Als Liebhaber von frischem Joghurt aus Biomilch besitze ich auch so ein Gerät, dessen Design mich ein bisschen an R2D2 erinnert. Seit über einem Jahr verrichtet es treue Dienste und ist noch nicht wie so manch anderes Gerät in der hinteren Schrankecke verschwunden. Früher hatte ich einen Joghurtbereiter mit Gläschen. Aber - was bei Gläschen nervt: zu unflexibel. Meist isst man den Joghurt schließlich nicht pur, sondern mit Früchten, Cornflakes usw. Die passen aber kaum zusätzlich in die 200 ml fassenden Gläser. Also was liegt näher als gleich aus einem großen Pot die gewünschte Portion zu entnehmen und dann weiter zu verarbeiten. Wenn man keine Spülmaschine besitzt, macht es außerdem keinen Spaß, ständig kleine Gläschen zu spülen. Wer mal das deutschsprachige Internet nach Einbehälter-Joghurtmaschinen durchschnarcht hat, wird feststellen, dass es gar nicht soviel Auswahl gibt.
Der Joghurt Maker ist absolut schlicht - das mag ich gerade an ihm. Schließlich soll er nur eine für die Kulturen günstige Temperatur stabil halten. Eine Zeitautomatik fehlt - dafür 1 Stern Abzug. Andererseits ist er sehr günstig und manche Joghurtbereiter mit Abschaltautomatik spielen nervige Melodien. Ich habe mir einfach eine Zeitschaltuhr im Angebot eines Lebensmitteldiscounters zugelegt. Countdown auf 10 Stunden programmieren und Knöpfchen drücken. Fertig.
Wem der mitgelieferte Joghurtbehälter aus Plaste nicht zusagt oder einfach ein Wechselgefäß benötigt, der kann dank der halbkugelförmigen Abdeckung relativ flexibel eigene Behälter aus Glas wie Einmachgläser oder ähnliches verwenden.
Ich mache den Joghurt übrigens immer so:
1. Behälter (ich habe einen aus Glas, der eigentlich für eine sogenannte Joghurtbox vorgesehen ist) 1-2 min in die Mikrowelle zur Desinfektion.
2. H- oder halbfrische 3,5 % Biomilch zusammen mit einem Actimel (1,6 % Fett) gleichmäßig ins Glas gießen. Kein Umrühren - Umrührgeräte bringen nur Keime rein. Deckel aufs Glas - Abdeckung auf Joghurt Maker. Knöpfchen bei Zeitschaltuhr drücken.
3. Fertigen Joghurt noch ein paar Stunden im Kühlschrank nachreifen lassen
4. Genießen
Vorteile Joghurt selber machen:
+ Milch lässt sich leichter transportieren und H-Mich zudem länger lagern als fertiger Joghurt
+ günstiger: 1 Liter bester selbstgemachter Biojoghurt für etwa 1,40 Euro bei 1 Fläschchen Actimel und 1 Liter 3,5 Bio-H-Milch. Je nach Joghurt-Bedarf lohnt sich statt eines frischen Actimels auch 2 EL vom alten Joghurt als Startansatz (funktioniert aber bei gleicher Qualität höchstens 2 mal) - dann wird's noch billiger, da Actimel schweineteuer (4 Stück etwa 1,60 Euro). Natürlich funktioniert auch jeder andere Naturjoghurt als Ansatz. Ich mag aber den Actimel ganz gern, weil seine Kulturen einen relativ milden, wohlschmeckenden Joghurt erzeugen und er sich als flüssige Startkultur gießen lässt - das macht die Sache nochmal einfacher und sauberer, da kein gelöffele.
+ weniger Müll
Schade, dass der Joghurt Maker nicht direkt durch amazon.de für 8-10 Euro angeboten wird.