Gunter Gerlach passt in kein herkömmliches Raster, er schreibt keine Kriminalromane, in deren Mittelpunkt eine Tat und die anschließende Suche nach dem Täter stehen. Lieber schleicht er solange um den Plot wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei, bis der Leser fast vergessen hat, dass er es ja eigentlich mit einem Krimi zu tun hat. Dass es Gerlach nicht um eine konventionelle Mörderhatz geht, erkennt man bereits an der Eingangsbemerkung: "Die Leiche liegt auf Seite 89." Und dennoch fesselt der Roman, fesseln vor allem die Figuren, die so anschaulich dargestellt sind und sich in einer Welt bewegen, in der das einzige Verlässliche die Tatsache ist, dass man sich auf nichts verlassen kann. Gerlach entführt den Leser in seine ganz persönliche Welt: nach Absurdistan. Eine Reise, die man gerne mitmacht.