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Rost: Roman
 
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Rost: Roman [Taschenbuch]

Philipp Meyer , Frank Heibert
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423141352
  • ISBN-13: 978-3423141352
  • Originaltitel: American Rust
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 755.112 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Ich bin von dem Buch total begeistert. Philipp Meyer verdient dafür den Pulitzer-Preis.« Patricia Cornwell Zwei junge Freunde, ein missglückter Aufbruch, ein versehentlicher Mord - in einer sterbenden Stahlregion entfaltet sich ein Drama aus Schuld und Sühne, das nach und nach das Leben aller verändert. Das Debüt des Jahres 2009 in den USA -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor

Philipp Meyer, geboren 1974, ist in Baltimore aufgewachsen, hat mehrere Jahre als Rettungssanitäter gearbeitet und dann in Cornell Englisch studiert.

Anschließend war er u.a. als Börsenhändler und Bauarbeiter tätig. Seine Prosa ist in »McSweeney's«, »The Iowa Review«, »Salon.com« und »New Stories from the South« erschienen. Von 2005 bis 2008 war Meyer Fellow am Michener Center for Writers in Austin. Meyer lebt heute in Texas und New York. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Niedergang eines Landstriches 7. September 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Pennsylvania stand lange Jahre, Jahrzehnte für die solide untere Mittelschicht des amerikanischen Traumes. Stahl war unabdingbar nötig für die wirtschaftliche Expansion der USA und mit dem Stahl kamen die Arbeiter, die Gewerkschaften, die ausreichenden Löhne und das nicht überschwengliche, dennoch aber gute Leben.

Vorbei.

Pennsylvania steht nunmehr für "White Trash", die entlassenen, hoffnungslosen, in die Sozialhilfe oder darunter abgeglittenen ehemaligen Arbeiter der Stahlindustrie und ihrer zugehörigen Zulieferfirmen. Verlierer in Massen produzierte die anhaltende Wirtschaftskrise und Isaac und Billy, Jugendliche und beste Freunde, gehören mit in diesen Pool verarmender und Haltung verlierender Familien. Issacs Mutter beging Suizid, sein Vater ist Invalide und Billy haust in einem Trailer am Rande der Zivilisation.

Beide hätten zwar die Möglichkeit, wie in Amerika üblich, durch ihre je herausragend sportlichen Begabungen Stipendien an Elite Universitäten zu erhalten, Isaac verzichtet zugunsten seiner Schwester, Billy wendet sich trotzig aus gegen die sich eröffnenden Chancen.

Doch Isaac will seine Träume nicht in Alkohol und Klagen begraben, er überredet Billy, mit ihm diesen Ort tiefen Niedergangs zu verlassen und in Kalifornien, im "gelobten Land" einen Neuanfang zu wagen. Beide kommen nicht weit, am Stadtrand kommt es zu einer konfliktreichen Begegnung mit weitreichenden Folgen, in deren Verlauf Isaac in Notwehr einen Menschen tötet. Der ermittelnde Polizist findet allerdings Billys Jacke am Tatort und, hier nimmt das Buch psychologisch interessante Wendungen, Billy nimmt tatsächlich die Schuld auf sich, Vielleicht aus Trotz? Vielleicht, um seinem Freund Isaac eine Zukunft zu ermöglichen, die er für sich selber nicht sieht? So beginnt nun, die Geschichte, in düsteren Farben verbleibend, auf drei Ebenen ihren Fortgang zu nehmen.

Der Leser begleitet Isaac auf seiner Odyssee durch Amerika, bei der täglich ein Stück mehr seiner Hoffnung und Sehnsucht verloren geht, begleitet Billy auf seinem Weg ins Gefängnis und begleitet den ermittelnden Sheriff, dessen Welt innerlich und äußerlich noch in Ordnung ist, der sich aber nun mit dem Umfeld und der Welt von Issac und Billy auseinander zu setzen hat.

Eine Auseinandersetzung, die der Sherriff stellvertretend für den Leser vollzieht und die in eine zutiefst und gerechtfertigte gesellschaftskritische Richtung sich entwickeln wird.

Philip Meyer versteht es, in seinem Erstlingswerk den Finge rauf die offene Wunder des Niedergangs einer Gesellschaft westlichen Zuschnitts zu legen. Das Beispiel des Amerikas, das ihm aus dem Fingern in Buchstaben hinein fließt, ist ja ein weltweites Phänomen des äußeren, aber auch inneren Niederganges, bedingt durch fehlende Perspektiven für die Massen und eine stark um sich greifende Gier bei jener Minderheit, die noch Zugang zu den Fleischtöpfen hat. Am Schlimmsten aber ist das Erleben, letztlich allein gelassen zu werden mit all den unlösbaren Problemen, die unverschuldet über die Arbeiterschaft, das ehemals stabile Rückgrat funktionierender Wirtschaften weltweit. Unlösbare Probleme, die sich eben wie Rost durch ehemals gesunden Stahl der Gesellschaft fressen.

Ein düsteres Buch in ausgefeilter und emotional einfühlsamer Sprache, das die Härten des Lebens in den Vordergrund setzt und nur in familiärer oder freundschaftlicher Bindung kleine Hoffnungsschimmer hinterlässt. Mit leichten Schwächen in der Ausdifferenzierung der Charaktere, dennoch aber eine minutiöse und treffende Romanbeschreibung des Niedergangs ehemals stabiler gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Systeme. Empfehlenswert.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Region kollabiert. Einstellung der Stahlproduktion, Massenentlassungen, Arbeitslosigkeit. Pittsburg, Pennsylvania erlebt eine der größten Wirtschaftskrisen, und die Bevölkerung steht vor einem ökonomischen Scherbenhaufen. Sie stehen vor den Trümmern ihrer Hoffnungen. Dass dies fatale Auswirkungen bis in den privatesten Bereich der Menschen hat, bleibt nicht aus. Ein Szenario, wie es heute weltweit und iun vielen Regionen immer wieder abspielt. Pittsburg, Pennsylvania kann im Zeichen der Globalisierung und ihrer Folgen überall sein - weltweit, so die "Botschaft" des Buches.

Das also ist die Kulisse für den erschreckend aktuellen und dramatischen Roman von Philipp Meyer. Die Protagonisten Isaac English und sein Freund Billy Poe gehören zu den Verlierern. Außerdem bewegen sich im Bannkreis des wirtschaftlichen Niedergangs Menschen, die hilflos und verzweifelt nach dem letzten Strohhalm greifen, um zu über- leben. Und es gibt die Menschen mit teilweise sehr viel krimineller Energie, die mit allen Mitteln - vom Betrug bis zum Mord - versuchen, aus der Not anderer Kapital in welcher Weise auch immer zu schlagen.

Das ist die reale und literarische Konstellation, in die Philipp Meyer Isaac und Billy gestellt sehen. Während Isaac der ruhige, überlegte Typ mit intellektuellem Anspruch ist, ist Billy, schon mal vorbestraft, eher der schlichte, einfache Typ, der lieber abhängt, Dosenbier trinkt und sich für Football begeistert. So unterschiedlich wie die Freunde sind auch die Familien - vertreten durch Grace, Billys Mutter - und Isaacs Schwester Lee. Eines aber ist allen gemein: Sie alle wollen aus der Trost- und Hoffnungslosigkeit entkommen - jeder auf seine Weise. Das gilt auch für den Ortssheriff, der sich zumindest um Billy bemüht und ihn aus kritischen Situationen "rettet". Bald sollte er besonderen Anlass dazu haben.

Vor den Trümmern ihrer Hoffnungen stehen also auch die Freunde Isaac und Billy und machen sich schon mal auf den Weg. On the road - Richtung Kalifornien, ins vielleicht Gelobte Land. Noch sind sie in Reichweite ihrer Stadt, als sie Schutz vor einem Unwetter suchen mussen. Sie landen in einer Höhle, auf die plötzlich drei heruntergekommene Typen Anspruch erheben. Es kommt zu einr Rangelei, ein Messer wird gezückt und Billy an den Hals gesetzt. Um ihm zu helfen, greift Isaac zu einer Kugel und tötet einen der Männer. Nicht absichtlich, in Notwehr.

Am Tatort bleibt Billys Football-Jacke zurück. So erreicht der Arm des Gesetzes in der Person des Ortssheriffs ziemlich schnell den vermeintlichen Täter: Billy. Die Beweislage scheint klar zu sein. Und Billy bekennt sich zu der Tat, schützt so seinen Freund Isaac und geht für ihn in den Knast. Isaac macht sich allein auf den Weg nach Kalifornien - die Schuld im Gepäck. Es wird ein schwerer, ein steiniger Weg.

Mit sehr viel psychologischem Feingefühl schildert Meyer die Freundschaft der beiden, die in der Schuld des einen und im "Bekenntnis" des anderen ihre besondere Bewährungsprobe zu bestehen hat. Den Leser überzeugt aber vor allem die sensible Charakteristik dieserHauptfiguren. Ebenso überzeugend aber ist auch die Schilderung der Atmosphäre in der Kleinstadt und des Geschehens um die Wirtschaftskrise, die Beschreibung der seelischen und materiellen Probleme der kleinen Leute, die mal wieder die großen Verlierer sind. Der gesellschafts- und sozialkritische Ansatz Meyers ist nicht zu überlesen.

Philipp Meyer ist ein beeindruckendes Buch gelungen, er hat einen wahrhaft großen amerikanischer Roman geschrieben, wie wir ihn von Dos Passos, McCarthy und anderen kennen. Meyer hat sich so in die vordere Reihe geschrieben. Ein Roman - sprachlich souverän, meisterhaft konzipiert und mit einem fesselnden Plot.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Buell in Pennsylvania war ehemals eine Hochburg der Stahlindustrie. Doch diese Ära ist endgültig vorbei. Die Stahlwerke haben ihre Tore geschlossen und die Arbeitsplätze gehen verloren. Aus dem einst wohlhabenden Städtchen ist ein trostloser, trauriger Ort geworden. Die Massenarbeitslosigkeit erzeugt Armut und den sozialen Abstieg. Die ehemaligen, stolzen Werksbauten kommen herrunter, verroten und verrosten , sie werden teilweise abgerissen und die Natur erobert das Land zurück.

In dieser hoffnungslosen Umgebung wachsen Isaac English und sein Freund Billy Poe auf, zwei grundverschiedene Charaktere. Beide hängen hier irgendwie fest, schaffen den Absprung nicht. Der nachdenkliche Isaac ist ziemlich intelligent und könnte studieren, aber er will seinen kranken, im Rollstuhl sitzenden Vater nicht alleine zurücklassen. Seine Mutter hat vor geraumer Zeit Selbstmord begangen und seine Schwester Lee hat die " Flucht " ins Studium und in die Ehe mit einem gutsituierten Mann geschafft. Auch der leicht reizbare Billy Poe könnte durch seine hervorragenden sportlichen Leistungen im Football an eine Universität gehen. Aber auch er kann sich nicht dazu durchringen.

Doch eine Tages hat Isaac von allem die Nase endgültig voll und will sich auf den Weg nach Kalifornien machen. Billy begleitet ihn ein Stück. Ein Unwetter zwingt sie jedoch recht bald dazu, in einem der verrottenden Bauten Unterschlupf zu suchen. Dort begegnen ihnen ein paar Obdachlose und das Unglück nimmt seinen Lauf. Isaac tötet einen von ihnen, um seinen Freund aus einer Notlage zu helfen. Aufgewühlt kehren sie um und gehen zurück nach Hause. Anderntags wollen sie noch die Spuren beseitigen. Doch es ist zu spät, die Leiche wurde bereits entdeckt.

Isaac wagt einen erneuten Versuch, sich davon zu machen, er bricht abermals auf , um seine Träume vielleicht doch noch zu verwirklichen. Doch die Schuldgefühle lasten schwer auf ihm.

Währenddessen wird Billy, der bereits schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, verhaftet und kommt ins Gefängnis. Er ist hin- und hergerisssen zwischen dem Wunsch sich selbst oder seinen Freund zu retten .

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der verschiedenen Hauptprotagonisten erzählt . Das sind natürlich Isaac und Billy, sowie Isaacs Vater und die Schwester Lee , Billy's Mutter Grace und der Polizist Bud Harris. Die Schilderung dieser Einzelschicksale erzeugt ein erschütterndes Gesamtbild dieser verfallenen, absolut trostlosen amerikanischen Gesellschaft. In dieser traurigen und düsteren Erzählung geht es aber auch um Freundschaft und Loyalität. Wie weit kann man gehen , um sein Kind oder seinen Freund zu schützen bzw. zu helfen? Was würde man dafür in Kauf nehmen ? Allein diese familiären und freundschaftlichen Bindungen hinterlassen beim Leser einen winzig kleinen Funken Hoffnung in diesen ansonsten desillusionierten Geschehnissen.

Der Schreibstil selbst ist eher etwas gewöhnungsbedürftig ; die Sätze sind häufig sehr kurz und abgehackt. Außerdem kann man den Gedankengängen der Personen, insbesondere denen von Isaac, häufig nur schwer folgen. Dennoch ist die Sprache recht emmotional und ruft Beklemmung, aber auch Mitgefühl hervor.

Mich hat das Buch beeindruckt und es hat mir gut gefallen. Es ist aber definitiv keine ganz leichte Lektüre und eignet sich nicht als Unterhaltung für zwischendurch.
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