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Rot und Schwarz: Chronik aus dem 19. Jahrhundert [Gebundene Ausgabe]

Elisabeth Edl , Stendhal
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

15. März 2004
Einer der größten Romane der Weltliteratur in der glänzenden Neuübersetzung von Elisabeth Edl. Es ist die Geschichte von Julien Sorel, dem Emporkömmling aus der Provinz, der nach Geld und Macht strebt und nach anfänglichem Erfolg den Untergang in einer von Geld und sozialer Hierarchie bestimmten Welt erleben muss. "Das beste Werk von Stendhal" (Johann Wolfgang von Goethe) ist mit einem überaus reichen Anhang nun neu zu entdecken.

Wird oft zusammen gekauft

Rot und Schwarz: Chronik aus dem 19. Jahrhundert + Die Kartause von Parma: Roman + Madame Bovary: Roman. Herausgegeben und übersetzt von Elisabeth Edl
Preis für alle drei: EUR 104,70

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 872 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 7 (15. März 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446204857
  • ISBN-13: 978-3446204850
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 300.656 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Stendhal (Marie Henri Beyle), geboren am 23.1.1783 in Grenoble, nahm als Offizier an den napoleonischen Feldzügen teil und lebte später viele Jahre als französischer Konsul in Italien. Sein Werk umfasst Romane und Novellen, Bücher zu Reisen, Musik und Kunst und autobiographische Skizzen. Es zählt zum Bedeutendsten der französischen Literatur. Stendhal starb am 23.3.1842 in Paris.

Heikko Deutschmann war nach dem Schauspielstudium an der HdK-Berlin und seinem Autorenstudium an der DFFB Ensemblemitglied an der Berliner Schaubühne, am Hamburger Thalia Theater, im Schauspiel Köln und am Schauspielhaus Zürich. Ausserdem spielte er in zahlreichen Filmen und Fernsehserien mit und ist ein begehrter Hörbuchsprecher.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

DAS KRÄHEN DES HAHNS Amour en latin faict amor; Or donc provient d'amour la mort, Et, par avant, soulcy qui mord, Deuil, plours, pieges, forfaitz, remords. Blason d'Amour Wäre Julien nur halb so schlau gewesen, wie er grundlos meinte, dann hätte er sich am nächsten Tag zur Wirkung seines Ausflugs nach Verrières gratulieren können. Seine Abwesenheit hatte seine Ungeschicklichkeiten vergessen lassen. Auch an diesem Tag war er ziemlich mürrisch; gegen Abend kam ihm ein lachhafter Einfall, und er verriet ihn Madame de Rênal mit erstaunlicher Kühnheit. Kaum saßen sie im Garten, da näherte Julien, ohne die Dunkelheit abzuwarten, seinen Mund Madame de Rênals Ohr und sagte, auf die Gefahr hin, sie entsetzlich zu kompromittieren: "Madame, heute nacht um zwei komme ich in Ihr Zimmer, ich muß Ihnen etwas sagen." Julien zitterte, seine Bitte könnte erfüllt werden; die Verführerrolle war ihm eine so schreckliche Last, daß er sich am liebsten für mehrere Tage in sein Zimmer zurückgezogen und die Damen nicht mehr gesehen hätte. Er begriff, daß er durch sein so klug geplantes Betragen von gestern all die guten Eindrücke des vorangegangenen Tages verdorben hatte, und er wußte nicht mehr aus noch ein. Madame de Rênal antwortete mit ehrlicher, kein bißchen übertriebener Entrüstung auf die unverschämte Ankündigung, die Julien ihr zu machen wagte. Er glaubte, aus der knappen Antwort Verachtung herauszuhören. Ganz gewiß war in dieser sehr leise gesprochenen Antwort der Ausdruck Pfui Teufel gefallen. Unter dem Vorwand, den Kindern etwas sagen zu müssen, ging Julien in deren Zimmer, und als er zurückkam, setzte er sich neben Madame Derville und weit weg von Madame de Rênal. Auf diese Weise raubte er sich jede Möglichkeit, ihre Hand zu ergreifen. Die Unterhaltung war ernst, und Julien schlug sich recht gut, bis auf ein paar Augenblicke, in denen alle schwiegen und Julien sich das Hirn zermarterte. Kann ich nicht irgendeine schöne List finden, sagte er sich, und Madame de Rênal zwingen, mir wieder diese eindeutigen Zeichen der Zuneigung zu geben wie vor drei Tagen, als ich glaubte, daß sie mir gehört! Der nahezu hoffnungslose Zustand, in den Julien seine Sache gebracht hatte, verstörte ihn zutiefst. Dennoch hätte ihm nichts größere Verlegenheit bereitet als der Erfolg. Als man um Mitternacht auseinanderging, überzeugte ihn sein Pessimismus, daß er Madame Dervilles Verachtung genoß und bei Madame de Rênal vermutlich in kaum höherer Gunst stand. In übelster Laune und zutiefst gedemütigt, fand Julien keinen Schlaf. Er war meilenweit von dem Gedanken entfernt, auf alle Finten und Pläne zu verzichten, mit Madame de Rênal in den Tag hineinzuleben und sich wie ein Kind mit dem Glück zu begnügen, das jeder Tag bringen würde. Er zerbrach sich den Kopf und ersann eine geschickte List nach der anderen, im nächsten Augenblick kamen sie ihm töricht vor; er war, mit einem Wort, sehr unglücklich, als die Schloßuhr zwei schlug. Dieses Geräusch schreckte ihn auf, wie das Krähen des Hahns Petrus aufgeschreckt hat. Jetzt sah er den schlimmsten Augenblick gekommen. Er hatte an sein unverschämtes Angebot nicht mehr gedacht, seit er es ausgesprochen hatte; es war so schlecht aufgenommen worden! Ich habe ihr gesagt, daß ich um zwei komme, sagte er sich und stand auf, ich bin vielleicht unerfahren und grob, wie es sich für einen Bauernsohn gehört, Madame Derville hat es mir oft genug zu verstehen gegeben, aber ich werde wenigstens nicht schwach sein. Julien durfte sich mit gutem Grund zu seinem Mut gratulieren, noch nie hatte er sich einen schlimmeren Zwang auferlegt. Als er seine Tür öffnete, zitterte er so sehr, daß die Knie ihm versagten, und er mußte sich an die Wand lehnen. Er trug keine Schuhe. Er schlich zu Monsieur de Rênals Tür und lauschte, er hörte ihn schnarchen. Er war verzweifelt. Es gab keinen Vorwand mehr, nicht zu ihr zu gehen. Großer Gott! Was sollte er dort tun? Er hatte keinen Plan, und selbst wenn er einen gehabt hätte, er war so durcheinander, daß er nicht imstande gewesen wäre, ihn zu befolgen. Tausendmal gräßlicher leidend, als wenn er in den Tod gegangen wäre, betrat er endlich den kleinen Flur, der zu Madame de Rênals Zimmer führte. Mit zitternder Hand öffnete er die Tür und machte dabei einen grauenvollen Lärm. Es war hell, eine Nachtlampe brannte im Kamin; auf dieses neue Mißgeschick war er nicht gefaßt. Als Madame de Rênal ihn hereinkommen sah, sprang sie entsetzt aus dem Bett. "Unseliger!" rief sie. Dabei geriet eine Kleinigkeit in Unordnung. Julien vergaß seine eitlen Pläne und fiel zurück in seine natürliche Rolle; einer so bezaubernden Frau nicht zu gefallen schien ihm das allergrößte Unglück. Er antwortete auf ihre Vorwürfe, indem er sich ihr zu Füßen warf, ihre Knie umschlang. Und da sie mit großer Härte zu ihm sprach, brach er in Tränen aus. Ein paar Stunden später, als er Madame de Rênals Zimmer verließ, gab es für Julien, wie man im Stil von Romanen sagen könnte, nichts mehr zu wünschen. Er verdankte der Liebe, die er geweckt hatte, und dem überraschenden Eindruck, den verführerische Reize auf ihn gemacht hatten, einen Sieg, zu dem all seine dumme Schlauheit ihn nie geführt hätte. Aber noch in den süßesten Augenblicken war er das Opfer eines aberwitzigen Stolzes, und er versuchte die Rolle eines Mannes zu spielen, der es gewohnt ist, Frauen zu erobern: Er gab sich eine schier unglaubliche Mühe, alles zu verderben, was liebenswert an ihm war. Anstatt auf die Leidenschaft zu achten, die er hervorrief, und auf die Reue, die diese noch steigerte, hatte er unablässig den Gedanken an seine Pflicht vor Augen. Er fürchtete schreckliche Reue und ewige Lächerlichkeit, wenn er abwich von dem idealen Bild, dem er unbedingt folgen wollte. Mit einem Wort, gerade das, was Julien zu einem höheren Wesen machte, hinderte ihn daran, das Glück zu genießen, das vor seinen Füßen lag. Er war wie ein junges Mädchen von sechzehn Jahren, das eine bezaubernde Gesichtsfarbe hat und so verrückt ist, wenn es tanzen geht, Rouge aufzulegen. Zu Tode erschrocken bei Juliens Erscheinen, wurde Madame de Rênal gleich darauf von den gräßlichsten Ängsten gepackt. Juliens Tränen und seine Verzweiflung brachten sie vollkommen durcheinander. Selbst als sie ihm nichts mehr zu verweigern hatte, stieß sie Julien mit ehrlicher Entrüstung von sich und warf sich ihm sofort wieder in die Arme. Hinter diesem Verhalten stand keinerlei Plan. Sie glaubte sich unwiderruflich verdammt und wollte das Bild der Hölle verdrängen, indem sie Julien mit den stürmischsten Zärtlichkeiten überhäufte. Mit einem Wort, nichts hätte unserem Helden zu seinem Glück gefehlt, nicht einmal die glühendsten Gefühle der Frau, die er gerade erobert hatte, wenn er nur verstanden hätte, all das zu genießen. Als Julien gegangen war, verebbte die Leidenschaft nicht, die sie gegen ihren Willen durchströmte, und ebensowenig ihr Kampf mit der Reue, die ihr das Herz zerriß. Mein Gott! Glücklich sein, geliebt werden, mehr ist es nicht? Das war Juliens erster Gedanke, als er sein Zimmer betrat. Er war in jenem Zustand aus Staunen und ängstlicher Verwirrung, in den die Seele verfällt, wenn sie etwas lang Ersehntes erreicht hat. Sie ist an die Sehnsucht gewöhnt, findet nichts mehr, was sie ersehnen könnte, und doch hat sie noch keine Erinnerungen. Wie ein Soldat, der von der Parade zurückkommt, ging Julien alle Einzelheiten seines Verhaltens noch einmal aufmerksam durch. Habe ich nichts versäumt, was ich mir schuldig bin? Habe ich meine Rolle gut gespielt? Und welche Rolle? Die eines Mannes, der es gewohnt ist, Erfolg zu haben bei den Frauen.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über Liebe und Tod! 16. Mai 2008
Von Caliban TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Ich gebe zu: Etikette wie "psychologisches Meisterwerk" und eine lange Liste von Lobpreisungen beginnend bei Goethe und wer weiß wo endend können falsche Erwartungen wecken, und dennoch: Hier handelt es sich um einen der Spitzenromane des 19. Jahrhunderts.

Dies zeigt sich schon an der überzeitlichen Themenstellung: der gehemmten Entfaltung des Individuums in einer ihn erdrückenden Gesellschaft. Julien Sorel passt nicht in die Zeit der Restauration der 1830er. Mit der Gier nach Geld und politischer Macht, die das Denken in seinem nur scheinbar idyllischen Heimatort regiert, kann er nichts anfangen: Seine Vorbilder liegen in der Vergangenheit, wie die Lektüre der Memoiren Napoleons auf St. Helena zeigt. So strebt er nach heroischer Größe, erorbert Frauen nach ausgeklügelten Schlachtplänen, verfällt ihnen danach aber - überaus sympathisch übrigens - umso bedingungsloser. Stets aber scheitert er an den kleingewirkten Funktionären des Systems. Trotz überragender intellektueller Fähigkeiten schafft er es nicht den Abgrund zwischen seiner niedrigen Abstammung und einem anerkannten Platz in der Gesellschaft zu finden. Er wird - so empfindet er es nicht ohne Grund - für diese Abstammung am Ende sogar zum Tode verurteilt.

Bei der Darstellung der Liebe Sorels zu Mme. Renal und vor allem zu Mathilde de la Mole gelingen Stendhal tatsächlich psychologische Meisterstücke. Präziser und plastischer hat keiner das abstoßende Gefühl des Triumphs über den anderen Liebespartner beschrieben, der vermeintlich dem eigenen Ego verfallen ist; humorvoller aber auch nicht den Fall des Überheblichen, der unter der nachfolgenden Abkehr des Liebespartners wie ein Hund leidet.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vernunftliebe versus Herzensliebe 22. Oktober 2011
Von Walter
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Stendhals Roman gleicht einem, je nach Betrachtungswinkel nüchtern oder romantisch gehaltenen Sittengemälde des damaligen Frankreichs; einer zu dicht fokussierten und zu nahegehenden Beschreibungskunst menschlichen Daseins und Innenlebens. Die Entwurzelung seiner Figuren, deren vehemente Zerrissenheit, sind Folgen gesellschaftlicher, epochaler Veränderung (wie die Rolle des Bürgers oder des Adels), liegen ursächlich in den Umwälzungen und im Zeitgeschehen jener postnapoleonischen Zeit, haben Auswirkungen auf Staat, Politik und individuelle Existenz.

Stendhals Zeit ist geprägt von Gegensätzen, die dem Roman (aber auch dessen Protagonisten) die historische Klammer geben: Republik oder Monarchie, Gleichheit oder Klassengesellschaft, kirchlich-provinzielle Moral oder weltmännisch-dekadenter Adelshochmut, Revolution oder Rückbesinnung; Rot oder Schwarz.
Julien Sorel ist für die damalige Leserschaft der unreife und sein Publikum kompromittierende Antiheld, der sich zwischen 2 Liebschaften zu entscheiden hat: eine, die seine Herzensliebe rührt und jene, die er nur durch Stärke und Vernunft gewinnen kann. Letztere kann seinen Aufstieg in höheren Adelsstand befördern; verunsichert ihn aber, da er ihr lediglich "en passent" verfallen ist.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Porträt nachnapoleonischen Landlebens 17. Juli 2008
Von helmut seeger TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Im Grunde ist dies eine einfache Geschichte. Der Handwerkerssohn Julian Sorel schlägt aus der Art, weil er sich mehr zu Büchern als zum Handwerk hingezogen fühlt und lernt, protegiert vom alten Pfarrer, das lateinische Neue Testament auswendig, was ihm als Gebildetem eine Erzieherstelle beim Bürgermeister einbringt, wo er reüssiert und zum Geliebten der Bürgermeistersgattin wird.
Als der Skandal ruchbar wird, muss er das Dorf verlassen und ins Priesterseminar fliehen.
Am Ende findet Sorel durch Protektion Zugang zu einer Sekretärstelle bei einem Landadeligen, wo er zum Geliebten von dessen Tochter wird. Der Versuch, diese zu heiraten, führt ihn dann am Ende ins Verderben, d. h. aufs Schafott.
Hinter dieser eindimensional und manchmal etwas langatmig erzählten Geschichte verbirgt sich ein Porträt des französischen Landlebens der nachnapoleonischen Ära von 1830, einer Gesellschaft, in der der König mitsamt Adel wieder die altvorderen Rechte beanspruchen und wie vorher in Saus und Braus leben und sich übers gemeine Volk erheben.
Stendhal geißelt die Korruption der Funktionärskaste ebenso wie er die Unfähigkeit der öffentlich Bediensteten karikiert.
Insbesondere der Klerus bekommt diesen kritischen Blick zu spüren. Die katholische Kirche Stendhals führt ein Regiment wie später die Stasi, Spitzeleien und gegenseitige Verachtung sind im Priesterseminar an der Tagesordnung, Heuchelei ist die hervorstechendste Tugend und die meisten dummen Bauernburschen widmen sich der kirchlichen Berufung, weil sie dort leichter zu ihren Mahlzeiten kommen als durch ihrer eigenen Hände Arbeit.
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