4.0 von 5 Sternen
Nichts ist so, wie es scheint, 10. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Roter See (Taschenbuch)
Nichts ist so wie es scheint, dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch die komplette Geschichte. Sandra Herrler nimmt ihre Leser mit auf eine Reise, eine Reise in die Abgründe der Gedankenwelt eines Psychopathen. Wie war es wirklich? War Anja doch nicht die perfekte Hausfrau und liebende Mutter, als die man sie kannte? Was ist mit Kerstin, ihrer Schwester? Ist ihr Verhalten wirklich so selbstlos, wie sie es die Außenwelt gerne glauben lassen möchte? Und die wichtigste Frage, ist Christian wirklich so verrückt oder wurde er nur manipuliert?
Häppchenweise erfährt man immer wieder neue Wendungen, neue Charakterzüge tauchen auf und nichts ist wirklich so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Meint man, die Hintergründe zu kennen und einem Charakter zu glauben, so wird mit Sicherheit seine nächste Handlung den Leser wieder in eine völlig andere Richtung drängen. Nichts ist so, wie es scheint, und nach einiger Zeit ist man auch dermaßen verwirrt, dass man einfach alles glaubt, was uns die Autorin glauben lassen möchte. Und alles ist glaubhaft, hinter der Fassade einer scheinbar glücklichen Familie brodelt es doch gewaltig, jeder könnte so oder so gehandelt haben.
Leider gibt es auf der Reise zu viele Zwischenstationen. Ständig erfahren wir wieder und wieder die gleichen Gedanken und Zusammenfassungen, Christians Gefühlswelt wird immer verworrener. Aber wieder und wieder sieht und denkt er das gleiche, seine blitzartigen Visionen und Reflexionen fokussieren immer nur das gleiche Thema, nämlich Anja. Er ist nämlich gar nicht so gut mit allem zurechtgekommen, wie alle geglaubt haben. Nach und nach nimmt der Wahnsinn Oberhand, um die Reise endlich zu ihrem bestimmten Ziel zu führen. Leider ist das Buch aber nicht so umfangreich, dass man sich mit den vielen ausführlichen Wiederholungen arrangieren könnte. Passiert dann wieder etwas, fliegen die Seiten wie von selbst. Sandra Herrler gelingt es, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten, man will endlich wissen, wie es ausgeht und wer gewinnt, der Wahnsinn oder doch noch der Menschenverstand. Und getreu dem Motto zerfrisst einen die Spannung, ob denn nun doch wirklich nichts so ist wie es scheint, vielleicht ist es am Ende doch ganz anders.
Die Geschichte ist sehr realistisch und gut nachzuvollziehen, es könnte tatsächlich so gewesen sein. Alleine schon der Anfang, das Getratsche am offenen Grab lässt einen zusammenzucken und man erkennt die wahre Welt wieder, punktgenau charakterisiert die Autorin hier die angeblich so heile Dorfgemeinschaft. Und diese Punktgenauigkeit verliert sie auch nie, die Personen sind herrlich skurril, dabei aber immer wirklichkeitsgetreu und von jedem Charakter ist etwas vertreten.
Ein möglicherweise wahres Verbrechen wird detailliert von allen Seiten beleuchtet, man findet sich sehr schnell in einer Welt des Wahnsinns und der grausamen Visionen wieder. Packend erzählt hofft man bis zum Schluß, dass nichts so ist, wie es scheint.
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5.0 von 5 Sternen
spannend - fesselnd - lebendig -> 1a für eine Newcommerin am Thrillermarkt, 14. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Roter See (Taschenbuch)
Ich fühle mich hin- und hergerissen - es ist lange her, dass ich einen Thriller gelesen habe, den ich nicht zur Seite legen mochte, weil er mich so in seine Welt gesogen hat. Ich habe das Buch in einem Zug "aufgesogen" Von der ersten Seite an konnte Sandra Herrler mit ihrem Erstlingswerk eine so immense Spannung erzeugen dass es fast unmöglich war das Buch aus der Hand zu legen - wie eine Droge. Zur Geschichte selber möchte ich feststellen, dass sie komplett logisch ist und gut recherchiert ist, könnte also durchaus real passiert sein - das macht die Story greifbar und erzeugte eine Dauer-Gänsehaut.
Zum Inhalt: Nach dem Selbstmord einer jungen Mutter, welcher auf den ersten Blick sinnlos und unbegreiflich erscheint, beginnt bei Sandra Herrler's 'Roter See' Seite für Seite der dramatische Aufbau von Spannung. Dadurch das die Story plastisch, die Schauplätze so vertraut sind, dass man sie förmlich vor sich sieht, fühlt man lebendig mit, wie der Vater leidet, spürt, wie er sich zerfrisst, wie er schlichtweg nicht weiß, was da mit ihm geschieht ' und so wird man auch immer mehr zu einem Verbündeten des Vaters, obwohl immer mehr schockierende Einzelheiten der Realität bis zur letzten Seite des Buches den Leser zu Verwirrung über eben diese Vaterfigur führt.
Das actionreiche Tempo, dass einem beim Lesen kaum Luft holen lässt und so aus einer geplanten Lesestunde mal locker eine komplette Nacht macht ' die irrsinnig spannende Story, die sich mit zahlreichen Verwirrungen, Wendungen und Rätseln ständig selbst überschlägt ' machen dieses Erstlingswerk von Sandra Herrler zu einem grandiosen Einstieg in die Welt der Thrillerautoren. Ich freue mich jedenfalls schon auf ein neues Werk dieser Autorin.
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3.0 von 5 Sternen
Ein beklemmendes Horrorszenarium, 16. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Roter See (Taschenbuch)
Nichts ist wie es scheint. Unter diesem Motto schreibt die Münchnerin Sandra Herrler ihren Psychothriller "Roter See". Und richtig: aus der scheinbaren Familienidylle wird mehr und mehr ein beklemmendes Horrorszenarium. Dabei schleicht sich das Grauen ganz leise heran, und bevor es bemerkt wird, ist es auch schon zu spät. Leider gelingt es Autorin nicht ganz, diese gruselige Grundspannung durch die ganze, am Ende etwas vorhersehbare Gesichte hindurch aufrecht zu erhalten. Trotzdem: Shining lässt grüßen - hier allerdings ohne Happy End.
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