Dieses Buch habe ich während einer Zugfahrt verschlungen. Da ich bisher so gut wie nichts über das Leben in einer chin. Metropole gelesen habe, war ich schockiert über die Gleichmacherei der chinesischen Politik bzw., was deren Idee von Kommunismus beinhaltet(e). Die Heldin des Buches (die Autorin) lebt in ständiger Angst von irgendwelchen Funktionären, Nachbarn, Kollegen etc. entdeckt und dann verraten zu werden.Vorgesetzte wurden nicht nach ihren Fähigkeiten ausgesucht, sondern nach ihrem hohen Grad an Parteitreue, sprich Fanatismus und Heuchelei. Ich habe nie verstanden, wie es die Menschen in der DDR ausgehalten haben. Um so furchtbarer, unterdrückender scheint die Situation in China in den 70-ziger Jahren. Die zarte Liebe, die sich zwischen der Heldin und ihrer Vorarbeiterin Yan in der LPG entwickelt, kann jederzeit auffliegen, trotzdem versucht Ainchee ihren Gefühlen treu zu bleiben. Schließlich wendet sich ihr Schicksal durch einen Zufall. Sie wird als Filmschauspielerin für einen Propagandafilm entdeckt. So genießt sie ein ganz anderes Leben in den Filmstudios als es Millionen anderer Durschnittschinesen. Wieder zieht ein Aussenseiter sie an, bis sich das Schicksal durch den Tod Maos erneut wendet. Anschaulich und sehr einfühlsam erzählt, werde ich dieses Buch sicherlich noch ein paar Mal lesen.