Als ehemals beigeisterte Krimileserin habe ich mich lange gesträubt, einen "einfachen" Roman zu lesen, bis ich zufällig auf Barbara Wood stieß. "Rote Sonne, schwarzes Land" ist meiner Meinung nach eines ihrer besten Bücher. Man sollte sich nicht von den über 700 eng bedruckten Seiten schrecken lassen - man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Sehr intensiv recherchiert erzählt B. Wood die Familiensaga der bristischen Kolonisten-Familie Treverton, die Anfang des Jahrhunderts ihr Glück im damals noch fast unberührten Kenia sucht. Die Hauptfigur, Grace, ist Ärtzin, und schafft es, trotz finanziellen Schwierigkeiten, Widerständen in der eigenen Familie und dem immer währenden Kampf gegen afrikanische Medizin und Kultur, eine Mission aufzubauen. Über 70 jahre hinweg ergreifen den Leser die Schicksale der Familie und vieler Menschen in ihrem Umfeld. Es fasziniert die rasante Entwicklung eines bis dahin von der westlichen Welt fast unberührten Landes innerhalb nur eines Jahrhunderts. Man hat fast das Gefühl, Kenia zu kennen und mindestens das Bedürfnis, das Land einmal selbst zu bereisen. Mir hat an diesem Buch gut gefallen, daß dem Leser neben der eigentlichen Geschichte sehr viel über die Kultur des Landes, die alten Sitten und auch über die teilweise dramatischen politischen Entwicklungen in Kenia vermittelt wird. Besser kann Geschichte "in Verpackung" kaum beschrieben werden!