Konsequent unterkühlt arbeiten sich Elly Jackson und Ben Langmaid alias La Roux am Synthie-Pop der frühen Achtziger ab - und beweisen mit ihrem Debütalbum, wie berechtigt der Hype der letzten Monate war.
Früher oder später müssen einem Hype auch Taten folgen, weswegen derzeit mit Little Boots, Florence & the Machine oder La Roux all jene Britinnen endlich mit ihren Alben um die Ecke kommen, die in der Blog-Welt, bei der BBC und sonst wo schon seit über einem halben Jahr als große Pop-Hoffnungen angepriesen werden.
Den in jeder Hinsicht konsequentesten Weg geht dabei La Roux, wohinter sich Frontfrau und Aushänge-Rotschopf Elly Jackson sowie der sich Goldfrapp-mäßig zurückhaltende Produzent Ben Langmaid verbergen. Eindeutiger noch als alle anderen Elektropop-Kollegen der jüngsten Zeit, von Robyn bis Lady GaGa, folgt das Debütalbum "La Roux" einer einzigen Inspirationsquelle: den britischen Synthie-Bands der frühen Achtziger Jahre. Yazoo, Human League oder auch Depeche Mode stehen auf hypermoderne Weise Pate, und selbst wenn - wie bei "Quicksand" - Prince und sein "When Doves Cry" verwurstet werden, muss der Funk zugunsten cooler, aber nie nostalgischer Disco-Beats weichen.
Bunt durcheinander gewürfelte Stil-Experimente wie bei Florence & the Machine sucht man auf diesem Album ebenso vergeblich wie die blubbernde Verspieltheit von Little Boots. La Roux will nicht nur spielen, sondern macht Ernst.
Geradlinig, mit Biss und stets unterkühlt jagt ein Electro-Knaller den nächsten, und von Ellys Frisur und Make-up bis hin zu den thematisch wenig heiteren Texten gibt die erste Single den gnadenlosen Ton an: They are "In For the Kill". Und für alle, denen der Sinn nicht nach kalten Eighties-Klängen steht, hat La Roux schon den nächsten Hype in petto. Der formidable "In For the Kill"-Remix des Dubstep-Zauberers Skream fegt nämlich schon gleichermaßen entspannt wie treibend über die Tanzflächen dieser Welt.
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