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Darin besteht dann auch das primäre Interesse des Romans: Wie wird sich die Besiedlung des Planeten entwickeln? Welche politischen Kräfte werden die Oberhand gewinnen? Werden die Versuche, das Eis des Nordpols zu schmelzen und Seen und Flüsse herzustellen, erfolgreich sein, oder wird die gewaltige Umwandlung in einer Katastrophe enden? Roter Mars fängt mit einem politischen Mord an und endet mit Revolution und Vergeltung. Dazwischen werden die verschiedenen Faktionen in der Kolonisation und ihre Motivationen vorgeführt, von den idealistischen "Roten", die Mars in seinem urprünglichen Zustand behalten wollen, zu den politischen Kräften der Erde, die Mars nur als Sicherheitsventil für eine überbevölkerte Welt sehen.
Der Roman ist dermaßen groß angelegt, es überrascht nicht allzusehr, daß die Hauptfiguren manchmal etwas schemenhaft wirken. Das ist die größte Schwäche von Roter Mars, aber es ist eine Schwäche, die ich zumindest als Leserin gern in Kauf genommen habe, weil ich den Ideenreichtum so genossen habe. Der wahre Protagonist des Romans ist nicht Maya Toitovna oder Johne Boone oder Arkady Bogdanov, er ist Mars selber. Es ist ein durchaus empfehlenswertes Buch, das den Leser wahrhaftig und glaubhaft in eine andere Welt versetzt. --Ruth Nestvold
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schon jetzt ein Klassiker: Fulminantes Gesellschaftsszenario über eine künftige Mars-Besiedelung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Roter Mars. 1. Roman des Mars- Trilogie (Gebundene Ausgabe)
Bemannte Missionen zum Mars sind in greifbare Nähe gerückt. Haben sich Astronomen, Physiker oder Geologen seit jeher für den roten Planeten interessiert, weckt er mittlerweile auch die Phantasie von Soziologen, Psychologen oder Politikwissenschaftlern. Kann die Marsbesiedelung den Grundstein für eine bessere Welt legen? Welche Akteure werden bei der Kolonisation des Mars die maßgeblichen Entscheidungen treffen und welche Motive stehen dahinter? Welche Autonomie wird man der Mars-Bevölkerung zubilligen und welche Loyalität werden Mars-Geborene ihrerseits gegenüber der Erde empfinden?All diesen Fragen widmet sich Kim Stanley Robinson in seinem Roman "Roter Mars", Teil eins einer Trilogie über die Besiedelung des roten Planeten. Darin schildert der Autor die ersten 35 Jahre der Kolonisierung, beginnend mit dem Raumflug der "Ersten Hundert" im Jahr 2026. Schon zu Anfang der Reise mit handverlesenen Wissenschaftler/innen aus Russland und den USA bilden sich unterschiedliche Positionen zur Rolle der Neuankömmlinge auf dem Mars heraus. Während die so genannten "Roten" den Mars in seiner Ursprünglichkeit erhalten und lediglich erforschen wollen, geht es den Verfechtern des "Terraformens" darum, den Mars möglichst rasch in einen erdähnlichen Lebensraum umzuwandeln. Hierzu dient beispielsweise das gezielte Beeinflussen der Atmosphäre durch den Einsatz überlebensfähiger Flechten. Die politischen Idealisten unter den ersten Hundert sehen den Mars wiederum als Bühne für ein gesellschaftspolitisches Großexperiment: "Unter all den vielen Dingen, die wir auf dem Mars umgestalten, sollen auch wir selbst und unsere soziale Realität sein". Ihnen geht es darum, den lebensfeindlichen Planeten zunächst in eine bewohnbare Welt und schließlich in eine Heimat zu verwandeln, die eine autarke und selbstbestimmte Mars-Nation beherbergt. Die politischen Realitäten sehen indes anders aus: Die Entwicklung des Mars folgt vor allen den Interessen transnationaler Konzerne. Diese konkurrieren um den Mars als Anlageobjekt bzw. verlängerte Werkbank. Dank Ihrer Finanzstärke lassen sie Nationalstaaten und UNO als formell Verantwortliche wie Marionetten an unsichtbaren Fäden tanzen. Die ferne Marsbevölkerung ist dagegen weniger leicht zu steuern. Zudem fehlt den Konzernlenkern der Wille zu Verhandlung und Kooperation. Friedliche Versuche, der aufkeimenden Autonomiebewegung den Boden zu entziehen, werden erst gar nicht unternommen. Im Gegenteil: Massenhaft eingereiste Arbeiter von der Erde finden sich plötzlich in Baracken und überfüllten Behelfsunterkünften der Kuppelstädte des Mars wider. Es gibt Verbrechen, aber keine funktionierende Polizei. Es gibt ein Körperschaftsrecht, aber kein funktionierendes Gesetz. Die Konsequenz sind Arbeiterstreiks, Krawalle und Sabotage. Zunehmend folgen die Betroffenen dem Beispiel eines Teils der "Ersten Hundert", die in versteckten Siedlungen ein selbstorganisiertes Leben beginnen. Auch lokale Parteien wie "Mars first", die den Interessenausgleich mit der überbevölkerten Erde suchen, können nicht verhindern, dass die Lage eskaliert. Die Unabhängigkeitserklärungen ganzer Marsstädte führen zu einer Spirale der Gewalt und die ersten Siedler finden sich in bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen verwickelt... Robinson gelingt mit "Roter Mars" ein fundiertes und zugleich nachdenklich stimmendes Szenario einer künftigen Marsbesiedelung. Ein Szenario, das nicht in den gewohnten technischen oder naturwissenschaftlichen Ausführungen stecken bleibt. Deutlich ablesbar vertritt der Autor die These, dass der Mensch nicht nur den Mars zu verändern vermag, sondern auch der Mars und die einhergehenden Lebensumstände den Menschen verändern werden. So entwickeln sich unter den ersten Siedlern beispielsweise Ansätze zu einer landschaftsbezogenen Religion oder Vorüberlegungen zu einer so genannten "Öko-Ökonomie" in der lokalen Mars-Wirtschaft. Herausgearbeitet wird außerdem eine unausweichliche Zerrissenheit der Neuankömmlinge zwischen den Werten und Zielen der Herkunftswelt Erde und denen der neuen Lebenswelt Mars: "Wenn ihr eure Handlungen nicht auf die Realität des Mars gründet, werdet ihr schizophren, mit eurem Körper auf einem Planeten und eurem Geist auf einem anderen. Keine so gespaltene Gesellschaft kann lange funktionieren". Zugleich wird deutlich, dass es alles andere als leicht ist, die immerhin 700 Millionen Kilometer entfernte Erde, die vom Mars nur als kleiner blauer Abendstern sichtbar ist, politisch, kulturell und ökonomisch hinter sich zu lassen. Die Besiedelung des Mars ist für die Geldgeber der Erde eine Milliardeninvestition, die mittel- bis langfristig satte Gewinne ausschütten soll. Eine Marsbevölkerung, die vom Mars verzaubert plötzlich eigene Pläne entwickelt, statt funktionierendes Rädchen im Getriebe zu sein, gerät zur ernsthaften Bedrohung. Auch wenn Robinson sich stellenweise in detailverliebten Landschaftsbeschreibungen verliert und die Hauptfiguren dabei zuweilen recht blass daneben stehen lässt, so ist ihm ein Roman gelungen, der zu Recht mehrfach prämiert wurde. Das Werk fesselt die Leser auch 15 Jahre nach Erscheinen der amerikanischen Erstausgabe. "Roter Mars" ist anspruchsvoll-intelligente Science Fiction und gehört als Pflichtlektüre in die Bordbibliothek jeder bemannten Marsmission. "Roter Mars" umfasst 800 Seiten und findet seine Fortsetzung in "Grüner Mars" und "Blauer Mars" sowie dem Begleitband "Die Marsianer". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Kitschig und klischeebeladen,
Rezension bezieht sich auf: Roter Mars. 1. Roman des Mars- Trilogie (Gebundene Ausgabe)
DIE ZEIT hatte vor längerer Zeit im Wissen-Resort ein Interview mit dem Autor des Buches, da das Buch mit einer NASA-Mars-Sonde eben auf diesen geschickt wurde. Sozusagen als voreilige Grußbotschaft für Kolonisten in den nächsten hundert Jahren. Daher meine Motivation, mir alle drei Teile zu besorgen.Ich habe mit dem ersten Teil, "Roter Mars", begonnen und mich zu Beginn sehr gefreut, ein SciFi-Buch lesen zu dürfen, das sich an realen Möglichkeiten der Zukunft hält und mit wissenschaftlich fundiertem Wissen aufwarten kann. In einem Satz: Es war eine Qual. Nur die Hoffnung, dass der 2te Band das Versprochene Eldorado des geschriebenen Textes enthält, hat mich bei der Stange gehalten. Der Autor nutzt nur Klischees, wo es geht. Zu "Roter Mars": Auf dem Mars in naher Zukunft: Die Amerikaner und die Russen sind die Wegbereiter. Andere Nationen ziehen mit. Die Russen werden als komisch, schlecht gelaunt, Frauen als maskulin oder modelhaft hübsch dargestellt. Sie arbeiten mit alter Hau-Ruck-Methode, unkonventionell und primitiv. Beim Leser entsteht der Eindruck, die Russen wären nur auf dem Mond dank der Mafia, Drogen- und Waffenexporte und all den Vorurteilen aus Zeiten des kalten Kriegs. Die Amerikaner dagegen, huiuiui. Was für Gestalten des Lichts: Voll der Liebe, der Intelligenz, bereit für jeden sein Leben zu lassen, strebsam und klug. Ihr Land bietet ja auch als einziges die unbegrenzten Möglichkeiten - genauso wie jetzt auch auf dem Mars. Wie pathetisch!! Ach so: andere Nationen gibts auch noch: zum Beispiel die Araber, die in Karawanen (im Ernst!) über die Marsoberfläche ziehen, zusammen Tee trinken und Wasserpfeife rauchen und eigentlich gar nichts tun, sondern nur faul rumhocken. Lustiges Detail: es passiert ein Mord von Kolonisten an DER wichtigsten, bedeutensten und verehrungswürdigsten Person des Marses (natürlich ein Amerikaner). Wer begeht ihn? Zur Erinnerung: Das Buch wurde vor dem 11ten September geschrieben. Diese klischeehafte Darstellung amüsiert zu Beginn (wie werden wohl wir Deutsche charakterisiert), nervt jedoch zunehmend und wird an manchen Stellen schlicht unerträglich. Man könnte darüber hinwegsehen, wäre die Geschichte spannend erzählt und derzeit bekanntes konsequent in die Zukunft gedacht (wie das Beamen aus StarTrek Wissenschaftlern in Österreich gelungen ist - wenn auch nur mit einem einzigen Atom). Doch der Autor nutzt ein dermaßen beschränktes Vokabular mit Wortschöpfungen und -kreationen, die dämlich sind: So ziemlich jedes neu geschaffene Wort, das irgendetwas auf dem Mars oder der dort verwendeten Technologie beschreibt, enthält "aero". Als wäre das das einzige Fremdwort, dessen Kim St. Robinson mächtig ist. Das ist eindeutig zu wenig, zumal es enorm langweilt, ständig das gleiche zu lesen. Auch ergötzt er sich in periodisch wiederkehrenden Planetenbeschreibungen und versucht, durch das Erzählen von Umgebungsstrukturen und Bodenbeschaffenheit den Leser zu faszinieren. Danke, aber da schau ich mir Satellitenaufnahmen der NASA an oder geh zu einem Vortrag im stättischen Planetarium. Das ist fantastischer. Zumal wirklich jedes Kapitel seitenlange Abhandlungen darüber enthält, welche Farbe der Sand gerade hat. Am lächerlichsten sind die einleitenden Geschichten zu Beginn eines jeden Kapitels. In kursiver Schrift wird aus der Perspektive einer handelnden Person (meist nicht verraten, wer es ist) subjektiv die Gefühlslage, die Gedanken und Aktionen erzählt. Herr Robinson versucht sich hier in einer Art poetischen Schrift, die so mißlingt, dass ich ungewollt lachen musste über so viel Naivität während des Schreibprozesses. Für seichte amerikanische Unterhaltung bestimmt ein hohes Niveau. Den zweiten Band "Der grüne Mars" habe ich nach dem 2ten Kapitel zugeklappt, alle drei Bücher in einen Karton verstaut und über das Internet verramscht. Bei allem Respekt für kreativ-schaffende insbesondere im Hinblick auf solche in den Vereinigten Staaten: Es gehört sehr viel Können und Verstehen dazu, ein Buch zu schreiben. Der lang gehegte Traum, Autor zu werden, erfüllt sich nicht durch Belegung eines 2-wöchigen Schnellkurses. Im Zweifel lieber als Tellerwäscher den Weg nach ganz oben suchen, denn neugierige Leser mit so einem Schund zu quälen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Science Fiction mal ganz anders,
Von Bartonek (Unterhaching, Bayern Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Roter Mars. 1. Roman des Mars- Trilogie (Gebundene Ausgabe)
Roter Mars ist vor allem ein Buch über Menschen - mit all Ihren Schwächen und Stärken. Es handelt von starken und schwachen Charkateren und steigert sich zum Ende hin in ein Drama, gleich einem zerstörerischen Feuerwerk ohne erkennbaren Sinn. Und wenn sich die Eindrücke setzen, erkennt man das Spiegelbild des menschlichen Wesens.... mit all seinen Schwächen und Stärken; aber leider zumeist zerstörerisch.Der Autor hebt sein Buch insofern von gängiger SF-Literatur ab, indem er die Charaktere und ihre Handlungsweisen sehr genau beschreibt und nicht versucht schwarz-weiß in gut und böse zu polarisieren. Vielmehr kommen alle Schattierungen und Farben der Menschen so zur Geltung, wie es auch die Wirklichkeit auf der Erde wiedergibt. Mit den beiden gegensätzliche Hauptfiguren John Boone und Frank Chalmers wird die frühe Besiedlung des Mars maßgeblich geprägt, wobei die beiden Figuren am Ende eher tragische Züge annehmen - aber dem Status Held sicher gerecht werden. Robinson gelingt es aber nicht nur die Geschichte über die Menschen, sondern auch die beeindruckenden, technischen Möglichkeiten und Entwicklungen fesselnd zu beschreiben. Die Darstellungen sind beeindruckend und gehen weit über die bekannten, gängigen SF-Elemente hinaus. Wenn unsere Zukunft eines Tages solche Möglichkeiten hat, würde ich einiges darum geben, dabei zu sein. Zuletzt wundert es mich immer wieder, wie Robinson es fertigbringt die gegraphische Beschaffenheit des Mars derart beeindruckend zu Papier zu bingen. Naturschauspiele - Oberflächenbeschaffenheit und die Veränderungen des Terraformens beschreibt er so fesselnd, als käme er von dort. Alles in allem ein beeindruckendes Werk! Kurz gesagt: Ein wundervolles Buch!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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