"50 ausgewählte Wanderungen in den Zillertaler und Tuxer Alpen..." verspricht der Covertext dieses Wanderführers. Die beschriebenen Wanderungen sind tatsächlich allesamt lohnenswert und bieten gleichzeitig einen abwechslungsreichen Querschnitt durch die genannten Alpenregionen. Leider scheitert der Wanderführer an seiner Aufmachung und wird aktuellen Ansprüchen nicht gerecht. Dies beginnt gleich mit den verwendeten Kartenausschnitten im Maßstab 1:50.000 und 1:75.000, die für Wanderkarten zu klein sind und nur wenige Details abbilden. Hier wären detailliertere Karten im Maßstab 1:25.000 wesentlich hilfreicher gewesen. Weiterhin variieren die Tourenbeschreibungen stark im Grad ihrer Ausführlichkeit. Teilweise sind die nackten Details der Wanderungen stichwortartig aneinander gereiht, anderswo geht es ausführlicher zu, wobei auch die Art der Sprache stark variiert. Vor allem die zeitweise Verwendung der 1. Person Plural in diesem Wanderführer wirkt leicht angestaubt und man merkt dem Buch deutlich an, dass es wohl über mehrere Jahrzehnte "gewachsen" ist. Dies gilt auch für die Abbildungen, die meistens wenig brillant und teilweise sogar richtig schlecht sind. So hätte man auf ein verwackeltes Foto der Ahornspitze (der Hausberg von Mayrhofen) am besten ganz verzichtet. Die Angaben zu Unterkünften und Einkehrmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich gestaltet und reichen von der bloßen Erwähnung ohne Adresse bis hin zur ausführlichen Angabe mit Telefonnummer und E-Mailadresse. Inhaltlich ist der Wanderführer in der 7. Auflage 2010 nicht immer aktuell. So wird z.B. mehrmals das Gasthaus Bärenbad im Zillergrund erwähnt, das jedoch nach einem Lawinenabgang bereits seit 2005 geschlossen ist. Auch befindet sich auf dem Weg zum Furtschaglhaus am Schlegeisspeicher keine mobile Jausenstation. Die Grawandhütte im Zemmgrund auf dem Weg zur Berliner Hütte ist nicht - wie behauptet - bereits von Weitem sichtbar, sondern taucht erst unvermutet hinter einer Kehre auf. Positiv bleibt anzumerken, dass die Zeitangaben zu den einzelnen Wanderungen recht verlässlich sind und auch die Höhendiagramme können in der Übersicht hilfreich sein.
Fazit: Ein wenig innovativer Wanderführer, dem eine eingehende redaktionelle Überarbeitung gut getan hätte.