Da ich seit vielen Jahren Fan und Mitglied des FC St. Pauli bin und Andreas Biermann auch kennengelernt habe, war es für mich klar, dass ich dieses Buch lesen werde. Das Buch hat mich komplett gefesselt. Es ist für mich schon unverständlich, wie man jemanden wegen seiner hellen Haut und seiner roten Haare so fertigmachen kann. Andreas hat seinen Halt im Fußball gefunden. Er hatte ein außergewöhnliches Talent und einen unbändigen Willen. Er war ein Perfektionist, was seine sportlichen Leistungen angeht. Hier fand er Anerkennung. Die Parallelen zu Sebastian Deisler werden deutlich beschrieben. Er war für Andreas ein Vorbild. Beide litten in jungen Jahren unter diversen schweren Verletzungen, die kein gesunder Mensch verkraftet hätte. In diesem Buch wird beschrieben, dass viele Profifußballer sich durch Pokerspiele ablenken. Dies kann schnell zu einer Sucht werden. Ich bin absolut gegen solche Spiele, wo es um Geld geht. Nun weiß ich warum. Andreas hat sich nach seinem (zum Glück) gescheiterten Suizidversuch wegen Spielsucht behandeln lassen. Das war aber nicht der Grund für die Schlaflosigkeit und Leere in seinem Leben. Durch die Pressekonferenz nach dem tragischen Tod von Robert Enke und die offenen Worte seiner Frau Teresa wurde auch Andreas Biermann klar, dass er unter Depressionen leidet. Er begab sich in stationäre Behandlung. Hier ging er auch an die Öffentlichkeit. Er wollte nicht schweigen, sondern anderen Depressiven helfen. Sein Vertrag beim FC St. Pauli lief zum Ende der Saison aus. Das neue Vertragsangebot war nicht annehmbar. Andreas ging wieder zurück nach Berlin und hoffte, dass er einen anderen Verein finden würde. Es hat sich leider nach dem Tod von Robert Enke im Fußball nichts geändert. Andreas musste seine Karriere nach seinem Gang an die Öffentlichkeit beenden.
Ich kann nur jedem raten dieses Buch zu lesen, um feinfühliger den Mitmenschen gegenüber zu werden. Weder rote Haare, ein paar Kilos zu viel oder die Homosexualität sind Dinge, weshalb sich andere das Recht nehmen dürfen, einen fertigzumachen und in eine Depression zu stürzen. Allen Kranken soll dieses Buch zeigen, dass sie sich in Therapie begeben sollen, um sich helfen zu lassen. Die Heilungschancen stehen sehr gut, wenn die Krankheit Depressionen rechtzeitig behandelt wird.
Andreas, seiner Frau Juliane und ihren beiden Kindern kann man nur das Beste wünschen.