land und fühle mich bestens. Ist es sehr kalt oder nass, so wie jetzt, benutze ich einen Namen aus einem kälteren Land. Wie heißt denn du?«, fragte sie.
»Omar.«
»Netter Name«, sagte sie. »Aber für dieses Wetter völlig ungeeignet. Versuch mal, dich Hans zu nennen. Das ist ein schöner kalter Name.«
»Okay«, sagte Omar. Er hüstelte und sagte: »Ich heiße Hans.«
»Wie fühlt sich das an?«, fragte die bezauberndste aller Eidechsen.
Hans drückte seinen Bauch in das kalte, nasse Gras.
»Gut«, sagte er. »Sehr gut.«
Er rieb seinen Bauch auf dem Gras. Er begann zu schimmern; er wurde silbern.
»Sehr, sehr gut. Und wie heißt du?«, fragte er.
»Heidi«, sagte die wunderbarste aller Eidechsen.
»Hei-di-hei, Heidi«, sagte Hans.
»Hei-di-ho, Hans«, sagte Heidi.
Hans ließ seine Zunge hervorschnellen und fing damit eine Fliege ein, die an einer sehr weit entfernten Wand in Marokko saß.
»Wow«, sagte Heidi.
»Lust auf ein paar Knusperflügel?«, sagte Hans.
Hans kaute und lächelte Heidi an. Heidi kaute und lächelte Hans an. Sie waren fliegensatt und begannen, sich ineinander zu verlieben. Aber in dieser Geschichte geht es weder um Heidi noch um Hans, auch wenn sie beide darin vorkommen. Und schon gar nicht geht es um die Fliege. (Die kullerte gerade in Heidis Bauch hinunter und sang dabei das traurige Lied Und dabei liebe ich euch beide.) In dieser Geschichte geht es um Robbie und Jimmy, um einen Hund und einige andere Leute und um das, was sie am Vorweihnachtsabend taten.
Sie beginnt auf der nächsten Seite mit Kapitel zwei. Und das bedeutet, dass ihr mit Kapitel eins lediglich eure Zeit verplempert habt. Tut mir Leid.