Ein wunderbares Buch! Leicht verständlich erzählt die deutsch-iranische Schauspielerin Jasmin Tabatabai über ihre Familie, die Erfahrungen im Iran unter dem diktatorischen Regime des Schah ebenso machte wie unter dem nicht weniger unterdrückend herrschenden Religionsfanatiker Chomeini, Gründungsvater des jetzigen menschenverachtenden Mullah-Regimes.
Politik aber spielt in Tabatabais autobiografischem Buch nur auf den letzten Seiten eine Rolle und das ist gut so. Man erfährt viel über altpersische und modern-iranische Sitten und Gebräuche und die Entwicklung der Liebe zwischen Tabatatabais deutscher Mutter und ihrem persischen Vater, die Großfamilie in der Hauptstadt Teheran und dem einfachen Leben auf dem von der Zivilisation abgeschiedenen Land im Norden.
Ein Buch, das selbst Irankennern neue Einblicke verschafft und denjenigen Lesern, die sich mit diesem eigentlich schönen riesigen Land noch nie beschäftigt haben, Lust machen könnte, es einmal zu besuchen - wenn nicht dieses Barbarenregime immer noch dort herrschen würde. An diesem Buch gibt es nichts zu bemängeln. Es sollte als Pflichtlektüre für alle Leser empfunden werden, die sich irgendwie mit uns fremden Kulturen beschäftigen. Besonders erfrischend ist es, wie sich die berühmte Schauspielerin selbst nur im Hintergrund aufhält, lediglich als Erzählerin fungiert. Wer wirklich gut in seinem eigentlichen Beruf ist, muss sich nicht selbst beweihräuchern, wie es leider zu viele schlecht schreibende KollegInnen Tabatabais tun. Wer einen Widerwillen gegen nur am Umsatz orientierten angeblichen Autobiografien vermeintlicher Stars und Sternchen aus Film, Fernsehen, Sport und Unterhaltungsklamauk empfindet, sollte dieses Buch ebenfalls lesen.