"Als Rossini 1832 mit der Komposition seines Stabat Mater begann, wollte er übrigens ein berühmtes Vorbild übertreffen: Das über alle Maßen berühmte "Stabat Mater" seines frühklassischen Landsmanns Giovanni Battista Pergolesi. Es galt lange als gelungenste Vertonung dieses alten Textes, dem die Sterbeszene Jesu und der Besuch der Gottesmutter am Kreuz zugrunde liegt. Rossini sorgte für extreme Ausdruckskontraste von düsteren Chorabschnitten über tröstend melodienreiche Arien bis hin zur plastischen Heraufbeschwörung des Jüngsten Gerichts mit mahnenden Posaunen. Das Werk besitzt nicht ganz dieselbe Popularität wie Verdis berühmte Totenmesse - zu Unrecht, denn hier wird vieles vorweggenommen, an das Verdi später anknüpfen konnte. Die Einspielung, die im Juli 2010 in Rom entstand, wirft ein ganz neues Licht auf den Kirchenmusikmeister Rossini." informiert uns Oliver Buslau.
Bisher bin ich an diesem Werk immer vorbeigegangen, sicher dem Vorurteil erlegen, Rossini sei etwas für die opera buffa,ansonsten zu vernachlässigen. Es ist Pappano zu verdanken, den Wert dieses Werkes zu entdecken. Es ist natürlich, wie auch das Verdi-Requiem, ein Werk mit opernhaften Zügen. Wie Pappano im Trailer erklärt: Trauer habe nun einmal in Italien opernhafte Züge.
An erster Stelle muss das fabelhafte Solistenquartett genannt werden. Da hat Pappano vier Hochkaräter versammeln können. Das ist, wenn man auf die alternativen Aufnahmen, nicht einmalig, aber heute ist es ja nicht leicht, grossartige Besetzungen aus früheren Aufnahmen zu erreichen. Das gelingt ihm hier.
Mit Netrebko, di Donato, Brownlee und D'Arcangelo hat vier untadelige Solisten,denen auch und gerade im Quartett sehr gerne zuzuhören ist.
Sollte Buslau meinen, dieses Werk verdiene die gleiche Popularität wie das Verdi-Requiem, würde ich dem nicht zustimmen. Das Verdi-Requiem hat noch eine andere Intensität als dieses Werk.
Aber, verdienstvoll genug, wird hier durch Pappano ein Werk,auch durch die Ansammlung der Stars, aus seiner relativen Unbekanntheit erlöst.
Das ist doch schon was. Ich fühle mich bereichert.