Dieser Film katapultiert jeden unmittelbar nach Roskilde. Nach 15 selbst erlebten Roskilde-Festivals, kann ich zu JEDER Szene des Films nicken: Ja genauso ist es, genauso fühlt es sich an.
Es fehlen die "großen Namen", die in Roskilde ja auch alle gespielt haben: Radiohead, Metallica, Robbie Williams, Neil Young, Bob Dylan, U2, Coldplay, Pearl Jam, Kings of Leon, R.E.M., Red Hot Chili Peppers, Paul Simon, Nirvana, Al Green, Ray Charles, um nur einige zu nennen. Aber darum geht es auch gar nicht, die spielen auch auf anderen Festivals!! Es geht um Freiheit, Energie, Freude, Grenzerfahrungen, Gemeinschaft, Emotionen jeder Art. Leif Skov trifft es genau wenn er sagt: "Roskilde ist nicht das Leben an sich, aber es steht für das Leben". Das wird überdeutlich beim Unglück von 2000, bei dem neun (9!) junge Menschen im Gedränge beim Pearl Jam Auftritt erstickten. Ich stand dabei ganz weit hinten. Das Festival nicht abzubrechen ist für mich eine sehr mutige und weise Entscheidung gewesen: Das Leben ist zerbrechlich. Wir halten inne und Gedenken gemeinsam. Wir lernen daraus. Das Leben geht weiter.
Wer nie in Roskilde oder bei einem vergleichbarem Ereignis war, den werden einige Bilder villeicht verstören, der wird schwer verstehen, warum Urinstinkte geweckt werden und viele in der letzten Nacht trommeln, Feuer entfachen und auch Dinge zerstören. Roskilde kann so tief wirken, als wäre man tatsächlich für vier Tage auf einem anderen Planeten. Mit diesem Film kann jetzt endlich jeder zu diesem Planeten reisen dem Dänemark zu weit weg ist.