Von einem "Standardwerk über die Königin der Blumen" (Klappentext) kann hier leider wohl überhaupt keine Rede sein. Der Autorin sind so viele peinliche Fehler passiert, dass der Leser ziemlich wohlwollend sein muss, um hier noch an "Schlampereien" denken zu können. Oder wie soll es etwa der halbwegs versierte Gartenfreund hinnehmen, wenn statt der allseits bekannten Lady of Gardening Nancy Lindsay, der angeblichen Entdeckerin der Rose de Resht, plötzlich eine "Botanikerin Lindley" im Text erscheint? Dass der berühmte französische Züchter - und Nachfolger von Vibert - Robert und nicht "Roberts" heißt? Und dass die "Tuscany Superb" aus dem 19. Jh. nicht schon 1597 von Gérard erwähnt worden sein kann, sondern die alte "Tuscany"? Und die leidlich bekannte Geschichte über die "Souvenir de la Malmaison", die kritiklos wiedergegeben wurde? Dafür wird endlos über eine Rosentaufe in Paris geschrieben, bei der die Autorin offensichtlich eingeladen war - für einen Rosenfreund, der sich über Rosen informieren will, schlichtweg uninteressant. Überhaupt stört der gönnerhafte Stil, das "Ach wie bin ich gut und wichtig, dass ich mit so wichtigen Leuten verkehre". Dass bei den neueren Sorten vorwiegend Rosen von Delbard und Harkness angepriesen werden, mag wohl mit den Geschäftsinteressen der Frau Riedel-Laule zusammenhängen, in nur irgendeiner Hinsicht objektiv ist die Auswahl allerding keineswegs.
Was das Buch - relativ gesehen - rettet, sind die wirklich zauberhaften Fotografien von Marion Nickig.