Eine Aufführung in Houston, aber die Inscenierung importiert aus Bologna.
Komödianten par excellence. Wer kann einem Enzo Dara das Wasser reichen ? Dieser Bass aus Mantua, Jg. 1938, hat das Repertoire eines Rossini, Donizetti oder Cimarosa verinnerlicht und eine Spiel-Laune sondersgleichen.
Dann taucht Dadini- Alessdandro Corbelli- auf und zeigt uns gleiches Höchst-Niveau eines basso cantate, und eines Schauspielers der Extra-Klasse. Ebenfalls aus der Schule des belcanto- umfassende Schulung der Stimme und zugleich ein Komödiantentum, das auf der Welt seinesgleichen sucht. Der alberne Alte und der zum Fürsten " aufgestiegende" Diener sind schier urkomisch.
Commedia d'ell arte- ist wirklich ein hohe Kunst der Komödie.
Dies ist deswegen zu betonen, weil häufig der Focus nur bei der Bartoli und auch noch dem Tenor Giménez liegt, die von diesen Grossmeisters des munteren Spiels Dara und Corbelli aber durchaus getoppt werden.
Musikalisch gibt es spannendere Versionen der Cenerentola, aber sängerisch ist diese Aufführung kaum zu schlagen. Und dies nicht wegen der Bartoli, die natürlich sehr gut ist, eine ihrer Paraderollen, schon gar nicht wegen Giménez ( ich finde Araiza überzeugender).
Aber Corbelli und Dara- wer will dieses Zwei-Gespann perfekter Kunst-Darbietung toppen ? Ich kenne keine Version, die dieses Niveau erreicht.
Unbedingt sehen. Hören allein reicht hier wirklich nicht. Ein wichtiger Aspekt des Genusses würde entgehen.