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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2001
"Ein wunderbar reiches Stück Weltliteratur", jubelt ein begeisterter Ernst Osterkamp über dies "verwirrend schöne" Buch. Ein Kriminalroman, der von der ersten Seite an auch ein Künstlerroman sei - und "ein Hohelied auf die osmanische Buchmalerei", Abgesang auf eine Kunst, die unter dem "aus dem Okzident kommenden künstlerischen Erneuerungsdruck" zum Untergang verurteilt gewesen sei. Es gehe also auch um den Konflikt zweier Kulturen. Und die Frage, ob Allah über Ost und West gleichermaßen herrscht. Dadurch gewinnt der Roman in Osterkamps Augen auch Züge einer politischen Allegorie, "die aktueller nicht sein könnte". Der Leser habe sich auf eine "gewaltige Lebenspartitur mit vielen Stimmen" einzustellen. "59 Auftritte", nicht weniger als einundzwanzig Erzähler habe das Werk. "Mörder und Opfer, Tote und Lebende, Maler und gemalte Figuren, Liebende, Tod und Teufel". Das Buch sei ein "Meisterwerk des polyperspektivischen Erzählens". Der Rezensent führt durch ein schillerndes historisches Panorama, das im Istanbul des Jahres 1591 angesiedelt ist und sich vom "ärmlichen Teehaus bis zum Palast des Padischah" erstreckt. Nebenbei sei das Buch auch noch eine wunderbare Liebesgeschichte, meint der Rezensent und lobt die Übersetzerin, die es in "angenehm lesbares Deutsch" gebracht habe.
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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 25.09.2001
Bleibt die Tür zur EU für die Türkei auch vorerst noch verschlossen, schreibt der Rezensent, so ist mit diesem Roman immerhin "ihre Aufnahme in den Kosmos des europäischen Romans" vollzogen. Und das muss was heißen, hat Christoph Bartmann sich doch tüchtig fesseln lassen von diesem "verwickelten, opulenten und unheimlichen" Roman des "Wortmalers Orhan Pamuk." Es klingt schon recht nach Tausendundeiner Nacht, wenn Bartmann vom Zierrat spricht, von der Verschwendung, mit der hier Gleichnisse und Anekdoten zu einem "west-östlichen" Bilder-Traktat und Detektivroman verbandelt werden. Allerdings ist unserem Rezensenten auch die politische Aktualität des Ganzen nicht entgangen: Zugrunde liegt dem geschilderten "Krieg der Malerschulen" aus dem 16. Jahrhundert nämlich die doppelte Perspektive seines türkischen Autors: "mit einem Bein im Okzident und mit dem anderen im Orient." .
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