nicht, dass diese erotischen geschichten schlecht wären. aber die autorin ist wirklich absolut bemüht, nicht nur eine platte erotische geschichte zu verfassen, die schlimmstenfalls keine handlung hat, sie ist auch noch bestrebt, den geschichten ein witziges und / oder überraschendes ende zu bescheren. das gelingt ihr. aber: der schluss ist - trotz allem - meist vorhersehbar und überdies teilweise komplett überzogen.
was hier auch schon eine andere rezensentin schrieb, ist auch für mich das manko -nicht nur- bei diesen erotischen geschichten: die frauen "funktionieren" einfach nur! zitat aus einer geschichte: "sie stöhnte und kam" ... nächstes zitat: "er rieb mich so leidenschaftlich, dass ich sofort kam" ... so ähnlich schauts in fast jeder story aus ... die frauen stöhnen und kommen ... nicht nur einmal ... nein ... mehrmals ... natürlich im minutentakt ... das ist ja alles recht uns schön und natürlich durchaus praktikabel ... vielleicht wunschvorstellung? ... aber es liest sich wenig erotisch ... bei einer erotischen geschichte, finde ich, sollte es schon etwas dauern, ansonsten ist es wirklich sehr, sehr unerotisch und noch mehr: sogar abtörnend. denn genau das wollen frauen eben nicht: kommen müssen am laufenden band! das klingt gerade so, als wäre das ziel nur dann erreicht, wenn es schnell vorüber ist ... gerade eine weibliche autorin sollte diese mär nicht ihren leserinnen vorspielen!
wie gesagt: die geschichten sind nicht einfach nur erotische beschreibungen, die geschichten haben handlungen und sehr ausschweifende enden: da entpuppt sich ein mann als frau ... da wird der freund nach einem dreier plötzlich schwul ... da plant eine junge mutter ein erotisches wochenende und bekommt dann die windpocken ... und so weiter ... das mag als lustig gedacht sein ... ist es aber nicht wirklich! zu viel übertriebene und aufgesetzte handlung kann so eine erotische geschichte zu einem unerotischen erlebnis machen ... dass frauen stöhnen und kommen (angeblich) passiert ja nicht nur in frau grays büchern, sondern leider auch in anderen. da sollten wir dann vielleicht doch an guilia siegels worte denken: eine frau braucht ca. eine halbe stunde! für eine literarische erotische verführung sollte frau das vielleicht berücksichtigen ... bitte - bitte!
dass frau gray aufs äußerste bestrebt ist, ihren erotischen storys eine handlung zu verpassen, erklärt sich leicht, wenn man das vorwort liest: ... für meinen sohn samuel, in der hoffnung, dass er sich nicht schämt, wenn er älter ist und merkt, was seine mutter für bücher schreibt ...
sagt alles ... solange sich die autorin dafür schämt, erotische geschichten zu schreiben, können diese auch nicht wirklich gut sein. sie ist genau deshalb fast verbissen bemüht, auch literarische leckerbissen zu verfassen. aber gut geschriebene erotik sollte leckerbissen genug sein! ein bisschen mehr selbstbewusstsein, frau gray, man/frau sollte zu dem stehen, was man tut, dann wirds auch gut ...