1976 - The Who hatten 1975 gerade "The Who By Numbers" veröffentlicht und eine kleine Schaffenspause eingelegt, da verließ Ronnie Lane die kurz zuvor wiedervereinigten "Small Faces" noch vor der Einspielung eines neuen Albums auch schon wieder. Townshend und Lane, die sich als Musiker und Songschreiber sehr schätzten, beschlossen, die Zeit zu nutzen und gemeinsam ein Album aufzunehmen. Es entstand das 1977 veröffentlichte "Rough Mix", ein Album, das seinerzeit von den Kritikern hochgelobt, von den Plattenkäufern jedoch ignoriert wurde. Frei von allen (Produktions-) Zwängen war jedoch ein Meisterwerk entstanden.
Jedes der zehn von Pete Townshend und Ronnie Lane allein oder gemeinsam oder mit Unterstützung von Freunden geschriebenen Stücke des Albums ist ein kleines Meisterwerk, ebenso das von Holyfield/Williams geschriebene "Till The Rivers All Run Dry". Es gibt keinen einzigen "Füller" auf dieser CD (Platte). Hevorzuheben sind jedoch das rockig-flockige Titelstück "Rough Mix", "Keep Me Turning", das direkt von "The Who By Numbers" stammen könnte und sehr gut auf Pete Townshends "Empty Glass"-Album gepasst hätte - und vor allem das von Ronnie Lane gesungene, von einem traurigen Akkordeon und akustischen Gitarren getrage "Annie". Als Gastmusiker haben u.a. Charlie Watts, Eric Clapton, John Entwistle, Boz Burrell, Henry Spinetti, Mel Collins und etliche weitere zu dem Gelingen des Werkes beigetragen; die Besetzungsliste liest sich teils wie das "Who's Who" der (damaligen) Rock- und Folkszene.
"Rough Mix" ist eine meiner absoluten Lieblingsplatten - ich danke Pete Townshend und Ronnie Lane dafür. Leider ist Ronnie Lane, der schon zu dieser Zeit an multipler Sklerose erkrankt war, 1997 verstorben. Dieses Album soll für immer an ihn erinnern.