Die Einwohner der preußischen Gemeinde Friedrichsdorf verlassen gemeinsam ihre Heimat, da sie aufgrund ihres strengen lutherischen Glaubens verfolgt werden. Gemeinsam brechen sie 1839 auf nach Australien. Es ist eine anstrengende Tortur und nicht alle kommen lebend in der neuen Heimat an. Auch die Familie Thiele, die ihre Gärtnerei in Deutschland hinter sich gelassen hat, muss sich mit schmerzlichen Verlusten auseinandersetzen.
Die Friedrichsdorfer landen in Adelaide und erhalten auch nicht weit davon ihre Landzuteilungen. Sie werden sie mit wichtigen Naturalien vom Staat unterstützt. Die 17-jährige zweitälteste Tochter der Thieles Friedericke fängt sofort an das Land zu roden und pflanzt Gemüse und Blumen, um wieder eine Gärtnerei aufzubauen, was ihr auch schnell gelingt. Sie verkauft sehr erfolgreich ihre Blumen, die ihr in der Stadt geradezu aus den Händen gerissen werden. Der mitgereiste Pfarrer Fichte, ein böser verbohrter Frömmler, macht den Segensthalern, wie die Gemeinde jetzt heißt, das Leben schwer und verdammt alles, was nicht nach seinem Kopf geht. Das müssen auch die Thieles verspüren. Er verlangt u. a. , dass Friedericke verheiratet wird. Da nimmt sie das Blatt selbst in die Hand und sucht sich einen Mann. Sie hat auch Glück, denn ihre Wahl ist nicht nur der gut aussehende, sondern auch wohlhabende Daniel. Damit wäre eigentlich das Glück vollkommen. Leider passieren dann so viele unerklärliche Unfälle, dass alles aus dem Ruder läuft.
Gleichzeitig erfährt der Leser nebenbei von der Aborigine Kartanya, die alleine und verborgen im Busch lebt und Friedericke beobachtet und beschützen will, was ihr auch in einigen Fällen gelingt. Sie erreicht damit jedoch, dass Friedericke sich fürchtet, da sie sich diese Geschehnisse nicht erklären kann. Bis zur Aufklärung ist es ein langer Weg.
Dies ist ein ungewöhnliches und untypisches Australienbuch, wie ich es noch nicht gelesen habe. Hier geht es um die frühe Besiedlung Mitte des 19. Jahrhunderts. Da in dieser Zeit viele wegen ihres Glaubens fliehen mussten, waren diese Menschen dort sehr willkommen. Fleißige Deutsche hat man gerne aufgenommen. Die Autorin hat nicht nur viele Zitate mit Fußnoten erklärt, sondern am Ende des Buches Hinweise auf entsprechende Nachschlagewerke gegeben. Obwohl ich eigentlich ein "Typisches Australienbuch" lesen wollte, fand ich dieses Buch nicht nur interessant und informativ, sondern auch wirklich spannend.
Fazit: Sehr empfehlenswert!