Nachdem ich auf der Buchrückseite den Kommentar von Henning Mankell zu diesem Buch gelesen hatte "Kjell Erikssons Krimis gehören zu den besten", habe ich sofort zugegriffen. Mankell ist m.E. ein Könner und wenn er jemanden weiterempfiehlt, sei das eine sichere Sache, dachte ich - und war ziemlich enttäuscht.
Durch das Buch turnt ein Sammelsurium an Charakteren und auch über die unwichtigen präsentiert der Autor einem doch noch so viele Informationen, dass man meint, sie könnten vielleicht noch wichtig werden. Aber das passiert nie. Sie alle kommen irgendwie am Rande mit einer Drogenangelegenheit in Berührung. Nur zwei davon sind große Fische, alle anderen sind als Charaktere und für den Spannungsbogen der Handlung - wenn man hier überhaupt von so etwas sprechen kann - vollkommen belanglos. Der erste große Fisch wird schon auf den ersten Seiten um die Ecke gebracht. Der zweite große Fisch ist ein ahnungsloses Weichei, dem man zu keinem Zeitpunkt zutrauen würde, das er mit Drogen handelt. Die Ermittlungen von Ann Lindell und ihrem Team werden nur sporadisch beschrieben und enden in der Regel in Sackgassen bei weiteren belanglosen Personen, die mit der Angelegenheit nichts zu tun haben. Und weil der Autor auch nicht nah genug an den Charakter der Ann Lindell heranzoomt, bleibt auch sie blass und uninteressant. Sie hat keinen Konflikt, keine Not, keine Motivation für ihr Handeln. Der Mörder / die Gauner kommen am Ende auch noch ohne Strafe davon. Das muss wohl so sein, denn so wie sie dargestellt sind, sind sie einfach zu gut für diese Welt und der Mord war nur ein Ausrutscher. Am Ende fragt man sich, wie man mit "nichts" so viele Seiten füllen kann.