... der Abenteuer,
... der südafrikanischen Landschaft,
... der politischen Verwirrungen und Geschehnisse.
Wie von Rainer M. Schröder gewohnt, haben wir es auch diesmal wieder mit einem spannenden, gut recherchierten Abenteuerroman zu tun. In „Rotes Kap der Abenteuer" beschwört Schröder die Zeit des 19. Jahrhunderts in Südafrika mit Burenaufständen und Kaffernkriegen herauf. Im ersten Teil lernen wir den 17-jährigen Hendrik McAllister in einer Art „Aschenputtel-Situation" kennen: als Kind eines Briten und einer inzwischen verstorbenen Treckburin ist er Halbwaise und leidet unter seinen drei Halbbrüdern und seinem ungerechten, harten Vater. Schließlich sagt er sich von seiner Familie los, nimmt den Mädchennamen seiner Mutter an, nennt sich also fortan Hendrik Magdenburg, und zieht aus, um sein Glück zu suchen.
Im folgenden Teil beobachten wir die Entwicklung Hendriks, der sich auf verschiedenen Farmen nützlich macht, bis er endlich durch einen Zufall den Verwalterposten auf dem Gut Groot Fontein angeboten bekommt. Er stellt sich der Herausforderung, die er letztlich trotz allen Widrigkeiten, auch (kolonial-)politischen Auseinandersetzungen mit der britischen Obrigkeit, mit Bravur meistert. Auch seine zarte Liebesbeziehung steht in all den Wirren der Zeit unter keinem guten Stern...
Besonders auffällig sind an Hendriks Charakterzeichnung sein diplomatisches Geschick sowie seine offene, freundliche und gewinnende Art. Dennoch bekommt man mit, wie Hendrik erst mühsam Durchsetzungsvermögen und politisches Geschick erlernen muss, bis er es schließlich geschickt und sinnvoll einzusetzen weiß. Dabei muss er sein politisches Geschick nicht nur in wirklich gesellschaftlichen und politischen Dingen gebrauchen, sondern sich auch bei missgünstigen Nachbarn und anderen sehr speziellen Individuen Respekt verschaffen, wie z. B. seinem "Chef", dem ruppigen, widerborstigen und cholerisch-launischen Hermanus Houtman.
Schön finde ich, wie immer in Schröders Büchern, das Nachwort, das noch ein bisschen Hintergrundinformation liefert, die Landkarte (die aber hier etwas detaillierter sein dürfte) und die gelungene, gekonnte Art und Weise, wie der Autor authentische, originalsprachliche burische Begriffe in die Geschichte einfließen lässt, ohne dass es zu Verständnisproblemen beim Lesen kommt.